kreuz

Start

Über Uns

Kontakt

Impressum

 
 
Wissen - O

Wissen Jugend
 
 
   
   
Auf diesen Seiten findest du, alphabetisch sortiert, Erläuterungen zu biblisch-historischen Fachbegriffen.
   
   
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z  
   
   
   

Stichwort

Bibeltext

Erklärung
Obrigkeit
Offenbarung
Ohr
Öl
Opfer
Ordnung
Osten

13a Hier ist eine Abschrift des Briefes: Der Großkönig Artaxerxes schreibt den Statthaltern der hundertsiebenundzwanzig Provinzen von Indien bis Kusch und den untergeordneten Behörden:
[Kusch ist der heutige Sudan und ein Teil Äthiopiens.
13b Als Herrscher über viele Völker und Gebieter über die ganze Welt habe ich beschlossen - nicht aus überheblicher Willkür, sondern in meinem allzeit bewiesenen Streben nach Milde und Güte -, meinen Untertanen in jeder Hinsicht ein ruhiges Leben zu sichern, die Entwicklung des Reiches zu fördern, es bis an die Grenzen mit guten Straßen zu versehen und allen Menschen wieder den ersehnten Frieden zu schenken.

Est 8,12e
12e Schon viele, die als Herrscher eingesetzt waren, hat der schlechte Einfluss von Freunden, die mit den Staatsgeschäften betraut waren, mitschuldig am Tod Unschuldiger gemacht und sie in schreckliches Unglück gestürzt.

2.Makk6, 1- 9
Die Verfolgung der jüdischen Religion:
Nicht lange darauf schickte der König einen alten Athener; der sollte die Juden zwingen, die Gesetze ihrer Väter aufzugeben und ihr Leben nicht mehr durch Gottes Gesetze lenken zu lassen.

2 Auch sollte er den Tempel zu Jerusalem schänden und ihn Zeus, dem Herrscher des Olymp, weihen; ähnlich sollte er den Tempel auf dem Berg Garizim nach Zeus, dem Hüter des Gastrechts, benennen, was der (gastfreundlichen) Art der Einwohner jenes Ortes entgegenkam.

3 Der Ansturm der Bosheit war kaum zu ertragen und allen zuwider.
4 Denn die Heiden erfüllten das Heiligtum mit wüstem Treiben und mit Gelagen. Sie gaben sich mit Dirnen ab und ließen sich in den heiligen Vorhöfen mit Frauen ein. Auch brachten sie vieles hinein, was nicht hineingehörte.
5 Auf den Brandopferaltar häuften sie unerlaubte und vom Gesetz verbotene Dinge.
6 Man konnte weder den Sabbat halten noch die alten Feste begehen, ja, man durfte sich überhaupt nicht mehr als Jude bekennen.
7 Zu ihrer Erbitterung mussten die Einwohner sich jeden Monat am Geburtstag des Königs zum Opfermahl führen lassen und am Fest der Dionysien zwang man sie, zu Ehren des Dionysos mit Efeu bekränzt in der Prozession mitzugehen.

8 Auf Vorschlag der Einwohner von Ptolemaïs wurde in den benachbarten griechischen Städten ein Beschluss bekannt gegeben, sie sollten mit den Juden ebenso verfahren und Opfermahlzeiten veranstalten.

9 Wer sich aber nicht entschließen wolle, zur griechischen Lebensweise überzugehen, sei hinzurichten. Da konnte man nun das Elend sehen, das hereinbrach.

 

Ps82,1-8
Gott steht auf in der Versammlung der Götter, im Kreis der Götter hält er Gericht.

2 «Wie lange noch wollt ihr ungerecht richten und die Frevler begünstigen?

3 Verschafft Recht den Unterdrückten und Waisen, verhelft den Gebeugten und Bedürftigen zum Recht!

4 Befreit die Geringen und Armen, entreißt sie der Hand der Frevler!»
5 Sie aber haben weder Einsicht noch Verstand, sie tappen dahin im Finstern. Alle Grundfesten der Erde wanken.
6 «Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter, ihr alle seid Söhne des Höchsten.

7 Doch nun sollt ihr sterben wie Menschen, sollt stürzen wie jeder der Fürsten.»
8 Erheb dich, Gott, und richte die Erde! Denn alle Völker werden dein Erbteil sein.

Lk11,11-12
11 Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt.

12 Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.

Röm13,1-7
Der Christ und die staatliche Ordnung:
Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt.

2 Wer sich daher der staatlichen Gewalt widersetzt, stellt sich gegen die Ordnung Gottes, und wer sich ihm entgegenstellt, wird dem Gericht verfallen.
3 Vor den Trägern der Macht hat sich nicht die gute, sondern die böse Tat zu fürchten; willst du also ohne Furcht vor der staatlichen Gewalt leben, dann tue das Gute, sodass du ihre Anerkennung findest.
4 Sie steht im Dienst Gottes und verlangt, dass du das Gute tust. Wenn du aber Böses tust, fürchte dich! Denn nicht ohne Grund trägt sie das Schwert. Sie steht im Dienst Gottes und vollstreckt das Urteil an dem, der Böses tut.
5 Deshalb ist es notwendig, Gehorsam zu leisten, nicht allein aus Furcht vor der Strafe, sondern vor allem um des Gewissens willen.

