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Auf diesen Seiten findest du, alphabetisch sortiert, Erläuterungen zu biblisch-historischen Fachbegriffen.
   
   
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Stichwort

Bibeltext

Erklärung
Lamm
Langmut
Lästerung
Lazarus
Lea
Leben
Lehrer
Leib Christi
Leiden
Licht
Liebe
Liebeslieder
Liebesmahl

Lob
Lohn
Löwe
Lüge
Lydia

Er wurde misshandelt und niedergedrückt, /
aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, /
und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, /
so tat auch er seinen Mund nicht auf.


Joh 1,36
36 Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!


Offb 5,12
12 Sie riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, /
Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, /
Kraft und Ehre, Herrlichkeit und Lob.

Offb 21,23
23 Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie und ihre Leuchte ist das Lamm.




Jes 53,7

Lamm

(hebr. tale, kebes, gr. amnós, arníon),

eine der Nahrungsquellen ( Schaf, Vieh, Viehzucht).

AT

Vor allem war es im AT eines der wichtigsten Tiere im Opferkult und den damit verbundenen Opfermahlen, was auch allegorisch-parabolisch oder symbolisch ausgelegt wird.


Im NT wird Lamm zum Bildwort für den Menschen bzw. das Gemeindeglied (L 103 153ff J 2115). Daneben findet sich in ntl. Bekenntnisformeln eine 2. Aussagenreihe über Jesus als L. Gottes. Der Zusatz »das die Schuld der Welt trägt« und die näheren Bezeichnungen Jesu als Opfer- bzw. Passal. offenbaren den Horizont der Opfersprache, obwohl weder im AT noch im nachexil. Judentum L. bzw. L. Gottes messianischer Titel ist. In der Off ist das geschlachtete L. der Sieger.
[Handwörterbuch: Lamm. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 3853
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1045-1046)

pfeilLangmut Site in Bearbeitung  

Langmut

(hebr. 'orek 'appajim, gr. makrothymía, Luther meist »Geduld«), in der Bibel die Haltung, die auch den berechtigten Zorn zurückhält (Js 489). So besonders von Gott bekannt (Ex 346 PS 8615). Gottes L. besteht in seiner Vergebung (Neh 917 Mt 1821ff), schließt aber weder Strafe (Nah 13) noch Gericht (2Mkk 614ff R 24 L 187 f) aus. Vom Menschen ausgesagt ist L. als Gabe des Geistes (G 522) Ausdruck des Anteils an der neuen Schöpfung (1K 134).
[Handwörterbuch: Langmut. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 3867
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1049)

pfeilLästerung    

Lästerung

(hebr. giddeph »schmähen«, qillel »geringschätzig behandeln«, naqab »brandmarken«, berak eigentlich »segnen«, aber auch »lästern«; gr. blasphemía),das Fluchen oder Schmähen Gottes oder des Königs. Die Strafe dafür war im AT Steinigung außerhalb des Lagers (Lv 2416). Später wurde mit dem Tod bestrafte L. auf Fluch unter Aussprechen des Gottesnamens begrenzt (M. San. VII, 5). Für die häufige Behauptung (auf Grund einer Mißdeutung von Lv 2416), daß das Aussprechen des göttl. Namens bei Todesstrafe verboten war, fehlt der Beweis; auch steht sie im Gegensatz zum gelegentlichen, eindeutigen Gebrauch (M. Ber. IX, 5 Schluß). Im hebr. AT und LXX verbindet sich die L. immer mit einem Ton der Verachtung der Gottheit gegenüber. Im NT sind das Hauptwort und das verwandte Verb häufig zu finden und werden wie im Griechischen gebraucht, um Verleumdung und Schmähung des Nächsten wie den Spott der Majestät Gottes gegenüber auszudrücken. In den Evv wird Jesus speziell der L. beschuldigt, weil er den Menschen die Vergebung der Sünden verkündete (Mk 57) und »sich als Gott ausgab« (J 1033); L. werfen ihm auch die Hohenpriester nach seiner Gefangennahme vor (Mk 1464). Das messianische Bekenntnis war nach rabbinischem Gesetz keine L., jedoch konnte ein Angriff durch Wort oder Tat auf den Tempel, die Stätte Gottes, wohl als solche angesehen werden. Der Ausdruck wird häufig von den ntl. Schriftstellern für die Christus beleidigende Verleugnung im Hinblick auf die ihm zustehende Stellung gebraucht (Mk 1529 L 2265). Die Aussage, daß es für die L. gegen den Heiligen Geist keine Vergebung gibt (Mt 1232 p), drückt offenbar das Entsetzen vor der bewußten und vorsätzlichen Verspottung der Offenbarung und Gnade aus (H 1029).
[Handwörterbuch: Lästerung. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 3881
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1051)

pfeilLazarus

   

