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Auf diesen Seiten findest du, alphabetisch sortiert, Erläuterungen zu biblischen-historischen Fachbegriffen.
   
   
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Stichwort

Bibeltext

Erklärung
Nabal
Nachfolge
Nächster
Nacht
Nachtwache
Nacktheit
Nadelöhr
Name
Neid
Noah
Not

3 Der Mann hieß Nabal und seine Frau Abigajil. Die Frau war klug und von schöner Gestalt, aber der Mann war roh und bösartig; er war ein Kalebiter.
4 David hörte in der Steppe, dass Nabal dabei war, seine Schafe zu scheren.
5 Er schickte zehn junge Männer hin und sagte zu ihnen: Geht hinauf nach Karmel, und wenn ihr zu Nabal kommt, entbietet ihm in meinem Namen den Friedensgruß
6 und sagt so zu meinem Bruder: Friede sei mit dir, Friede mit deinem Haus, Friede mit allem, was dir gehört.
7 Ich habe soeben gehört, dass du bei der Schafschur bist. Nun sind deine Hirten mit ihren Schafen bei uns gewesen; wir haben ihnen nichts zuleide getan und sie haben nichts vermisst, solange sie in Karmel waren.
8 Frag deine jungen Leute, sie werden es dir bestätigen. Mögen also meine jungen Männer dein Wohlwollen finden; wir sind ja an deinem Festtag gekommen. Darum gib deinen Knechten und deinem Sohn David, was du gerade zur Hand hast.
[Die Schafschur wird mit einem Fest abgeschlossen (vgl. Sam 13,23).
9 Davids junge Leute kamen zu Nabal und redeten im Auftrag Davids, wie er es gesagt hatte, mit ihm; danach warteten sie ruhig ab.
10 Nabal aber gab den Knechten Davids zur Antwort: Wer ist denn David, wer ist der Sohn Isais? Heute gibt es viele Knechte, die ihren Herren davongelaufen sind.
11 Soll ich etwa mein Brot und mein Wasser und was ich für meine Schafscherer geschlachtet habe, nehmen und es Männern geben, von denen ich nicht einmal weiß, woher sie sind?
12 Die Leute Davids kehrten um und kamen (zu David zurück). Als sie angekommen waren, berichteten sie ihm alles, was Nabal gesagt hatte.
13 Da sagte David zu seinen Männern: Jeder hänge sein Schwert um. Alle hängten ihr Schwert um; auch David hängte sein Schwert um. Und sie zogen mit David hinauf, etwa vierhundert Mann, während zweihundert beim Gepäck blieben.
14 Inzwischen hatte einer der jungen Männer Abigajil, der Frau Nabals, berichtet: David hat aus der Steppe Boten geschickt, um unserem Herrn seine Segenswünsche entbieten zu lassen, aber er hat sie schroff abgewiesen.
15 Dabei waren die Männer sehr freundlich zu uns. Wir wurden nicht beschimpft und wir haben nie etwas vermisst in der ganzen Zeit, in der wir mit ihnen umherzogen, als wir auf der Weide waren.
16 Sie haben bei Tag und bei Nacht eine Mauer um uns gebildet, die ganze Zeit hindurch, da wir mit ihnen zusammen waren und unsere Schafe hüteten.
17 Nun aber überleg dir genau, was du tun kannst; denn unserem Herrn und seinem ganzen Haus droht Unheil. Er ist ein so übler Mensch, dass man nicht mit ihm reden kann.
18 Da nahm Abigajil in aller Eile zweihundert Brote und zwei Schläuche Wein, fünf schon zurechtgemachte Schafe, fünf Sea geröstetes Korn, hundert Rosinenkuchen und zweihundert Feigenkuchen, lud alles auf Esel
19 und sagte zu ihren Knechten: Geht mir schon voraus, ich komme euch gleich nach. Ihrem Mann Nabal aber teilte sie nichts davon mit.
20 Als sie auf ihrem Esel im Schutz eines Berges hinabritt, kamen ihr plötzlich David und seine Männer entgegen, sodass sie mit ihnen zusammentraf.
21 David hatte eben gesagt: Wahrhaftig, ich habe all das, was diesem Mann gehört, ganz umsonst in der Steppe beschützt; von all seinem Besitz wurde nichts vermisst, doch er hat mir Gutes mit Bösem vergolten.
22 Gott möge mir dies und das antun, wenn ich von allem, was ihm gehört, bis zum Morgen auch nur einen Mann übriglasse.
[mir: Text korr., vgl. G; H: den Feinden Davids.
23 Als Abigajil David sah, stieg sie schnell von ihrem Esel, warf sich vor David nieder und verneigte sich bis zur Erde.