6 Das ist auch der Grund, weshalb ihr Steuern zahlt; denn in Gottes Auftrag handeln jene, die Steuern einzuziehen haben.
7 Gebt allen, was ihr ihnen schuldig seid, sei es Steuer oder Zoll, sei es Furcht oder Ehre.

Offb 18,2-8
2 Und er rief mit gewaltiger Stimme: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große! Zur Wohnung von Dämonen ist sie geworden, zur Behausung aller unreinen Geister und zum Schlupfwinkel aller unreinen und abscheulichen Vögel.

3 Denn vom Zornwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben. Durch die Fülle ihres Wohlstands sind die Kaufleute der Erde reich geworden.

4 Dann hörte ich eine andere Stimme vom Himmel her rufen: Verlass die Stadt, mein Volk, damit du nicht mitschuldig wirst an ihren Sünden und von ihren Plagen mitgetroffen wirst.

5 Denn ihre Sünden haben sich bis zum Himmel aufgetürmt und Gott hat ihre Schandtaten nicht vergessen.

6 Zahlt ihr mit gleicher Münze heim, gebt ihr doppelt zurück, was sie getan hat. Mischt ihr den Becher, den sie gemischt hat, doppelt so stark.

7 Im gleichen Maß, wie sie in Prunk und Luxus lebte, lasst sie Qual und Trauer erfahren. Sie dachte bei sich: Ich throne als Königin, ich bin keine Witwe und werde keine Trauer kennen.

8 Deshalb werden an einem einzigen Tag die Plagen über sie kommen, die für sie bestimmt sind: Tod, Trauer und Hunger. Und sie wird im Feuer verbrennen; denn stark ist der Herr, der Gott, der sie gerichtet hat.


Est

3,13a-13b

Obrigkeit

(gr. exousía »Kompetenz«), das Besitzen oder der Besitzer politischer Macht, Gewalt.


Antike

Die Vorstellung von Regierung und Verwaltung, die im populären Gedankengut der Antike weithin vorherrschte, gründete sich auf die Vorstellung einer übergreifenden Ordnung, an der O. und Gemeinwesen teilhatten. Politischer Wechsel setzte eine kosmische Forderung voraus ( Macht); drastische politische Veränderung konnte andererseits eine gegebene Kosmologie außer Kraft setzen, was u.a. geschah, als sich der gr. Begriff der Polis

(Stadt) für die Welt der hellenist.-röm. Reiche ( Staat) als unangemessen erwies. Herrscherbilder (Taf. 2b.d. 5a. 49. 50a.b; Ammon, Asarhaddon, Moab Abb. 2, Phul, Sargon), Standarten ( Banner, Abb. 1. 2), Symbole ( Isis, Joseph, Moab Abb. 1, Sanherib) stellten für das Volksbewußtsein die Herrschaft als das Werk göttlicher Vorsehung dar. Der vom Nahen Osten stammende :röm. Herrscherkult war ein politisches Mittel, sich – durch die Bestätigung der Rolle des Kaisers in der kosmischen Ordnung, nicht seiner Göttlichkeit als solcher – der Loyalität zu versichern. Die Römer betrachteten Ansprüche auf kaiserliche Göttlichkeit (bei Caligula, Nero, Domitian) als fanatisch und fremdartig (gr.-äg.). Die ganze O., besonders der Kaiser, gehörte aber in die Hierarchie der »Mächte«, welche Geister und Menschen umfaßte und durch welche Gott das Universum regierte. Deshalb waren neue Kosmologien politisch umstürzlerisch, und Nichtunterordnung wurde als Atheismus betrachtet. Die ersten Christen, die den »Kyrios Christos« bekannten, waren leicht anzuklagen (MartPol 3, 2; 8, 2; Origenes C. Cel. 8, 2).

AT

Dementsprechend versteht die Bibel oft unreflektiert die O. aller Nationen als von Gott geschenkt oder zugelassen, und zwar als Werkzeug für seine Zwecke, auch unabhängig von einem diesbezüglichen Wissen, Glauben oder Gehorsam derselben O. (Ps 821. 6 Js 451. 5 Wsh 64 Sir 101–4 Apg 427ff).

In den Evangelien werden Vertreter der jüd. oder röm. O. ohne weiteres hingenommen (Mt 89 p L 1211 2020 237).

Paulus führte hier keine neue Konzeption, aber bewußte Reflexion ein (R 131–3): er stimmte mit Juden (Philo, Flacc. 170) und Griechen darin überein, »daß Herrscher Diener Gottes sind zur Sorge und Sicherheit der Menschheit« (so Plut., Princ. inerud. V, 13, 22). In der Eschatologie ist aber das Verhältnis des Christen zur O. einzigartig begründet: der von Christus gewonnene Sieg über alle weltlichen Mächte (Kol 113 210) bedeutet nicht die Entbindung des menschlichen Eigenwillens, sondern den Ruf, an einer neu verstandenen Heilsgeschichte teilzunehmen (1T 22), selbst wenn es heißt, der O. in besonderen Situationen Widerstand zu leisten (Apg 529 Off 184).
[Handwörterbuch: Obrigkeit. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4902-4
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1327)



pfeilOffenbarung

Da sprach der Herr zu Kain:

Wo ist dein Bruder Abel? Er entgegnete: Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?
10 Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden.