Lazarus

(gr. Lázaros), Kurzform des hebr. Verbalsatznamens Eleasar (= Gott hilft). Der Name wird im Gleichnis L1619–31 dem gelähmten Bettler vor der Tür des Reichen beigelegt und bezeichnet in der Totenerweckung J 111–40 eine dem Evangelisten aus der traditionellen Erzählung gegebene Gestalt aus Bethanien, die er mit Maria und Martha geschwisterlich verbindet und dem Freundeskreis Jesu zurechnet. Die Bedeutung des Namens ist für seine Wahl im Gleichnis bestimmend und auch in der Erweckungsgeschichte lebendig, in der er zur christologischen Aussage wird. Ein literarischer Zusammenhang zwischen L 16 und J 11 läßt sich nicht nachweisen.
[Handwörterbuch: Lazarus. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 3896
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1054)

pfeilLea    

Lea

(hebr. le'a), Tochter Labans, Schwester Rahels (Gn 2916), dem Jakob an Stelle Rahels als die ältere als Frau untergeschoben (Gn 2923. 26).

Ihre Familiengeschichte ist beherrscht von Neid (gegenüber ihrer »schönen« Schwester ist sie häßlich: sie hat »matte Augen«), Eifersucht und Bangen um Kindersegen. Sie ist Mutter von sechs eigenen Söhnen: Rüben, Simeon, Levi, Juda, Isaschar, Sebulon, und zwei Magdsöhnen: Gad, Asser, sowie der Tochter Dina (Gn 3021 3523 4615). Ihr Grab ist in Machpela bei Hebron (Gn 4931). Von den 12 Stämmen werden somit acht auf sie zurückgeführt, darunter der Fürsten- und der Priesterstamm, weshalb Lea als Stammutter gepriesen wird (Rt 411).
[Handwörterbuch: Lea. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 3898
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1054)

pfeilLeben    

Leben

(hebr. hajjim, plur. intensitatis; gr. zoe), ein Besitz und ein Zustand, eventuell auch nach dem Tode.

Im Judentum setzte sich über den im AT gegebenen Begriff des L.s hinaus die Annahme weithin durch, der Tod sei Strafe für begangene Sünde (StB III, 228 f; vgl. Totenreich, Abb.). Seit der Makkabäerzeit gewann die Erwartung eines ewigen L.s nach dem Tode an Boden ( Auferstehung). Eine Hoffnung auf ewiges L. ist auch für Qumran festzustellen (Dam VII, 6: »tausend Geschlechter lang«). Ob dabei an eine Totenauferstehung (Hod VI, 34?) oder an ein ewiges Weiterleben (4 QpPs 37 II, 3: »am L. erhalten«; vgl. Abb.) gedacht ist, bleibt vorläufig offen.

Im NT

müssen drei gr. Begriffe beachtet werden.

Wichtigster Begriff ist zoe, Leben im Gegensatz zum Tod.

Bíos bezeichnet die L.sweise (1T 22; vgl. zudem Mk 1244 L 843 1J 317).

Für das leibliche L. steht oft psyche (Mt 220 J 1015 Apg 1526).

1.
Für die Synoptiker und
die Apg

ist die Voraussetzung, daß Gott lebt (Mt 1616) und L. gibt (Apg 1725). L. hat der Mensch, solange seine Seele in ihm ist (Apg 2010; vgl. Mt 2756). Diese Möglichkeit des L.s (psyche) wird dem geheilten Kranken neu geschenkt (Mt 918 Mk 523). Der Sinn des L.s aber liegt nicht im Lebendig-Sein, sondern in der Beziehung zu Gott (Mt 44 L 1028). So gilt der verlorene Sohn in der Fremde als tot, ist aber – wieder heimgekehrt – »lebendig geworden« (L 1513). Während Jesus mit den Pharisäern für die Auferstehung der Toten eintritt (Mk 1218ff), liegt das Gewicht seiner Botschaft nicht auf dieser Erwartung, sondern in der Verkündigung des Reiches Gottes. Der Lohn der Jünger, »ins L. einzugehen« (Mt 188 1929), meint soviel wie »ins Reich Gottes eingehen«. Eine Beschreibung des L.s nach dem Tode wird darum (außer Mk 1225 L 1619ff 2343) offenbar vermieden. –

2.

Bei Johannes ist das, was die Bezeichnung L. wirklich verdient, vor bloßen L.säußerungen (psyche J 1011ff 1225 u.ö., bíos: 1J 216) deutlich hervor gehoben (immer zoe). Wirkliches L. hat nur Gott selber (14 657 1250 172). Es ist eo ipso ewiges L. Darum gibt es für den Menschen L. nur in der Hin wendung zu ihm, d.h. allein im Glauben an Jesus Christus (316), der selber das L. ist (146). Die Juden suchen es anderswo und finden es darum nicht (540). So bleiben sie unter dem Zorn Gottes (336). Einige Stellen (414 627. 58 1225, umstritten sind 529 640) sehen eine zukünftige Form dieses L.s. Doch liegt der Akzent bei J nicht auf einem L. nach dem Tode. Ewiges L. ist hier als ein gegenwärtiges, aus dem Glauben an Jesus erwachsenes (524 1J 314) und in der Liebe sich äußerndes (159ff 1J 414) verstanden. –

3.