24 Sie fiel ihm zu Füßen und sagte: Mich allein, Herr, trifft die Schuld. Möge deine Magd mit dir reden dürfen; höre, was deine Magd zu sagen hat.
25 Mein Herr achte nicht auf diesen üblen Mann Nabal; denn wie sein Name sagt, so ist er: Nabal (Tor) heißt er und voll Torheit ist er. Ich, deine Magd, habe die jungen Leute, die du, mein Herr, geschickt hast, nicht gesehen.
26 Doch nun, so wahr der Herr lebt und so wahr du selbst lebst, hat dich der Herr davor bewahrt, Blutschuld auf dich zu laden und dir selbst zu helfen. Möge es deinen Feinden und allen, die gegen meinen Herrn Böses planen, ebenso ergehen wie Nabal.
27 Dieses Geschenk aber, das deine Magd meinem Herrn mitgebracht hat, möge jetzt den jungen Leuten gegeben werden, die meinem Herrn folgen.
28 Verzeih deiner Magd ihr Vergehen! Denn der Herr wird meinem Herrn sicher ein Haus errichten, das Bestand hat, weil mein Herr die Kriege des Herrn führt, und man wird dir nichts Böses vorwerfen können, solange du lebst.
29 Wenn sich aber ein Mensch erhebt, um dich zu verfolgen und dir nach dem Leben zu trachten, dann sei das Leben meines Herrn beim Herrn, deinem Gott, eingebunden in den Beutel des Lebens; das Leben deiner Feinde aber möge der Herr mit einer Schleuder fortschleudern.
[Die Wendung «Beutel des Lebens» hängt damit zusammen, dass man kostbare Dinge (Münzen, Gold) in einem versiegelten Beutel aufbewahrt. So sorgfältig soll Davids Leben verwahrt werden.
30 Wenn dann der Herr meinem Herrn all das Gute erweist, das er dir versprochen hat, und dich zum Fürsten über Israel macht,
31 dann sollst du nicht darüber stolpern und dein Gewissen soll meinem Herrn nicht vorwerfen können, dass du ohne Grund Blut vergossen hast und dass sich mein Herr selbst geholfen hat. Wenn der Herr aber meinem Herrn Gutes erweist, dann denk an deine Magd!
32 Da sagte David zu Abigajil: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der dich mir heute entgegengeschickt hat.
33 Gepriesen sei deine Klugheit und gepriesen seist du, weil du mich heute daran gehindert hast, Blutschuld auf mich zu laden und mir selbst zu helfen.
34 Aber so wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, der mich davon abgehalten hat, dir etwas Böses zu tun: Wärest du mir nicht so schnell entgegengekommen, dann wäre von Nabals Männern am anderen Morgen keiner mehr übrig gewesen.
35 Und David nahm von ihr entgegen, was sie ihm gebracht hatte, und sagte zu ihr: Geh in Frieden hinauf in dein Haus! Denk aber daran: Ich habe auf dich gehört und dich gnädig aufgenommen.
36 Als Abigajil zu Nabal kam, veranstaltete er in seinem Haus gerade ein Trinkgelage wie ein König. Nabal war in fröhlicher Stimmung, aber völlig betrunken. Darum erzählte sie ihm mit keinem Wort, was geschehen war, bis zum anderen Morgen.
37 Als dann am Morgen der Rausch Nabals vorüber war, berichtete ihm seine Frau, was sich zugetragen hatte. Da versagte das Herz in seiner Brust und er war wie versteinert.
38 Nach etwa zehn Tagen schlug der Herr den Nabal, sodass er starb.
39 Als David hörte, dass Nabal tot sei, sagte er: Gepriesen sei der Herr, der meinen Rechtsstreit gegen Nabal wegen der Schmach, die mir angetan wurde, geführt hat und der seinen Knecht von einer bösen Tat zurückgehalten hat; die Bosheit Nabals aber hat der Herr auf ihn selbst zurückfallen lassen. Darauf schickte David (Boten) zu Abigajil (mit dem Angebot), er wolle sie zur Frau nehmen.
40 Die Diener Davids kamen zu Abigajil nach Karmel, redeten mit ihr und sagten: David schickt uns zu dir, weil er dich zur Frau nehmen will.
41 Sie stand auf, verneigte sich bis zur Erde und sagte: Deine Magd steht als Dienerin bereit, um den Dienern meines Herrn die Füße zu waschen.
42 Dann machte sich Abigajil in aller Eile auf, setzte sich auf ihren Esel und ihre fünf Mägde folgten ihr. Sie zog den Boten Davids nach und wurde seine Frau.