Gen18,1-3

Der Herr erschien Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham saß zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang.
2 Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder
3 und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei!

Ex3,7-8

Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid.
Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.

Ps 43,3

Sende dein Licht und deine Wahrheit, /
damit sie mich leiten; sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg /
und zu deiner Wohnung.

Mk1,14-15
Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach:

Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

Mt16,15-17
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
16 Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! 17 Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.

1Kor1,6-7
Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt,sodass euch keine Gnadengabe fehlt, während ihr auf die Offenbarung Jesu Christi, unseres Herrn, wartet.

Gen4,9-10

Offenbarung

(hebr. Verb gala, higgid, hodia', gr. apokalýpto),
Eigentliche Offenbarung, volles Bekanntwerden Gottes, geschieht in der Bibel dadurch, daß Gott persönlich den Menschen erscheint, sich ihnen zeigt (Theophanie). Gott »steigt herab« »kommt« (Ri 611), »wird sichtbar«, steht plötzlich da, und zwar in schlicht menschlicher Gestalt . In all diesen Fällen wird Gott körperlich gegenwärtig, sein Reden wird sinnlich wahrgenommen. Mit solcher O. im strengen Sinn mischen sich häufig besondere Erscheinungsformen: Gott wird gegenwärtig in »Boten« oder »Engeln« (Gn 181ff Ex 3 2 ff Ri 611ff), im »Namen« (Js 3027ff), in der »Hand« (Js 811), in seinem »Geist« (Js 112 Ez 112. 20 usw. Mi 38 J 1426 1K 127 f), in seinem »Angesicht« (Gn 3231 Ex 3314 f), in seiner »Ehre«, Herrlichkeit (Ex 2415ff Ez 14ff; häufig in P; R 122), in seinem »Wort« (Jr 1516 19; vgl. die Formel »das Wort Jahwes ward mir«), in seinem »Licht« und seiner »Treue« (Ps 433). All diese Größen sind O.sformen Gottes.

Im NT

wird ein neuer Anfang gesetzt; Gott tritt aus seiner Verborgenheit heraus, macht seine Herrschaft in Jesus Christus sichtbar. Diese neue O. wird aber als solche nur erkannt durch weitere O. Die entscheidende O. in Christus setzt einerseits die atl. O. voraus; andererseits aber weist sie hin auf weitere, volle O., die erst in der »Erscheinung« Jesu Christi, in der Parusie, erfolgen wird

[Handwörterbuch: Offenbarung. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4921
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1331)

pfeilOhr

5 Erklärt aber der Sklave: Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder und will nicht als freier Mann fortgehen,
6 dann soll ihn sein Herr vor Gott bringen, er soll ihn an die Tür oder an den Torpfosten bringen und ihm das Ohr mit einem Pfriem durchbohren; dann bleibt er für immer sein Sklave.

Num 14,26-28
26 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
27 Wie lange soll das mit dieser bösen Gemeinde so weitergehen, die immer über mich murrt? Ich habe mir das Murren der Israeliten jetzt lange genug angehört.
28 Sag ihnen: So wahr ich lebe - Spruch des Herrn -, ich will euch das antun, womit ihr mir die Ohren vollgeschrien habt:

Jes6,8-10
8 Danach hörte ich die Stimme des Herrn, der sagte: Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Ich antwortete: Hier bin ich, sende mich!

9 Da sagte er: Geh und sag diesem Volk:
Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen.
Sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen.

10 Verhärte das Herz dieses Volkes, verstopf ihm die Ohren,
verkleb ihm die Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht
und mit seinen Ohren nicht hört, damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und sich nicht bekehrt und nicht geheilt wird.


Mt11,2-6
Johannes hörte im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm

3 und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?

4 Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht:
5 Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet.

6 Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.


Apg 7,49-53
49 Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße. Was für ein Haus könnt ihr mir bauen?, spricht der Herr. Oder welcher Ort kann mir als Ruhestätte dienen?

50 Hat nicht meine Hand dies alles gemacht?
51 Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch mit Herz und Ohr immerzu dem Heiligen Geist widersetzt, eure Väter schon und nun auch ihr.

52 Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben die getötet, die die Ankunft des Gerechten geweissagt haben, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid,

53 ihr, die ihr durch die Anordnung von Engeln das Gesetz empfangen, es aber nicht gehalten habt.

Ex21,5-6

Ohr

(hebr. 'ozen, mit bodal, tonuk O.läppchen, gr. oûs),

ein als Organ des Hörens wichtiger Körperteil, der im Rechts- (Ex 216) und Kultbrauch (Ex 2920 Lv 1414ff) eine Rolle spielt. Anthropomorphistisch kann von

Gottes Ohr gesprochen werden (Nm 1428 1Sm 821 Ps 176 u.ö.).

Beim Menschen bezeichnet es die Hörfähigkeit (Gn 208 Ex 247 Js 4920). Vor allem nimmt es, sofern dafür nicht verschlossen (Js 69 f), das Wort Gottes (Js 2214 488) und die Verkündigung Jesu auf (Mt 115 139 L 421), so daß Verstehen und Glauben wie Taubheit und Widerstreben mit ihm verbunden sind (Mk 411 f Apg 751). Heilung.
[Handwörterbuch: Ohr. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4935
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1336)

pfeilÖl
Site in Bearbeitung
 

Öl

(hebr. schemen »Fettes«, jishar »Glänzendes«, gr. élaion), wird aus mehreren Gewächsen usw. gewonnen.