Für Paulus ist – in Anlehnung an jüd. Tra dition – menschliches L. immer »L. im Fleisch« und so vergänglich (2K 411). Entscheidend ist aber nicht die Vergänglichkeit, sondern wer das L. bestimmt, ob die Sünde oder Christus, der mit der Sünde auch den Tod überwunden hat. Der Christ »lebt im Fleische« aber nicht »nach dem Fleische« (R 812 f). L. unter der Herrschaft der Sünde gilt als tot (R 810 Kol 213). Durch die im Glauben gehorsam ergriffene Heilstat Gottes (R 117) kommt der Mensch zu neuem L. in der Freiheit (R 8 G 5). In ihm spiegelt sich jetzt schon das ewige L. (R 622) wider (1K 13). Auch der leibliche Tod trennt nicht mehr vom Herrn (R 833). Aber L. nach dem Tode gibt es nur kraft der Auferstehung Jesu (1K 15: keine Unsterblichkeit der Seele!). Sein Inhalt ist: »Beim Herrn zu sein« (Ph 123; vgl. auch 1Th 219 f 510 1K 1312 R 517). Nach Ph 123 erwartet Paulus den Übergang gleich nach dem Tode (anders 1Th 415ff 1K 15). – 4. Von den übrigen Schriften sei erwähnt 1P 319 mit der Vorstellung vom Weiterexistieren der verurteilten Geister. – In der die Auferstehungshoffnung stärkenden Off fällt das gänzliche Fehlen des Begriffes »ewiges L.« auf. Noch mehr als die persönliche Hoffnung (beschrieben in Off 204 f 223 f) ist dem Seher der in Jesu Wiederkunft offenbarte weltweite Sieg Gottes ( Gericht) über das Böse und den Tod Ziel des L.s der Gläubigen.
[Handwörterbuch: Leben. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 3907
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1059-1060)

pfeilLehrer    

Lehrer

(hebr. more »einer, der Anweisung gibt«, auch hakam »Weiser«, gr. didáskalos), religiöser Wegweiser und Erzieher.

Im Judentum wies der L. aus der Tora Gottes Weg (schon 2Ch 177–9 erwähnt). Er gab Anweisung zur Ordnung des Verhältnisses des Menschen zu Gott und zum Nächsten im Sinne des göttlichen Willens. Seit dem 1. nachchristl. Jh. gab es den approbierten und ordinierten, gerne Rabbi genannten L. der Tora, der die Wege Gottes lehrte (Mt 2216 p). Der L. »lehrt«, d.h. er gibt ein begründetes und autoritatives Urteil in halachischen Fragen ab. Er trifft Lehrentscheidungen (Sanh. 11, 2; Ber. 2, 5ff). So wird auch Jesus als der Tora-L. dargestellt, jedoch in Selbständigkeit gegenüber der Tora (Mt 5): »Ich aber sage euch...« Welche Rolle der jüd. L. spielen konnte, wird deutlich an den Qumrantexten. Der L. der Gerechtigkeit ist der L. schlechthin. Er ist Priester, Gesetzesforscher, Torainterpret und Gesetzgeber (m·hoqeq; Dam I, 11; VI, 7; VII, 18). Er ist der Stern (Dam VII, 18; Nm 2417 = Merkur = hermeneùs toû nómou). Er empfängt Offenbarung von Gott, Geheimnisse (1QH I, 21 IV, 27 f VII, 26 f). Gott hat ihm kundgetan alle Geheimnisse der Worte seiner Knechte, der Propheten (1QpHab VII, 4). Er ist Vater und Amme der Gemeinde (1QH VII, 20–22; vgl. G 419). Er ist Träger des Heiligen Geistes (1QH VII, 6–7). An ihm scheiden sich Leben und Tod, sofern die durch ihn belehrten Täter des Gesetzes errettet werden (1QpHab VIII, 1–3 V, 5 XI, 4). Durch den L. der Gerechtigkeit führt Gott den heiligen Rest auf dem Weg seines Herzens (Dam I, 11). Er ist eine eschatologische Gestalt (Dam VI, 11). Er ist der Gesetzes-L. (Dam VI, 7), vielleicht ist er auch mit dem »eingeborenen Propheten« (TBenj 9, 2) gemeint. Er ist verachtet (1QH VIII, 26 II, 12 IV, 8. 9 b. 23 V, 22). Er leidet als Gottesknecht (1QH VIII, 36 IX, 30). Er ist der Auserwählte (1QpHab V, 4 IX, 12). Der Begriff des L.s umfaßt also mehr als die Weitergabe von Lehre und Lehrentscheidung. Er kann auch Träger und Garant der Offenbarung und der Gründer der endzeitlichen Gemeinde, der eschatologische Prophet sein.