 


1.Sam

25,3-42

Nabal

(hebr. nabal »gotteslästerlicher Tor«; der Name ist deswegen nicht apotropäisch, sondern nur aus dem Textzusammenhang zu erklären),

ein reicher kalibbitischer

( Kaleb) Grundbesitzer im Südosten Judas (1Sm 252–39; Maon, Karmel, Faltkt. II, F 3). David begegnete ihm während seiner Flucht vor Saul. N. verletzte – im Gegensatz zu seiner Frau Abigail, Davids späterer Frau (1Sm 2514 u.ö.) – höhnisch die Beistandspflicht. Abigail erkannte den von Gott bestellten König (30) und hinderte David, seiner Berufung durch Rachsucht untreu zu werden. N.s Tod war Gottes Gericht (38).
[Handwörterbuch: Nabal. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4683
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1270)



pfeilNachfolge    

Nachfolge

(hebr. halak aharej, gr. akoloutheîn »folgen«),

Im Judentum

wird der Begriff für den Rabbi und seine Schüler gebraucht, die ihm im wahrsten Sinne des Wortes »nachfolgen«, ihn bedienen, mit ihm in Gemeinschaft leben und von ihm »lernen«, indem sie seine Unterweisungen auswendig lernen und seine Handlungen nachahmen. Auch tritt bei den Rabbinen die »Nachahmung Gottes« – im AT zumindest nach einigen Stellen implicite vorhanden – besonders durch die Personifizierung von Tora und Weisheit explicite hervor.
Im NT

ruft Jesus Menschen, daß sie ihm »nachfolgen« (Mk 118 usw.). Sechs Merkmale sind für das Jüngerverhältnis zu Jesus kennzeichnend: 1. Jesus wählt seine Jünger; nicht sie wählen ihn (Mk 116ff). 2. Jünger zu sein, verleiht keine Anwartschaft auf die Meisterwürde: sie bleiben stets seine Sklaven (Mt 1024 f). 3. Jünger Jesu zu sein, erfordert die Aufgabe aller anderen Bindungen und Loyalitäten (L 1426–33 Mk 1028). 4. Es bedeutet Teilnahme am gleichen Schicksal wie Jesus, nämlich Leidensbereitschaft (Mk 834ff; Kreuztragen). 5. Jünger Jesu zu sein, heißt »mit ihm sein« (Mk 314) und ihm gleich zu werden, seine »Art«, seine Worte, seine Handlungsweise zu erlernen, damit er sie dazu aussenden kann, anderen Menschen gegenüber denselben Eindruck zu vermitteln, den sie empfingen, als sie ihn sahen oder hörten (L 1016). So ist Jesus immer bestrebt, aus der großen Zahl der Anhänger den kleineren Kreis herauszulösen, der ihm folgen und dienen will ( Jünger, Apostel). 6. Jüngerschaft bringt durch Christus jene Beziehung zur Verwirklichung, die allein im Gericht standhalten wird – sie ist aber nicht immer bewußt. Der Jünger sagt von sich selbst »Ich werde vielleicht nicht angenommen« (Mt 1230) und von anderen: »Sie könntenangenommen werden« (L 949 f; vgl. Mt 2537–40). In den Briefen heißt Jüngerschaft, dem auferstandenen Christus, der nun aufgefahren ist, nachfolgen (H 414–16 Off 144), in einem neuen Leben wandeln (R 64), indem man ihn »nachahmt« (1K 111 1Th 16 E 51); denn er ist der Anfänger und Vollender des Lebens im Glauben (H 122), er selbst vollendet den himmlischen Teil des Weges, der von dem Jünger ebenso angetreten werden kann, wenn er bereit ist, in Geduld und Gehorsam die irdische Jüngerschaft des Leidens und Dienens zu befolgen (Ph 25–11 1P 221ff
[Handwörterbuch: Nachfolge. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4697
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1273)



pfeilNächster     Nächster, Nächstenliebe(hebr. rea', auch haber »Genösse«, qarob »Nahestehender«, ah »Bruder«, gr. ho plesíon »Nahestehender«, auch phílos »Freund«, adelphós »Bruder«), nach bibl. Begriffen »der andere« mit dem man eben zu tun hat.

1. Wer dieser »andere« ist, wird im AT sehr oft als bekannt vorausgesetzt; es kann ein Berufskollege sein (Propheten: 1Kg 2035 Jr 2327. 30; Priester: Sach 38; politische Führer: Ri 1018 Jr 3616; Maurer Gn 113. 7 Ex 213; Matrosen: Jon 17) oder der Mitkämpfer (Ri 713. 22 1Sm 1420 usw.), gelegentlich auch ein Fremder (Ex 112), ein Untergebener (Gn 3812 Jr 2213) oder ein Vorgesetzter (2Sm 1617). Der Anwendungsbereich des Wortes ist überaus weit; man braucht es von Tieren (Js 3414ff Sach 119), von einander gegenüberliegenden Fleischstücken (Gn 1510) wie auch von ganzen Völkern (Jr 228). Sehr oft ist der N. ein Mensch, mit dem man innerlich eng verbunden ist: ein Freund (1Sm 2041 David/Jonathan; 2Sm 133 Amnon/Jonadab; Ex 3311 Gott/Moses; Hi 211 u.ö. Hiob/seine Freunde usw.), der Geliebte (Jr 31 Hl 516, das Feminium ra'ja ist in Hl häufig für »Geliebte«) oder die Gattin (Jr 93). Vielfach steht das Wort in Parallele zu »Bruder«, bezeichnet auch die leiblichen Brüder (Gn 3149 4333) und die Familienglieder (Ex 187 1Kg 1611 usw.). Auf derselben Linie liegt die Verwendung des Wortes zur Bezeichnung des Volksgenossen (Ex 1816 1Sm 1011 usw.; Ri 629 = die Bewohner derselben Stadt), die sich vor allem im Dt (14mal) und im Heiligkeitsgesetz (Lv 1913. 16. 18) findet. Zusammenfassend kann man sagen, daß zwischen einem Menschen und seinem N. oft ein natürliches Zusammengehörigkeitsgefühl, ja Zuneigung oder Liebe besteht. – LXX übersetzt rea' in der Regel (126mal) mit ho plesíon, daneben auch (34mal, vor allem in der Weisheitsliteratur) mit phiílos »Freund«. Diese Übersetzungen spiegeln gut den Gehalt des Wortes: Der N. ist derjenige, der in der Nähe steht, dem man begegnet und dem man freundschaftlich zugetan ist.