Im AT ist es Oliven-Ö. (Est 212 aus Myrrhe). Die vom Baum (Taf. 40a) gefallenen oder heruntergeschüttelten Früchte (Dt 2420) – der Erntebeginn fällt mit dem Laubhüttenfest zusammen – werden in Pressen ( Kelter, Abb. 1) zerdrückt oder im Mörser oder in der Mühle (Abb. 2) zerkleinert (Ex 2720 Mi 615); dann das Ö. nach verschiedenen Qualitäten gesammelt und in Tonkrügen oder Tonflaschen aufbewahrt (1Sm 101 1Kg 1712). Es wird beim Kochen ( Braten), Backen ( Ölkuchen) verwertet und rechnet unter »staple food«. Medizinisch erfährt es mitunter mit Wein zusammen Anwendung bei Wundbehandlung (Js 16 L 1034). Als Beleuchtungsmittel wird es in Lampen (Ex 2720 Mt 253 f) verbrannt; Sach 4 wird der Leuchter mit Ö.schale und 7 Lampen, umgeben von 2 Olivenbäumen ( Lampe, Abb. 6) erwähnt, Ö. wurde auch als Schönheitsmittel ( Salbe) und für hygienische Waschungen benutzt. Im Kultus dient Ö. als Speiseopfer (Lv 27 Ex 2940), Gußopfer (Gn 2818), zur Salbung von Personen und Tempelgegenständen. Der israelit.-jud. König wurde gesalbt, gleichwie der erwartete Messias gesalbt werden soll. Ö. gilt als Symbol der Freude, der Festlichkeit und der Fülle (Ps 235 Js 613), der Zartheit und Glätte (Spr 53) sowie für den Glauben und Geist (Mt 253ff 2K 121 f). In spätjüd. Überlieferung hält man Ö. für in die paradiesische Zeit gehörig, Adam führte Ö. aus dem Paradies mit sich, Ö. wurde im Tempel aufbewahrt, zur Zeit des Königs Josia gehortet, sollte in der messian. Zeit wieder zum Vorschein kommen, woran Justin anknüpft (Dial. VIII, 4). Man dachte, es sollte vom Lebensbaum kommen (Vita Adae, Ps. Clem). Ö. wurde beim Begräbnis, oder bei der Zubereitung dazu, verwandt ( Begräbnis, Narde, Trauer, Trauergebräuche).

Das NT kannte Ö. zur Krankensalbung (Mk 613 Jk 514), zur Leichensalbung (Mk 148 161), zur Messiasweihe (Apg 427 1038). Es war in der alten Kirche als Läuterungsmittel (Katechumenat), bisweilen im Abendmahlsbrot (Ostsyrer), nicht aber anläßlich von Priester- und Bischofsweihen oder Königskrönungen in Gebrauch ( Salbung, Taufe).
[Handwörterbuch: Öl. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4938-9
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1337)

pfeilOpfer    

Opfer

(hebr. zebah u.a., gr. thysía), in vielfacher Gestalt vorkommende kultische Darbringung.

Im AT

1. Formen: a) Brand-O., b) Schlacht-O., c) Speis-O., d) O. des Einzelnen – 2. Alter – 3. Sinn – II. Das O. im Judentum – III.

Im NT
Die Vielfalt der Formen des O.s, die in der Bibel begegnet, hängt einmal damit zusammen, daß AT und NT anderthalb Jahrtausende Kultgeschichte umspannen, zum ändern damit, daß die Bevölkerung des Landes in diesem Zeitraum gewechselt hat und außerdem Palästina als Durchgangsland den verschiedensten Einflüssen benachbarter Kulturen ausgesetzt war.