NT

So ist im NT die Lehre Jesu zugleich Offenbarung über ihn selbst, nämlich als Selbstmitteilung und Belehrung von seiten des L.s Jesus. Der L. Jesus legt das Gesetz aus (Mt 521ff 153ff 2237ff). Er kann das Gesetz einer Kritik unterwerfen (Mk 715). Er kann dem Gesetz wie ein Souverän gegenüberstehen (Mt 728 f Mk 122; so Dodd, anders Klausner: ohne Berufung auf Schriftstellen). Darum wird der L. Jesus zugleich für einen Propheten gehalten (Mk 615 828). So wird Jesu Wirken als L. gerade in den Summarien der Evv dargestellt. Jesus ist der messianische L., der die »Gründe des Gesetzes« lehrt. Als ein Lehrender setzt er sich (Mt 51 L 416 53, Stuhl). Die Selbstbezeichnung Jesu als L. ist historisch unsicher (Mt 1024 a. 25 a = L 640 ist ein Sprichwort; Mtl 1024 b. 25 b ist weitergebildet in dem Gegensatz Herr-Knecht; in J 1313 f steht ho kýrios neben ho didáskalos, und hier ist das Sprichwort zur Selbstbezeichnung geworden). Mk 1414 gehört zu einer innerhalb der Leidensgeschichte sekundären Perikope. Den ursprünglichsten Eindruck macht Mt 238. Die spätere kirchliche Überlieferung (besonders Eusebius in Ps 11897) läßt aber Jesus wieder als den himmlischen L. erscheinen: »denn einer ist euer L. im Himmel«. Die häufige Anrede als L. wie die Wendungen »kommen zu«, »folgen«, »Jünger« stützen die Annahme, daß Jesus schon zu Lebzeiten als L. angesehen wurde. Lukas läßt Jesus von den Jüngern als Meister (gr. epistátes) angeredet werden, also als einen Mann von besonderer Autorität (L 55 824. 45 933. 49 1713). Johannes bezeichnet Jesus als den L. schlechthin, im Gegensatz zu Moses (J 545 f 928). Ferner ist Jesus der L., von Gott gekommen (J 32), der die Lehre des Vaters weitergibt (J 828), also nicht L. in einer Traditionskette. Eine ähnliche Rolle spielt der Heilige Geist als L. (J 1426 1J 227). Paulus ist L. und Schriftgelehrter, mit neuen Themen. Er tradiert Jesu Lehre, trägt aber Lehre in eigener Autorität vor (1K 710–12. 40 1437 R 1414). Die Past geben ihm den Ehrentitel »Herold, Apostel und L. der Völker« (1T 27 2T 111). So tritt er als Autorität neben die Apostel in Jerusalem. In den Past wird das Lehramt besonderen Personen vorbehalten, Apostelschülern und Gemeindeleitern, die als L. befähigt (gr. didaktikoí) sein müssen (1T 32 2T 224). Das Lehren der damit betrauten Personen ist autoritative Entscheidung und darum der Frau verwehrt (1T 212).
Die Apostel sind überhaupt mit der Lehre Jesu beauftragt (Mk 630 Mt 2820). Als L. versteht sie die Apg (242 usw.). Gegenstand der Lehre sind die Auferstehung Jesu, der Ruf zur Buße, das Anerbieten der Sündenvergebung.


Das Urchristentum kennt den L. als Charismatiker. Die L. gehören zu den übergeordneten Charismatikern (1K 1228). Im E bleiben in dieser Rolle die Apostel und Propheten

(E 220), während die L. ihren Dienst unter der Leitung der Gemeinde tun (E 411), neben den Hirten, aber hinter den Evangelisten, den Missionaren. Die Didache

( Lehre der zwölf Apostel) zeigt den Übergang zum Amt der Bischöfe und Diakone, die die Funktion der Propheten und L. übernehmen (DidlSi). Schule


[Handwörterbuch: Lehrer. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 3933
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1066)

pfeilLeib
   Christi
   

Leib Christi
(gr. sôma toû Christoû),

Begriff der paulinischen Kirchenlehre (R 125 1K 1016 f 1213. 27 E 123–530 Kol 118–315). Analogien bilden der korporative Begriff des Volks im AT (etwa Js 15 f 914 f) und der der Welt im Hellenismus (etwa Orph. Fragm. 168), aber die paulinische Ausführung ist originell. Christus wird als Oberhaupt und Wesensfülle des Kollektivs und des einzelnen gedacht (1K 113 E 122 Kol 118 219), die Christen erscheinen als Angehörige und Nutznießer dieser vorgegebenen Gemeinschaft, so daß ihre Einheit trotz Vielfalt selbstverständlich ist (R 124 f 1K 1212 E 216 44 Kol 315). Hinweise auf Christi Opferleib (R 74 1K 1124), Taufe und Abendmahl unterstützen den Gedanken (1K 1016 1127 1213 E 45 Kol 212).
Handwörterbuch: Leib Christi. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 3940
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1068)

pfeilLeiden     Leiden
(hebr. holi »Krankheit«, nega' »Schlag«, 'oni »Elend« u.a.; gr. im NT páthema, als Verb páschein), Plage, Unglück (Not, Plage, Unheil).