2. Während in den hebr. Sirachfragmenten das Wort gebraucht wird wie im AT (in Sir 712 stehen »Bruder«, »Genosse« und »N.« nebeneinander), hat das Judentum unter dem Einfluß der erwähnten Gesetzestexte die Tendenz, rea' ausschließlich auf den Volksgenossen zu beziehen. Der N. im weiteren Sinne heißt haber. In Qumran ist der N. der zur Gruppe gehörende.

3. Das NT baut ganz auf LXX auf; die wenigen Texte, die vom N. handeln, sind entweder Zitate oder ethische Paränese (L 1029 R 139 f 152 Jk 412). Der »andere«, mit dem man gelegentlich oder auch dauernd zu tun hat, heißt »Freund«, oder – vor allem innerhalb der Gemeinde – »Bruder«.

4. Beim Betrachten der atl. und ntl. Forderung der N.liebe darf das Element natürlicher Verbundenheit, ja der Liebe, im Begriff des N. nicht vernachlässigt werden. Da man oft dem N. selbstverständlich wohlgesinnt ist, kann das Gebot, ihn »zu lieben wie sich selbst« (Lv 1918) nicht überraschen, um so weniger, als nach dem Zusammenhang des Textes der N. vor allem als Volksgenosse erscheint. Bedeutsam ist, daß in demselben Kapitel (Lv 1934 = Dt 1019) das Liebesgebot auf den fremden Schutzbürger (hebr. ger) ausgedehnt wird, der somit ebenfalls als N. gilt. Die altjüd. Exegese beschränkt das ausdrückliche Liebesgebot auf Juden und Proselyten; doch fehlt es nicht an Äußerungen allgemeiner Menschenliebe. »Liebe Frieden, strebe nach Frieden, liebe die Geschöpfe, bringe sie zur Tora« (Aboth 112); »Die Ehre deines Nächsten (haber) sei dir so lieb wie die deine« (ebd. 210). Zur Zeit Jesu ist die Diskussion über die Definition des N. im vollen Gange. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (L 1030–37) gibt Jesus seine Antwort: Der N. ist der, dem ich selber der N. bin und dem ich konkret helfen kann.
[Handwörterbuch: Nächster. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4702-4
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1275)



pfeilNacht    

Nacht und Tag

(N. hebr. lajil, gr. nýx, T. hebr. jom, gr. heméra).

1. Der israelit.-jüd.Tag
begann nach der Ordnung des Kultus am Abend des vorhergehenden T.es (Gn 15 Lv 1124 155 2332 Dt 2311); im Alltag war T.esbeginn am Morgen (Ps 10422 Prd 116; für Qumran vgl. S. Talmon). Im NT finden wir beide Zählungen gemischt (kultische Ordnung: Mk 427 L 2354; alltägliche Ordnung: Mk 55 L 237 187 2137 J 2019 u.a.; vgl. J. Morgenstern). Der röm. T. erstreckte sich von Mittern. bis Mittern. In Palästina kennt man keine eigentliche Dämmerung: auf den T. folgt ziemlich unvermittelt die eher kühle N. Der längste T. hat ca. 14 Stunden, der kürzeste ca. 10 (vgl. AuS).

2. Eine Einteilung
des Tages und der Nacht
nach Stunden kannte man in alter Zeit nicht
( Nachtwache), nur allgemeine Angaben wie »morgens«, »mittags«, abends« (Gn 38 181 1Sm 1111); erstmals ist in Js 388 (2Kg 209–11) eine Sonnenuhr erwähnt. Zur Zeit Jesu war die Einteilung des T.es in 12 Stunden (von ca. 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends) gebräuchlich (Mk 1533 p Mt 201ff J 139 452 119 Apg 215). Besonders wichtig waren auch für die alte Kirche (Did 83; Tertullian, de orat. 25) die 3., 6. und 9. Stunde als Gebetszeiten (Apg 31; vgl. C. W. Dugmore).

3. Manchmal waren N. und T. auch religiöse Symbole
( Licht, Finsternis). Von Juden und Christen wurde erwartet, daß einmal ein neuer, ewiger T. anbrechen werde ( Tag des Herrn), vor dem die N. zu weichen hat (Sach 147 Off 2125 225).
[Handwörterbuch: Nacht und Tag. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4706-7
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1276)

pfeilNachtwache    

Nachtwache

(hebr. 'aschmura, gr. phylake).

1. Aus der praktischen Notwendigkeit des Wachehaltens heraus (besonders im Kriegsfalle) ergab sich eine Gliederung der Nachtzeit. Die Israeliten kannten drei N.n: die »erste«, die »mittlere« und die »Morgenwache« (Ri 719 Ex 1424 1Sm 1111 Kl 219). Im NT ist die röm. Unterteilung der Nacht in vier N.n vorausgesetzt: abends, Mitternacht, Hahnenschrei, morgens (Mk 1335 1238 Mk 648 p; vgl. Mt 24 43 L 28).