Im A T bietet die priesterschriftliche Systematik, vor allem in den ersten Kapiteln des Lv, einen möglichen Ausgangspunkt für die Einteilung der Formen. Denn so gewiß hier mannigfache ältere Kultgebräuche festgehalten sind, so hat man sie doch neu durchdacht und untereinander in Beziehung gesetzt. – a) Danach ist die wichtigste Art des O.s das Brand-O. ('ola, ischsche, kalil, gr. holokaútoma), das täglich zweimal, am Morgen und am Abend, als tamid-O. und in größerer Menge an Festtagen als musaph-O. (Nm 28. 29) dargebracht wurde. Nur reine, makellose, männliche, mindestens 7 Tage alte Tiere ( Reinheit): Schafe und Ziegen, an Festtagen auch Rinder, waren als O. zugelassen. Sie wurden »vor Jahwe« durch Schächtschnitt geschlachtet, wobei der Kopf ganz abgelöst wurde. Während Priester das aufgefangene Blut gegenüber dem Altarfuß ausgossen, wurde das Tier enthäutet und ausgeweidet. Die Haut fiel dem opfernden Priester zu. Die Eingeweide wusch man aus, das Tier zerlegte man in seine natürlichen Teile (natah), d.h. man löste die Beine vom Rumpf ab und trennte den Brustkorb von dem Beckenteil. In feierlicher Prozession, an der nach der Mischna (Joma II, 5. 7) bei Kleinvieh 9, bei Jungstieren 24 Priester beteiligt waren, wurden die Teile samt den ausgewaschenen Eingeweiden zum Altar gebracht, wo sie ein auf der Rampe stehender Priester übernahm, um sie mit einem Schwung auf den vorbereiteten ('arak) Holzstoß zu werfen, ohne daß dieser zusammenstürzte und die Teile auseinanderglitten (vgl. Sir 5013ff). – b) Das Schlacht-O. (zebah [scholamim], scholamim, gr. thysía, thyma tôn soteríon) war demgegenüber minderen Ranges. Wer ein solches darbrachte, führte das Tier vor Jahwe, indem er als Besitzer seine Hand auf das Haupt des Tieres stützte (samak, gr. epitíthemi), damit der Priester es schlachte. Das aufgefangene Blut goß der Priester am Fuß des Altars aus, dem gehäuteten und ausgeweideten Tier entnahm er die Nieren samt dem Fett, das Herz und den Leberlappen, um all dies auf dem Altar zu verbrennen, jedoch nicht an eigenem Feuer, sondern nur zusammen mit einem fälligen Brand-O. (Lv 35). Der Brustkern (haze) und der rechte Schenkel (schoq hajjamin) fielen dem Priester zu (Lv 731 f). Das übrige Fleisch mußte von der Mahlgemeinschaft unter Leitung des O.herrn innerhalb zweier Tage gegessen werden. Am 3. Tag noch vorhandenes Fleisch mußte verbrannt werden. Wer es dennoch genoß, lud Schuld auf sich (Lv 717). Dieses Mahl-O. wurde häufig als Dank-O. (toda) dargebracht (Lv 195ff). Auch für das in der Regel aus einem Ziegenböckchen bestehende Sünd-O. (hattat) galt das gleiche, nur in der Verwendung des Blutes abweichende Ritual, wobei allerdings das Fleisch ganz dem Priester zufiel, falls er nicht dieses O. für sich selbst hatte darbringen müssen; dann wurde das Fleisch verbrannt. Bei dem Schuld-O. ('ascham), für das weibliche Schafe oder Ziegen, aber auch Tauben verwendet wurden – es war bei einer Reihe besonders genannter Verfehlungen notwendig -, wird kein Ritual angegeben mit Ausnahme des Tauben-O.s. Aber es dürfte wohl nach Analogien des Sünd-O.s behandelt worden sein und damit in die Reihe der Schlacht-O. gehören. – c) Die dritte O.art ist das vegetabile Speise-O. (minha, gr. dôron). Ein bestimmtes Maß Hartweizengrieß (solet, gr. semídalis) wurde mit einer entsprechenden Menge Olivenöl vermengt, in einem Korb vor Jahwe gebracht, nachdem mitten darauf etwas Weihrauch gelegt worden war. Der Priester hob den Korb in die Höhe über den Altar (t·ruma, gr. aphaírema). Dann nahm er mit der Rechten eine Handvoll des Gemisches, wobei er darauf zu achten hatte, daß der Weihrauch ganz mit abgehoben wurde, und warf diese Handvoll in das Altarfeuer. Der Rest des Gemisches fiel dem Priester und seinen männlichen Nachkommen zu, die den Teig als massot backen und essen sollten. In dieser Form war das Speise- O. Bei-O. bei jedem Brand-O. (Nm 28. 29). Selbständig begegnete es als freiwillige Gabe – konnte dann aber auch aus ungesäuertem Gebäck verschiedener Art oder aus gerösteten Ähren bestehen – und als Pflicht beim Eifer-O., dann freilich aus reinem Gerstenmehl ohne Ölbeimischung und Weihrauchzugabe (Nm 515). Trank-O. (nesek, gr. sponde; Abb. 2; auch El, Gebet Abb. 1, Jehu, Schlange) aus rotem Wein (Sir 5015) gehörten nach dem Fest-O.katalog (Nm 28. 29) zu jedem Brand-O. hinzu, kamen aber anscheinend in dieser Zeit nicht mehr als selbständige O. vor. Für das Räucher-O. (q·toret, gr. thymíama, Abb. Räucherwerk) auf dem Räucheraltar im Heiligen des Tempels wurde eine besondere Mischung aus Weihrauch und anderen Bestandteilen verwendet (Ex 3034), deren Verarbeitung Amtsgeheimnis der Familie Abtinas war (Mischna Joma III, 22). Im Heiligtum befand sich auch der Schaubrottisch ( Musik, Abb. 4; Taf. > 50c), auf dem, jeden Sabbat erneuert, in zwei Reihen 12 Brote (lehem happanim, lehem hamma'areket, gr. ártos toû prosopou, ártos tês prothéseos, Lv 245–9) lagen, zwischen denen Weihrauch gestreut war. Nach 8 Tagen erhielten sie die Priester. Auf besondere Tage im Jahr beschränkt waren Passa (das wie die üblichen O. in nachexil. Zeit auf dem Tempelplatz geschlachtet und dessen von Priestern aufgefangenes Blut am Altar ausgegossen wurde), Webegarbe ( Massoth) und Sündenbock ( Versöhnungstag). – Die bisher genannten O. waren O. der Gemeinde, die in Jerusalem, teils täglich, teils an bestimmten Tagen, darzubringen waren (vgl. Nm 28. 29). – d) Es konnte aber auch jeder Einzelne als Dank-O. oder in Erfüllung eines Gelübdes oder ohne besonderen Anlaß aus freien Stücken jedes dieser O. darbringen, wobei er sich selbstverständlich der Hilfe des Priesters bedienen mußte. In der Mehrzahl der Fälle wird es sich dabei allerdings um Schlacht-O. gehandelt haben. Bei manchen Gelegenheiten waren auch dem Einzelnen bestimmte O. vorgeschrieben. So mußte etwa ein O. dargebracht werden, wenn jemand den Abschluß eines Nasiräats auf Zeit feierte (Nm 610–12) oder eine Wöchnerin die Zeit ihrer Unreinheit beendete (Lv 126–8 L 224) oder ein Priester geweiht wurde (Lv 8). Die zunehmende Gesetzlichkeit aber ließ die Sünd-O. häufiger werden, zu denen sich der Einzelne bei Übertretungen verpflichtet sah. Ob in jener Zeit die Erstlings-O. noch wirkliche O. waren oder schon von den Priestern als ihre Einkünfte betrachtet wurden, läßt sich nicht sagen. Geht man in ältere Zeiten zurück, so stellt man fest, daß die Kultusreform des Josia und das Dt zu dieser Gestaltung des O.kultes wesentlicher Anlaß war. Denn wenn man einerseits (Dt 1215) die profane Schlachtung erlaubte, andrerseits alle O.darbringung auf das Heiligtum in Jerusalem beschränkte, mußte notwendig das Schlacht-O. zurücktreten zugunsten einer Zunahme des Brand-O.s. Anders war es vor diesem Zeitpunkt, als noch mehrere Heiligtümer vorhanden waren und jeder Ort, an dem sich Jahwe offenbart hatte, als O.platz erlaubt war. Da werden die königl. Heiligtümer Jerusalem, Bethel (Am 713) und Dan zwar vielleicht tägliche O. gekannt haben. Aber an den kleineren Heiligtümern wird man wohl nur an den Festtagen und bei besonderen Gelegenheiten wie Schafschur oder Familienfest (1Sm 2029) O. dargebracht haben und dann, wie 1 Sm 912ff zeigt, wohl meist in der Form eines Schlacht-O.s. Doch nimmt J (Gn 820) schon für Noah das Darbringen eines Brand-O.s an, wahrscheinlich schon für Kain und Abel (Gn 4). Ob schon in der vorkönigl. Zeit das O. gelegentlich als Mahl für die Gottheit aufgefaßt worden ist, wie für die nachexil. Zeit der Fest-O.katalog (Nm 28. 29) und die Bezeichnung Speise (lehem) für das O. (Lv 311. 16 Nm 2824) beweisen, ist fraglich. Die O.gaben der Männer, die dem Saul begegnen (1Sm 93), legen es nahe; doch begegnen Trank-O. bei Jr nur für fremde Götter, vor allem für die babylon. Himmelskönigin (44 passim), und Ahas hat erst nach seiner Rückkehr von Damaskus auf dem neuerbauten Altar Trank-O. gespendet, so daß wohl dafür assyr.- babylon. Brauch maßgebend war, wenngleich die Schalenaltäre wie der von Thanaach aus der MBr-Zeit bereits auf kanaanäische Trank-O. schließen lassen (vgl. Abb. 2).
2. Damit ist die Frage nach dem Alter der O.riten in Israel gestellt. Drei Auffassungen stehen einander gegenüber, die des J, der bereits Kain und Abel und Noah O. darbringen läßt und O. bei den Erzvätern ebenso wie E als üblich ansieht; die Meinung des P, der den O.kult als Gegenstand der Horeboffenbarung an Mose darstellt; und schließlich Amos, der das Darbringen von O.n für Jahwe in der Wüste bestreitet (525). Dazu könnte man noch die Ansicht des Chronisten stellen, der die Einrichtung des Tempel kults auf David zurückführt. Nun ist ohne weiteres sicher, daß der Tempelkult mit seinem O.dienst erst nach der Errichtung des Tempels selbst möglich war. Darin hat also der Chronist recht. Was die O. des Kain usw. anlangt, so sind sie ohne Hilfe der Priester vom Hausvater dargebracht. In dieser Form kennt auch das Richterbuch die O. des Manoah (618–21) und des Gideon (626. 28). Danach hatte da mals der Hausvater das später noch vom König (Salomo!) beanspruchte Recht, zu opfern. Besser war es freilich, einen kundigen Priester zu haben, wie das Beispiel des Micha zeigt (Ri 1710), oder einen Seher wie Samuel (1Sm 912ff). Damit scheidet aber die Meinung des P als unbegründet aus. Trotzdem liegt in ihr das eine Wahrheitsmoment, daß die vor mosaische Zeit die spätere Form des O.dienstes nicht gekannt hat, wie auch Amos betont. Man kommt einen wesentlichen Schritt weiter, wenn man bedenkt, daß das Verbrennen des O.s eine Besonderheit ist, die, soweit bekannt, nur bei Griechen, Phöniziern, Puniern, Kanaanäern und Israeliten bezeugt ist, also indogermanische und semit. Völker zusammenfaßt, ohne alle Semiten und Indogermanen zu erfassen. Dann ist es das Wahrscheinlichste, daß Israel diese O.arten erst nach der Landnahme, wohl bei der Übernahme von Ei-Heiligtümern, kennen gelernt hat. Dafür spricht auch, daß das Passaritual in der älteren Form zwar schon eine Manipulation des Blutes durch den Hausvater kannte, aber auch in der spätesten Form nicht die Verbrennung eines Teils des Tieres auf dem Altar. Vielleicht ist auch bei dem in das Ritual des Versöhnungstages aufgegangenen Hirtenritus das zweite Tier ursprünglich gegessen worden wie das Passatier. Die Schaubrote können auf äg. Einfluß zurückgehen, da dort den Göttern der Duft (reah hannihoah) der O.gaben, unter denen das Fladenbrot sich befand, genügte und die Priester sich hernach in die Gaben teilten. Wann das Räucher-O. aufgekommen ist, und ob es sich hier ebenfalls um einen ursprünglich äg. Brauch handelt, läßt sich nicht sagen.
3. Fragt man nach dem Sinn des O.s, so ist in der Spätzeit sicher, in der Frühzeit wahrscheinlich der vielleicht von den Kanaanäern übernommene Mahlgedanke bestimmend gewesen. Aber im einzelnen stammen die O.arten wohl aus andern Zusammenhängen. Bei dem Schlacht-O., das der gr. Thysía gleicht, handelt es sich wahrscheinlich um die Rückgabe des Blutes als des Lebensträgers an Gott, und bei der Verbrennung der mit dem Zeugungsapparat in Verbindung stehenden Nieren um Verzicht auf den Genuß dieser irrig mit der Zeugung in Verbindung gebrachten Drüsen. Wenn schließlich der Leberlappen ebenfalls geopfert wurde, und zwar über die gr. Thysia hinausgehend, so dürfte darin ein Protest gegen die Leberschau, wie sie vor allem in Mesopotamien geübt wurde, beabsichtigt gewesen sein. Eine verstümmelte Leber konnte nicht zur Leberschau mißbraucht werden. Das Brand-O. könnte in einem Kulturkreis entstanden sein, der die Leichenverbrennung kannte. Da es in Griechenland nur für chthonische Götter bezeugt ist, könnte es ursprünglich Ersatz-O. für einen dem Tode nahen Menschen gewesen sein, dessen Rettung man davon erhoffte (vgl. das mlk-O. in Punien). Als diese O.arten von Israel übernommen wurden, hatten sie freilich ihren ursprünglichen Sinn längst verloren.
Daß auch das Judentum im O. eine wesentliche Form der Gottesverehrung sah, zeigen Morgen- und Abendgebet der Synagoge, ebenso wie die musaph-Gebete an Festtagen, die jeweils den betreffenden Abschnitt aus dem O.katalog (Nm 28. 29) in den Mittelpunkt stellen.