Aus der Religionsgeschichte sind babylon. Texte anzuführen, welche das Leiden des Unschuldigen erörtern (Ludlul bel nimeqi, Bußpss u.a.).

Das AT betrachtet das L. grundsätzlich als gottgesandte Strafe der Sünde (Gn 316 f 67 Js 14 f Am 36 Kl 15). Es wird auch bösen Geistern, verschiedenen Gegnern und Mächten zugeschrieben (1Sm 1614 böser Geist bei Saul; Ps 32 Feinde; 916. 18 Heiden, Todesmacht; 2213–22 Unglücksmächte, mit wilden Tieren verglichen). Jahwe wird oft als Retter ( Erlösung) gepriesen (610 91 usw.) und das L. gern als Prüfung oder Läuterung dargestellt (Gn 2212 Ps 114 6610 Sach 139). Das unleugbare L. des Gerechten wird nicht erklärt, aber das Problem sublimiert: entweder mit Hinweis auf die Überlegenheit der Gottesmacht (Ps 7325 Hi 382) oder auf die Stellvertretung des Gottesknechtes (Js 494–7 f 504–9 533–12 Knecht Gottes).

Nach dem babylon. Exil und dann unter der seleukidischen und röm. Herrschaft kämpfte das Judentum mit der Frage der Gerechtigkeit: wie sich L. und Triumph des Gottesvolkes miteinander vertragen mochten. Erzählungen wollten die Hoffnung stärken (Tob 1114 f Jdt 1617 Est 92 Dn 329 2Mkk 339), ebenso Apokalypsen (Dn 714 1Hen 809. 20). Programmschriften empfahlen Resignation (Prd 222 f), Quietismus (Wsh 31) oder umgekehrt Märtyrermut (4Mkk 183). Schließlich fand man Trost im Gesetz (4Esr 1447).

Im NT erscheint Leiden als term. techn. nur mit Bezug auf Christus und die Christen. – a) Allerdings ist nach den Evv schon das natürl. Leben von L. geprägt: denn Jesus bot in Israel denjenigen Erlösung an, die von Krankheit und Dämonen, Sünde und Gesetz geplagt waren (Mt 423 p 92 p 36 p 1128 L 418 J 129 316 55), wobei das L. nicht immer eine Strafe sei, gelegentlich aber ein Mittel zur Warnung (L 133. 5) oder zur Verherrlichung (J 93). Paulus sah die Menschen ebenso unter Sünde, Gesetz und Dämonen geknechtet (R 39 G 43 f) und fand ein allgemeines L. darüber im Seufzen der Schöpfung (R 822), obwohl die Vernunft der Menschen geblendet sei (121). – b) Jesus lebte, um leidenden Menschen beizustehen und dann öffentlich zu leiden und zu sterben: dieser Gedanke hält die Evv zusammen. Wie und wann seine an Gottesknecht und Opferlamm erinnernden Gedanken über das L. reiften, läßt sich trotz interessanter Versuche nicht feststellen. Klar ist nur, daß die Jünger erst allmählich und widerwillig dieses Geheimnis ahnten, nach den Evv durch Jesu intensivierte Aussagen vor der Passion (über sein L. in Mt 1621 p 1722 f p, sein Opfer in 2018 f p 2628 p J 1224) und durch ihr vertieftes Schriftverständnis nachher (L 2427. 44; Jesus als Gottesknecht in Apg 313. 26 4. 27. 30). Ohne theologischen Kommentar liefern die synoptischen Evv eine L.stheologie durch ihre Ausrichtung auf den in harmonisierende Zeitabschnitte eingeteilten Passionsbericht (Mt 212–2810 p), mit intermittentem Kommentar ebenso das vierte Ev (J 121–2031). Jesu königliche Erhabenheit (vgl. Einzug, Salbung) zeigt sich gerade in seiner Schande, Plage, scheinbaren Gottesverlassenheit, offiziellen Verurteilung (Kreuzestitel, ferner Mt 2754 p J 1837). Das urchristl. Kerygma gab die Konsequenz dieser Erniedrigung und Erhöhung an: Gott machte seinen Knecht zum Herrn des Volks (so Petrus nach Apg 236), seinen Christus zum Opfer für die Sünden (so Paulus in 1K 153). In den Briefen und der Off wurde das Sühne-L. Christi ein reich entwickeltes Motiv (R 325-Off 223). – c) Jesus hatte Vorgänger im L. (Mt 512 2330 Apg 752 H 112), erwartete auch Nachfolger (Mt 511 p 1022 1624 p J 1520). Sein eigenes L. erschien der Kirche als die absolute Quelle des Heils, zugänglich durch Glauben (J 316 R 325) und Nachfolge (Apg 541 Phil 129 310 H 1312 f 1P 219–25 41). Paulus wußte sich als Apostel einem vom Teufel bewirkten L. besonders ausgesetzt (2K 64 f 1123–33 L.kataloge; 127 Engel Satans). So ist das L. der Christen ein Zeichen ihrer Erwählung (R 53 Jk 12 1P 17 413. 17).
Handwörterbuch: Leiden. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 3953
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1071)

pfeilLicht    

Licht

(hebr. 'or, gr. phôs), Schöpfungswerk und Offenbarungsweise Gottes.