2. Das Wachen der Gläubigen bei Nacht wurde im Anschluß an die jüd. Passanacht (Ex 1242) ein wichtiger Bestandteil auch der christl. eschatolog. Erwartung (Mk 1333ff L 1238ff Mt 251ff 1Th 51ff). Im Zusammenhang damit haben wir die frühchristl. Ostervigil, das mit ihr verbundene Fasten und das (dreimalige) Beten bei Nacht zu sehen (vgl. Äg. Kirchenordnung).
[Handwörterbuch: Nachtwache. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4711
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1276)

pfeilNacktheit    

Nacktheit

(nackt hebr. 'erom, gr. gymnós),

zunächst ein Zeichen der Armut (Hi 244ff Dt 2848). Dem Nackten und Hungrigen soll geholfen werden (Js 587 Ez 187 Mt 2536ff). N. ist aber auch etwas für die menschliche Situation im allgemeinen Bezeichnendes: nackt kommt der Mensch in die Welt, nackt verläßt er sie (Hi 121 Prd 514). Dabei wird N. zum Teil als etwas Schamhaftes betrachtet, was mit dem »Sündenfall« (Gn 37) in Verbindung gebracht wird: vor dem Fall waren Adam und Eva nackt, ohne sich zu schämen, nachher aber entstand das sexuelle Schamgefühl (Gn 225), und so ist Nacktsein überhaupt eine Schande (Js 204 Hos 25 Mi 111, Abb. Kanaaniter, Kriegsgefangene). In mehreren Fällen bedeutet aber nackt nur soviel wie unvollständig gekleidet (Hi 226 Mt 2536 1K 411). Auch geistige Unbereitschaft wird als N. bezeichnet (Off 318 1615). Bei den alten Sumerern war aber kultische N. die Regel: die Priester waren bei ihrer Dienstausübung als Zeichen ihres reinen und heiligen Zustandes nackt, später trugen sie Linnengewänder. In Israel kommt N. bei der prophetischen Ekstase vor (1Sm 1924), auch mit symbolischer Bedeutung (Js 202). In 2Sm 614 wird die teilweise N. Davids bei seinem Dienst vor der Lade von Michal übelgenommen; dieselbe kultische Scham kommt im Verbot Ex 2026 zum Ausdruck.

Paulus spricht vom Körper als Kleidung und von einem körperlosen Dasein als N. (2K 53). Nach platonischer Anschauung ist der Körper Kleidung der Seele (vgl. das gnostische Thomasevangelium, Spr 2137).
[Handwörterbuch: Nacktheit. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4713-4
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1277)

pfeilNadelöhr    

Nadelöhr

(gr. trêma [trymalià] raphídos [belónes]),

im Bildwort vom »Kamel und Nadelöhr.« (Mt 1924 p). Es hat mit einer Pforte in der Stadtmauer von Jerusalem nichts zu tun, wie vermutet worden ist. Die Lesart kámilos »Schiffstau« paßt zwar zum Bild vom N., ist aber sicher nicht ursprünglich. Vielmehr ist die rabbinische Wendung »einen Elefanten durchs N. gehen lassen« zu vergleichen (Tb Bmez 38 b). N. ist also wie »Kamel« wörtlich gemeint. Das paradoxe Bild will besagen, daß das Eingehen in die Gottesherrschaft, soweit es vom Menschen abhängt, unmöglich ist.
[Handwörterbuch: Nadelöhr. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4719
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1279)

pfeilName    

Name

(hebr. schem, gr. ónoma).

Der Name im AT.
Allgemeines.

Das hebr. Wort schem bedeutet: N., (guten oder schlechten) Ruf, Ruhm, Ansehen, Gedächtnis, Nachruhm, Person. Der auf der ganzen Welt verbreitete Glaube, daß der N. (einer Sache, eines Menschen oder eines übermenschlichen Wesens) eine mit dem Träger eng verbundene Potenz ist, war auch in Israel verbreitet. Dabei setzt das Aussprechen des N.ns die potentielle Energie um in wirkende Kraft. Wenn der N. eines Menschen (oder Gottes) über Dinge und Wesen ausgesprochen wird, werden sie der Verfügungsgewalt des betreffenden N.nträgers unterstellt: Adam benennt die Tiere und betätigt seine Herrschaft über sie (Gn 219 f); man ruft seinen N.n aus über einer Stadt oder einem Land (2Sm 1228 Am 912 Ps 4912) und unterstellt es seiner Gewalt. Der N. eines Menschen lebt in seiner Nachkommenschaft fort (Gn 2112 2Sm 1818 Dt 255ff: die Leviratsehe!). Durch Krieg oder Bann kann der N. eines Volkes ausgetilgt werden (Jos 79 Js 1422). Der Eigenn. bezeichnet die Person und ist ein Teil von ihr. Oft gilt: »Wie jemand heißt, so ist er« (1Sm 2525). In diesen Zusammenhang gehören die Etymologien von Eigenn.n (Gn 320 175 2526), die theophoren N.n, mit denen die N.ngeber ihr Verhältnis zur Gottheit umschrieben oder einen Wunsch an sie äußerten (Gn 2931–3024), die Umbenennungen (3228 4145 2Kg 2334), die symbolischen N.n (Hos 16. 9 Js 73 83), N.n, die Jahwes Gnade verbürgen (Js 714 96 Jr 236).