Im nachexilischen Judentum zeigte der O.vollzug eine Vielschichtigkeit je nach geographischer Lage (Land Israel-Diaspora) und geschichtlicher Situation (seit 520 vChr der Tempel Serubabels; bis 175 vChr zadokidische Hohepriester, dann hellenistische, hasmonäische und sadduzäische; seit ca. 20 vChr der Tempelbau des Herodes, 70 nChr die Tempelzerstörung). Bei aller Spannung und Kontroverse wurde die wesensmäßige Einheit von Kultus und Ethik, von O. und Gehorsam fast immer fest gehalten. Im Zentrum stand das tägliche Doppel-O. (hebr. tamid) der Priester am Brand-O.altar (Sir 4514), durch Sonder-O. und Fest-O. ergänzt. Fern diesen O.n, blieben Diasporajuden und Palästinajuden bei ihren Haus- und Synagogengottesdiensten doch dem Jerusalemer O.dienst stark verbunden (Gebetsrichtung Jerusalem, Dn 611; Ausrichtung der galiläischen Synagogen; Tempelabgaben, Tob 16; Wallfahrten, Apg 29ff). Nur am Rande zeigte sich aufgeklärte Kritik. Die Konkurrenz der O.stätte im äg. > Leontopolis wurde nie entscheidend. Gegen die O. der sadduzäischen Priester wandten sich die Essener. Bei nur loser Verbindung mit dem Tempel (Jos. Ant. XVIII, 19; CD XI, 18ff; XVI, 13), war ihr »Dienst« ganz (tier)-o.los, ein O. der Lippen, Herzen und Glieder (1QSIX, 3ff), jedoch stark priesterlich bestimmt: Priesterdienstliche Enthaltsamkeit von Frauen und Besitz (in Qumran), priesterliches Waschen vor dem priesterlichen Essen. Alle diese Gruppen kritisierten nur die Entartung der O.praxis. Selbst die Kritik in Qumran kam nicht aus grundsätzlicher Gegnerschaft, sondern gründete geradezu im betonten Ernstnehmen des O.dienstes. Er wurde bekämpft, damit Raum werde für einen Dienst, den die eigene Gemeinde zukünftig in Reinheit darbringen wird (besonders 1QM II, 1ff). Der Fall des Tempels (70 nChr) machte die O.darbringung unmöglich, obwohl Versuche einer Restauration vorkamen (Bar 110 f; Jos. C. Ap. II, 77). Pharisäer erbeteten dann im Achtzehngebet (täglich zu den O.zeiten) und erhofften (gewaltlos, antizelotisch) ganz stark einen neuen, gottgeschaffenen und gottwohlgefälligen O.dienst in der Zukunft. Um für diesen umfassenden Dienst wieder bereit zu sein, sammelten und bewahrten sie die O.vorschriften der Vergangenheit in der mündlichen Lehre (2. und 5. Ordnung des Talmud: von den Festen und den O.n). Nur vereinzelte, späte Stimmen (Pesikta 79 a) erhofften eine Zeit, o.los, wie es der Anfang war.