Im AT ist das Licht zunächst das irdische, mit der Schöpfung (Schöpfungsbericht) gegebene L. des Tages (Gn 13. 5). Die Sonne bleibt dem L. untergeordnet, was sich auch in der Symbolsprache auswirkt (Hos 63. 5 Js 588). Inhaltlich symbolisiert das L. vor allem Glück und Heil (Am 520 u.ö., Ps 271 u.ö.). Gott ist Schöpfer und Geber des L.es (Ps 3610); er wird nicht selbst als L. beschrieben, aber L.phänomene ( Herrlichkeit) können seine Epiphanie begleiten (Ps 1042 Ez 432). –

Im Judentum betonte die Qumrangemeinde besonders stark den universellen und religiösen Gegensatz von L. und Finsternis (Milh; Sekt [1QS] III, 13–IV, 14).

Im NT macht sich die jud. Vorgeschichte des Begriffes in Ausdrücken wie L. der Welt (Mt 514 J 812) und Kinder des L.es (1Th 55) bemerkbar, vor allem aber in der Auffassung des L.es als einer Sphäre des moralisch Guten, die dem Bösen gegenübersteht (J 319 E 58 f). Ausgesprochen atl. ist das Bild des eschatolog. Anbruches des L.es oder Tages (R 1312 f 2P 119). Spezifisch urchristl., jedoch im AT vorgebildet, ist die Verknüpfung des L.es mit der Proklamati-
Handwörterbuch: Licht. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4005
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1082)

pfeilLiebe    

Liebe

(hebr. 'ahaba; hesed [Gnade]; besonders 'ahab »lieben«; gr. agápe).

Im AT
a)
Daß die Gottheit ihren Verehrern in L. zugetan ist, ist eine in der Welt der Religionen keineswegs selbstverständliche Aussage. Israel hat sie im Blick auf seinen Gott Jahwe gewagt. Der Satz, Gott habe das von ihm erwählte Volk lieb, wird im sogenannten Vätergottglauben wurzeln: das Verhältnis der dem Ahnherrn einst erschienenen Gottheit zu diesem Ahnherrn und dessen Nachkommen ist ein sehr persönliches; die Gottheit weiß sich zu Schutz und Fürsorge jener Sippe verpflichtet, die sich ihrer Führung anvertraut hat.
b)
Die Frage, warum Jahwe gerade das so geringe Volk Israel erwählt habe, beantwortet das Dt mit der schlichten Feststellung: Jahwe hat dieses Volk geliebt, darum »hing er sich an es« (Dt 76ff). Dem Deuteronomiker schwebte bei solchen Sätzen gewiß die Vaterl. als Vorbild vor (Dt 85).
c)
Hos sieht ebenfalls als Grundmotiv des Handelns Jahwes mit seinem Volk die göttliche L. Neben der L. des Vaters zum Sohn ist es aber mehr noch die zärtlichere L. der Ehegatten zueinander, die dem Propheten als Vorbild dient, die auch als Bild des Verhältnisses Jahwe-Israel herangezogen wird (vgl. vor allem das sogenannte Eheerlebnis Hos 1–3). Wie stark und wie tief Jahwe Israel trotz seines Bundes bruchs liebt, hat Hos am schönsten in jenem fast paradoxen Satz ausgedrückt, daß Gottes L. schier mächtiger ist als Gott selbst (Hos 118) – ein Satz, den Jr dann aufgenommen hat (Jr 3120). Dtjs hat Jahwes L. als noch stärker als die Mutterl. dar gestellt (Js 4915; vgl. bei Tritojs Js 6613).
d)

Jahwes personhafte L. zu Israel fordert als Antwort die L. des menschlichen Bundespartners zu seinem Gott. Diesen Zusammenhang betont wiederum der Deuteronomiker besonders (Dt 1015). »Israel« und »Jahwe Liebende« können Austauschbegriffe werden; das sind diejenigen, die – wie es öfter in solchem Zusammenhang heißt – seine Gebote halten. Das AT kann also die Erfüllung göttlicher Forderungen als manifesten Ausdruck der L. zu Gott ansehen, und die bekannte Stelle Dt 65 fordert gar diese L. in einem »Du sollst«, obwohl doch L. ihrem Wesen nach niemals befohlen werden kann. So scheint der Ton weniger auf der L. selbst (als triebhaftem Affekt) als vielmehr auf den ethischen Auswirkungen der L. zu Gott zu liegen.
e)