Der Name Gottes im allgemeinen Sprachgebrauch. Jahwe offenbart sich nach dem AT so, daß er seinen N.n kundtut (Gn 171 Ex 314 62). Der N. ist die dem Menschen zugewandte Seite Jahwes. Mißbrauch des N.ns Jahwes (Zauberei, Beschwörung, Meineid) wird verboten (Ex 207). Jahwe wird nicht herbeigezwungen durch Aussprechen seines N.ns, sondern er erscheint frei am Kultort (Ex 2024). Oft wird der N. Jahwes als Wechselbegriff für Jahwe selbst verwendet (Lv 1821 Am 27 Mi 54). Der N. Jahwes wird zu einer Hypostase Jahwes (Ps 543 8925 11810–12), ein selbständiges Machtwesen, das an sich transzendent ist, mit dem Jahwe in die Welt hineinwirkt. Mit Hilfe des Begriffs »N. Jahwes« wird vom Deuteronomium die Frage geklärt, wie Israel mit Jahwe verkehren und seiner Gegenwart: gewiß sein kann: Jahwe selbst ist im Himmel, aber er wählt einen Ort auf Erden (den Tempel von Jerusalem), wo er seinen N.n wohnen läßt (Dt 1211 1423 2Sm 713 1Kg 32 814ff). Damit ist der Über- wie der Unterschätzung des Tempels gewehrt. (Vgl. schon Ex 2320 f: der Engel, in dem Jahwes N.n wohnt!) – Die Wendung »N. Jahwes« wird oft gebraucht im Sinne von »Ehre, Ruhm Jahwes« (Js 5513 Ps 4811). Dazu gehören auch die Formeln »um des N.ns Jahwes willen« und »Jahwe ist sein N.« (Am 413 Jr 1016 Js 474), wobei die erste Jahwes Herrschaftsanspruch und Ehre unter den Völkern bezeichnet, um dessentwillen er geneigt ist oder gebeten wird, Israel gnädig zu sein (Js 251 Jr 147 Ps 233 1068), die zweite dient der feierlichen Bekräftigung unter Hinweis auf all das, was Jahwe ist und tut.


Die Formel

»im Namen(Gottes)«.

Die Formel »im N.n« begegnet da, wo jemand im vorgeblichen oder tatsächlichen Auftrag eines ändern redet oder handelt (1Kg 218 Est 222). Die Formel wird vor allem gebraucht in Verbindung mit dem N.n Jahwes, was auf ihren kultischen Ursprung weist: die Gottheit mit dem N.n Jahwe herbeirufen, Jahwe anrufen (Gn 426 Ex 3319). Die Wendung wird gebraucht beim Segnen (Dt 108), Schwören (613) und Fluchen (2Kg 224). In der Bedeutung »namens, im Auftrag Jahwes« kommt die Formel vor in Dt 1818 f. 20 Jr 1414 299 – Lügenpropheten reden dabei nur angeblich im N.n Jahwes.

Der Name im NT.
N. als »Ruf« begegnet Mk 614 Off 31, N. als »Person« in Apg 115 Off 34 1113.

Der Name Gottes.

Wie im AT gehört der N. Gottes zu der den Menschen zugewandten Seite Gottes und vermittelt die konkrete Personbeziehung; vgl. J 1228, wo die Begriffe »Vater«, »verherrlichen« und N. so miteinander verbunden sind, daß sie nur miteinander erschlossen werden können. Gott als Vater offenbart seinen N.n im ganzen Sein und Wirken Jesu, wie Jesus den Menschen den N.n Gottes (Vater) offenbart und ihn vertraulich so anredet (Mt 516 L 112 J 176. 26). Von da aus erklärt sich R 815 und G 46. Trägt Gott im NT auch keinen Eigenn.n, so ist seine Offenbarung doch an den N.n Jesu gebunden. Die Kundgabe des N.ns Gottes findet ihr Ziel darin, daß die Liebe des Vaters zum Sohn auch in den an ihn Glaubenden ist, sie schützt und eint (J 1711 f. 26 1J 47). Jesus selbst kommt und wirkt »im N.n Gottes«, in Gottes Auftrag und zur Erfüllung seines Willens (Mk 119 J 543 1025), auch bei seiner Wiederkunft (Mt 2339). Im Unser-Vater lehrt Jesus beten um die Heiligung des N.ns Gottes: Gott soll die Heiligung seines N.ns durchsetzen gegen alle seine Feinde und gegen die Sünde.

Der Name Jesu.