Das NT läßt ein positives Verhältnis Jesu und seiner Familie zur jüd. O.frömmigkeit voraussetzen (L 222ff Darstellung des Kindes im Tempel; Mt 84 p Schuld-O. nach der Heilung eines Aussätzigen; Mt 2112ff p J 214–17 Reinigung des Tempelvorhofes wegen der Heiligkeit des Tempelhauses; Mt 2318ff die O. wegen des Altars heilig). Für ihn entscheidend waren aber Barmherzigkeit, Menschenliebe (Mt 523 f 913 Mk 1233), Verzicht auf das Eigene (Mt 1624 p 1921. 29 p 2022 p). Jesu eigener O.tod wird in einem mehrfarbigen Lichte gesehen. Die synoptischen Evangelien lassen im Sinne ihres Inkarnationsdramas Jesus den Tod des Menschensohnes als ein bloßes Ausgeliefertwerden darstellen (die vier Leidensankündigungen Mt 1621 1712. 22 f 2018 f p), bis er vor Jerusalem und beim Abendmahl mit Hilfe der atl. Begriffe O.lamm und Gottesknecht (Js 537. 11) sein Versöhnungswerk kundtut (Mt 2028 p 2620ff p) – man wollte ohne Kommentar zeigen, wie die Ereignisse im Passionsmysterium gipfelten. Das vierte Evangelium dagegen bezieht ausdrücklich den Begriff O.lamm auf Jesu Taufe (J 129. 36) und Tod (1936), bringt in der Mitte auch Kommentare über den Sinn seines O.s (1150 1224). Paulus illustriert das Golgathadrama durch atl. O.begriffe wie »Gnadenstuhl« (Lv 1615, LXX hilasterion), d.h. Versöhnungsmittel (R 325), Sühnblut (R 59), Passalamm (1K 57), Loskauf (1K 620), erinnert auch ohne Spezifizierung an Christi Selbsthingabe (G 220 E 52 Ph 28). Überhaupt erschienen den Christen, mit Ausnahme der Judaisten, die Tempel-O. im einmaligen Christus-O. erfüllt und ersetzt (Apg 614 1K 1018 H 911–14). Nach dem Vorbild Jesu bedeutete für sie die christl. O.pflicht also Selbsthingabe im Dienst Gottes (R 121 Ph 217 Kol 124 2T 46 1P 25) und Liebeswerke für den Nächsten (Apg 1129 R 1213 1526 E 52 Ph 418 H 1316 Jk 221).
[Handwörterbuch: Opfer. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4969-79