Selbstverständlich kennt das AT neben diesem religiös verstandenen L.sgedanken auch die »profane« L. in weitestem Sinne, und diese als »spontanes Gefühl, das zur Selbsthingabe drängt« (ThW I, 21) ist gewiß erst Ausgangspunkt der religiösen Vorstellungen von der L. geworden. L. manifestiert sich im Trieb der Geschlechter, in dem Verhältnis der Ehegatten zueinander (Hl !); sie ist zwischen Blutsverwandten selbstverständliche Gegebenheit, kann freilich manchmal unversehens in tödlichen Haß umschlagen; schließlich sei an die hie und da in geradezu klassischer Form geschilderte Freundesl. erinnert (David- Jonathan). Auch die L. zum Nächsten, insbesondere zum sozial Schwächeren kann um der ethischen Auswirkungen willen, die diese L. hat, in der Form eines »Du sollst« gefordert werden (Lv 1928). Ex 234 f kommt nahe an das Gebot der Feindesl. heran (vgl. auch Gn 5019ff). Die Forderung der L. zum Mitmenschen beschränkt sich aber auf den Volksgenossen; lediglich der Beisasse ist noch mit eingeschlossen.

Das Judentum kennt die L. als Inbegriff der Frömmigkeit (Arist 227 f), sogar L. gegen alle Menschen und kann das Gesetz auch in einem Mt 712 verwandten Satz zusammenfassen.


NT

Jedoch darf die L. im NT nicht als bloße Steigerung des jüd. L.sgebotes verstanden werden. – Beim ntl. Begriff der L. ist zu beachten: a) Unter den sich anbietenden gr. Begriffen (agápe, éros, filía) haben die ntl. Autoren éros ganz vermieden und (wie die LXX) den neutralen Begriff agápe (selten das gefühlsbetontere filía) gewählt. Das bedeutet eine Absage an die sich selbst suchende und erhebende L. (= éros; vgl. die gnostische Erlösungslehre) und den Anschluß an das atl. Verständnis der L. als Hingabe. – Das Gewicht der freien L. Gottes, die sich zum Menschen hinneigt, kommt eindrücklich im Aufriß des Mk zum Ausdruck. An drei entscheidenden Punkten der Wirksamkeit Jesu (Taufe Mk 111, Verklärung 97, Anfang des Leidens 126) nennt er Jesus den »geliebten Sohn«. Abgesehen vom zitierten Doppelgebot (Mk 1230 f) sagt Mk L. nur von Jesus aus (Mk 1021). Mt und L bemühen sich außerdem um die L. des Jüngers zu Gott (Mt 624 p) und zu den Menschen (Mt 543ff – im Gegensatz zur Sekte von Qumran? – L 75). Auch die L. des Jüngers ist von der im Gottesreich geschenkten L. Gottes nicht zu lösen (Mt 5!). – Die Apg ersetzt das Wort L. durch andere Begriffe (Diakonie Apg 62 1129, Gemeinschaft 44ff). – Daß Gott die Welt liebt (J 316) und der Jünger in und von dieser L. lebt (J 1726), ist ein Hauptmotiv des J und findet in der an Stelle der Einsetzung des Abendmahls berichteten Fußwaschung (13) einen beredten Ausdruck. L. umfaßt den Glauben (L 842), das Halten der Gebote (L 159 f) wie die Verbindung mit Christus (L 1423), kurz: das ganze Dasein des Jüngers (vgl. bei Paulus: »in Christus sein«). Daß Gott nicht nur liebt, sondern »L. ist«, kennzeichnet die Ausdrucksweise der J-Briefe. – Während für J schon die Menschwerdung des Sohnes die L. Gottes offenbart, sieht Paulus diese L. ganz im gehorsamen Sterben Jesu am Kreuz konzentriert. In der Bindung an den gestorbenen und erhöhten Herrn kommt es in der Gemeinde zur brüderlichen L. (Ph 21–12 E 12–14). So wird in der Freiheit vom gesetzlichen Denken das Gesetz erfüllt (R 1310). Was in dieser L. sich äußert, ist ein Stück der »neuen Kreatur« (1K 13; vgl. 2K 517 und G 522). – Der soziale Charakter dieser L. wird sichtbar in den L.smahlen (Jd 12; vgl. 1K 1120 f), überhaupt in der urchristl. Armenpflege (Apg 6).
[Handwörterbuch: Liebe. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4009-4013
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1084-1085)