Die Fülle dessen, was Jesus ist und wirkt, zeigt sich in seinen N.n. So drückt der N. »Jesus« sein Menschsein und seine göttliche Sendung aus (Mt 121. 23). Der erhabene N. Jesu (H 14) ist der Sohnes-N. Der N. »Herr« – im gr. AT (kýrios) gebraucht zur Umschreibung für »Jahwe« – wird zum N.n Jesu, der damit den höchsten N.n hat und Gott gleich wird (E 121 Ph 29 f Off 1916). Jesus ist selber das »Wort Gottes« (J 11 Off 1913). In aller Offenbarung bleibt sein N. Geheimnis (Off 1912). Jesus kann auch der N. schlechthin sein (Apg 541 3 J 7). Im N.n Jesu ist die ganze Fülle des göttlichen Heils beschlossen (R 61–11 1K 611). Die Menschen bekommen »durch seinen N.n« Vergebung der Sünden (Apg 1043 1J 212). Es ist Ziel der Kirche, durch die ihr verliehenen Gnadengaben den N.n Jesu zu verherrlichen (Kol 317 2Th 112). Der N. Jesu ist auch der Grund des Dankes der Gemeinde (E 520). Wer den N.n nicht anerkennt, ist gerichtet (J 318). Gott sendet im N.n Jesu den Heiligen Geist (J 1416. 26). Wenn die Gemeinde im N.n Jesu betet, bittet sie nach seinem Willen und zur Erfüllung der Sendung, die er ihr auftrug; sie bittet aber auch unter Berufung auf seinen N.n, d.h. auf ihn selbst (J 1413 f 1516). Wer an den N.n Jesu glaubt, glaubt an seine messianische Sendung und an den eingeborenen Sohn Gottes (J 223 318), der im N.n des Vaters wirkt (1025). Die Jünger handeln im N.n Jesu, d.h. in seinem Auftrag, aber auch in seiner Kraft (L 1017 Mk 938 f Mt 185). Die Kraft des N.ns Jesu bewährt sich nach Ostern in Wundern und Heilungen (Apg 36 47 1618), wobei magischer Zwang abgewehrt wird (934 1913ff). Der N. Jesu ist Grundlage und Gegenstand der Verkündigung der Kirche (L 2447 Apg 812 R 15). Weil der Apostel von Jesus berufen ist, kann er »im N.n Jesu Christi«, d.h. in seinem Auftrag und in seiner Vollmacht, wirken (1K 110 54). Wer an Christus glaubt, bekennt sich zu seinem N.n (H 1315), leidet für seinen N.n (Mt 1929 J 1521). Der Christus-N. schließt Herrlichkeit in sich, sichert den Verfolgten den Geist Gottes (1P 414. 16) und gibt Leben (J 2031). Auf den N.n Jesu wird der Glaubende getauft, d.h. er wird – nach Analogie rabbinischer und hellenist. Ausdrücke – an Christus und Gott übereignet (Apg 816 195 1K 113. 15) oder an Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist (Mt 2819). Auf die treuen Zeugen wird Christus einst den N.n des Vaters und des Sohnes schreiben (Off 312 14 1 224); ihre N.n sind ihm bekannt und im Himmel aufgeschrieben (L 1020 J 103 Ph 43). Die Wendung »im N.n« kann schließlich auch den Grund angeben, aus dem etwas geschieht (Mt 1820 Mk 937 H 610). – Wenn der N. in Verbindung mit dem Tier (Off 131ff) oder der »großen Hure« (171ff) erscheint, steht er im Gegensatz zum N.n Jesu und bezeichnet die Selbstvergötzung dieser Gestalten, die Lästerung ist. Der N. des Tieres ist in der noch nicht enträtselten Zahl 666 verborgen.
Schließlich haben im NT auch Geister N.n: wer sie kennt, hat Gewalt über sie (Mk 59). Der Engel des Abgrundes heißt Abaddon (Apollyon), wobei dieser N. Wesen und Funktion bezeichnet (Off 911).
[Handwörterbuch: Name. Biblisch-historisches Handwörterbuch,

S. 4737-42
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1286)

pfeilNeid    

Neid

(hebr. qin'a »Eifer«, gr. phthónos), Mißgunst ( Eifer).

Im AT als Sünde dargestellt, weil er das Verhältnis zwischen Brüdern zerstört (Gn 45 f 371) und zur Nachahmung der Sünder verlockt (Spr 331 2317 241). –

Das hellenist. Judentum hob die psychische Schädlichkeit und soziale Gefährlichkeit dieser Passion hervor (Sir 148 3710 Test Sim 16 usw.).
B. Reicke

Im Hellenismus hatte der Neid besonders in den Lasterkatalogen der Stoa einen festen Platz (Epikt. Diss. II, 1645) als ein allgemein menschlicher Fehler. Mit dieser allgemeinen Bedeutung findet er sich
im NT neben Eifer und anderen Worten vom Streit (R 129 G 521 usw.). Auge.
[Handwörterbuch: Neid. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4795
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1301)

pfeilNoah    

Noah

(hebr. noah, nach Gn 529 J von hebr. nwh »ruhen«, hier im Sinne: Ruhe schaffen; LXX, NT Nôe, Josephus Noeos, Nôchos).