pfeilOrdnung    

Ordnung,

Gliederung oder Verordnung.

Im AT ist ma'araka die geordnete Aufstellung von Kultgegenständen (Ex 3937) oder die Schlacht- O.

(1Sm 178ff). Die Einteilung von Priestern und Leviten ist mahaloqet (1Ch 236 241 u.ö.; vgl. L. 15. 8). O. im Sinne des angeordneten Gesetzes ist hoq oder huqqa, auch für die O. der Natur verwendet (Jr 524 3136 Hi 3833). Für den Zusammenhang von O. des Gesetzes und der Natur vgl. etwa Ps 19.

Im NT ist táxis O. der Gemeinde (Kol 25) und ihrer Versammlung (1K 1440), tágma bedeutet die geordnete Reihenfolge in der Auferstehung der Toten (1K 1523). Auf die O. der Schöpfung wird ohne diese Ausdrücke hingewiesen (Apg 1417 R 120). Der dem gr. Begriff Kosmos innewohnende O.sgedanke tritt im NT jedoch kaum in Erscheinung (ThW III, 867ff).
[Handwörterbuch: Ordnung. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4993
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1353-1354)

pfeilOsten    

Osten

(hebr. qedem u.a., gr. anatole),

eine Himmelsrichtung, aus der Gutes, aber auch Unheil kommt (Off 72 1612). Die »Söhne des O.s« (Ri 63 Hi 13, Luther: »die aus dem Morgenland« oder »die gegen Morgen wohnten«) sind außerisraelit. Beduinenstämme. In Nm 3219 ist das Ostjordanland gemeint. Der sengende Ostwind (Schirokko, Gn 416) als Manifestation des göttlichen Zornes (Ex 1013 1421) ist ein geläufiges Bild der eschatolog. Erwartung (Jr 1817 Ez 2726), in Hos 122 1315 für Assur.
[Handwörterbuch: Osten. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 5012

 
 

nach oben