Im AT wird Noah dargestellt als einer der Urväter (Gn 529–928 Js 549 Ez 1414), nach J (Gn 920) Landmann und erster Weinbauer. Er wurde von Gott – nach J aus Gnade (Gn 68), nach P wegen seiner Gerechtigkeit (Gn 69) – vor dem Untergang durch die Sintflut verschont, indem er den Auftrag zum Bau der Arche erhielt, um mit seiner Familie und Vertretern der Tierwelt das Strafgericht zu überstehen (Gn 613–22 P; 71–5 J). Mit dem Ende der Sintflut, das ihm das Ausbleiben der dreimal ausgesandten Taube anzeigte (Gn 86–12 J), setzte die Arche auf, nach P (Gn 84) auf dem Ararat, womit allerdings eher das armen. Hochland (Urartu, Faltkt. I, A/B 4/5) als der heute so genannte Berg (>ebd. B 5) gemeint sein dürfte. N. verließ mit seiner Familie und den Tieren das Gefährt, brachte ein Opfer dar, das Gott wohlgefiel, und erwirkte der Erde einen neuen Bestand (Gn 820–22 J), empfing einen neuen Schöpfungssegen (Gn 91 f. 7 f P) und erhielt (gegenüber Gn 129 f P) ein neues Speisegebot (Gn 93–4 P). Gott schloß mit ihm einen neuen – den noachischen – Bund, als dessen Zeichen der Regenbogen gesetzt wurde (Gn 98–17 P). Nach der mit der Sintflut abgeschlossenen Urzeit wird N. Ahnvater der Menschheit durch seine Söhne Sem, Harn und Japheth (Völkertafel in Gn 10 J + P), nach den N.sprüchen jedoch Sem, Japhet, Kanaan benannt. – Gestalt und Geschick N.s weisen Verwandtschaft mit denen des Sintfluthelden des Gilgamesch-Epos (Taf. 6b), Utnapischtim, auf, weshalb Beziehungen zwischen den Überlieferungsstoffen angenommen werden müssen.

Im Judentum stellten

a) Apokalyptiker die Sintflut als warnendes Beispiel für das Endgericht dar (1Hen 61–112 601–25 651–6925 1061–1073; Noahbuch),

b) Weisheitslehrer die Rettung des gerechten N. als Vorbild (Sir 4417 Wsh 104).

Auch im NT finden sich diese Typen. a) Eine ebenso plötzliche Katastrophe wie die Sintflut wird die Menschensohn-Parusie bringen (Mt 2437ff p), was die Gottlosen bedenken sollten (2P 25). b) N. handelte aus Glauben und Hoffnung (H 117); seine Familie in der Arche dient als Prototyp für die Christen in der Kirche, die wieder durch Wasser gerettet werden (1P 320 f); so entsprechen sich Urzeit und Endzeit.
[Handwörterbuch: Noah. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4857-9
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1318)

pfeilNot    

Not

(hebr. sara, gr. thlîpsis »Bedrängnis«, anánke »Zwang«), Angst, Zwang, Trübsal, Unglück.

ImAT
Sie wird nach dem Verständnis des AT oft als Strafe von Gott gesandt (Gn 4221 Js 822 Ps 7849), meist durch Krieg, Feinde, Katastrophen, Krankheiten verursacht (Ex 39 Ps 2212 Jr 624 Hab 316), gelegentlich mit dem Tod zusammengestellt (Ps 186 f Jon 23). Aus der N. rettet Gott sein Volk (Ex 431 Neh 927) und seinen Gerechten (Ps 202 318 9115). Hiob lehnt den Optimismus seiner Freunde in bezug auf Erlösung und Bestrafung ab (Hi 519 1524).

Im Judentum individualisierten sich wachsend die Vorstellungen über N. als Strafe oder Gnade und wurden rechnerisch (Sir 113 317 Tob 410). Seit der Makkabäerzeit bildete die N. der Märtyrer ein Sonderproblem (1Mkk 133 2Mkk 15). Der Gedanke des stellvertretenden Leidens des Gerechten wurde gestreift (StB II, 274–99). Daneben hielt sich auch im Hinblick auf die Märtyrer das persönliche Vergeltungsschema (4Esr 725).

Im NT erscheint Jesu Angst und Not in Gethsemane unter dem Aspekt des Opfers und der Sühne (Mt 2645 p H 57ff) oder der Verherrlichung (J 1227 f, hier vor dem Abschiedsmahl). Das jüd. Vergeltungs schema ist dem NT nicht ganz fremd (R 29 2Th 16 f), jedoch durchbrochen (R 53). Allgemein werden. N. und Trübsal eschatologisch verstanden (L 2123 Apg 1422 1K 726 Off 19 714). Paulus sieht die N. besonders unter dem Aspekt der Gleichförmigkeit mit Christus (R 817 2K 410 Ph 310 Kol 124). Für die Christen ist N. ein Zeichen der Erwählung (R 835 1Th 14. 6 33 2Th 14 f), für Paulus selbst ein Zeichen seines Apostolats (2K 14–74 1210) und eine Aufgabe gegenüber den Gemeinden (2K 16 1Th 37). Im Anschluß an jüd. Traditionen sieht der H die N. als Züchtigung und Erziehung (H 1033 126). Leiden, Verfolgung.
[Handwörterbuch: Not. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4870-1
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1320)

       
 
 

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