pfeilLiebeslieder    

Liebeslieder,

profane, aber auch religiös orientierte Lieder. Die »Stimme« des Bräutigams und der Braut galten als Inbegriff der Freude, ihr Verschwinden als Zeichen des Gerichtes (Jr 734 169), ihre Wiederkehr als Zeichen erfahrener Begnadung (Js 6110 Jr 3311). Ihr Ausdruck wird eine populäre Liebeslyrik gewesen sein, ihr »Sitz im Leben« die siebentägige Hochzeitsfeier (Gn 2927 f Ri 1410–18). Als Sammlung von L.n pflegt das Hohelied zu gelten. In Wechselgesprächen (Hl 19–17 412–51), Beschreibungs- (41–7 59–16 64–7 71–6. 7–10) und Sehnsuchtsliedern (31–4 711–14), im Preis des Paares als König und Königin (36–10 68–10) läßt es Werbung (28–14) und Liebesverlangen in naturnaher Bildsprache zum Ruhm geschlechtlicher Liebesgewalt als Flamme Jahwes erklingen (86 f). Hoheslied, Lied.
[Handwörterbuch: Liebeslieder. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4016
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1085)

pfeilLiebesmahl    

Liebesmahl

(gr. agápe »Liebe«),

im Urchristentum neben »Herrenmahl«, »Brotbrechen«, »Eucharistie« usw. term. techn. für die kultischen Mahlzeiten der Christen (nur in Jd 12; vgl. aber J 131 und IgnSm 62 71 82; IgnR 73). Es besteht kein Grund für die Auffassung, daß Termini wie »Eucharistie« und L. auf verschiedene Mahltypen zurückzuführen sind. Die Bezeichnungen wechselten einfach mit dem hervorgehobenen Aspekt der Mahlfeier. Die Bezeichnung L. betont die liebevolle Gesinnung, die die Mahlzeiten der Christen kennzeichnete. Hier entstand eben die christl. Diakonie (Apg 6ff). Die zum L. mitgebrachten Gaben (das L. war anfänglich noch ein wirkliches Mahl) wurden durch die Diakonen verteilt, mit besonderer Berücksichtigung auch der abwesenden Armen. Leider entartete das L. öfters in Trinkgelage, bei denen judaistisch-gnostische, gelegentlich auch zelotische Tendenzen eine Rolle gespielt haben dürften, vgl. die Polemik in 1K 1117ff Jd 12 2P 213 (Reicke). Diese Gefahren trugen zur allmählichen Trennung von L. und Abendmahl (Eucharistie) bei. In Did 91ff zB geht das L. dem Abendmahl voran (Dibelius). Das später völlig vom Abendmahl geschiedene L. wurde im 4. Jh. in der Kirche verboten und verschwand im 7. Jh. zugunsten wirksamerer Mittel der Armenpflege.
[Handwörterbuch: Liebesmahl. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4017
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1085-1086)

pfeilLob    

Lob, Preis.

(hillel, hoda, berak, zamar, giddel, romem u.a.),

Das AT hat eine Fülle von Vokabeln für loben oder preisen (hillel, hoda, berak, zamar, giddel, romem u.a.), die in unseren modernen Sprachen meist schwer wiederzugeben sind, weil im AT die Worte für loben und preisen noch Begriffe umfassen, die sich später verselbständigt haben, wie Anbetung, Bewunderung, Dank.
L. und P. haben einen wichtigen Platz im Verhältnis des Menschen zu Gott. Das L.en Gottes ist ein wesentlicher Ausdruck für das Bejahen, das Anerkennen Gottes (Hi 111) in seinem Sein und in seinem Wirken (vgl. das ntl. Glauben). Das L.en und P.en Gottes geschieht besonders in den > L.pss (Ps 718 82 usw.). In ihnen zeigen sich zwei Grundweisen des L.s: 1) das preisende Erzählen der helfenden Taten Gottes – an einem einzelnen (Ps 9. 18. 30 usw.) oder an seinem Volk (Ps 124. 129) – vor anderen: das berichtende oder bekennende L. (Verb hoda; Gattung Dank-Ps); 2) das Beschreiben Gottes in seinem Handeln und in seinem Gottsein im ganzen, das L. seiner Majestät und seiner Güte (Ps 8. 29. 33 usw.): das beschreibende L. (Verb hillel; Gattung Hymnus).

Im Judentum war das L. Gottes ein Ausdruck der Frömmigkeit beim Gebet (Tob 311) und Gesang (Sir 511–12; Hodajot, Lobgesang).

Im NT ist es zunächst Gott, der Lob (gr. épainos) spendet (R 229 1K 45). Er empfängt für die Christustat selbst L. von Engeln (L 213) und Christen (E 16. 12. 14); es ist ein P., eine »Ehre« (dóxa), wodurch er sich in seiner Herrlichkeit noch mehr verherrlichen läßt (L 214 1T 117 Off 49).
Handwörterbuch: Lob, Preis. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4062
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1100)

pfeilLohn    

Lohn (hebr. sakar u.a., gr. misthós), freiwillige, festgesetzte oder vereinbarte Vergütung für eine Dienstleistung.

AT

In den altoriental. Gesetzgebungen (zB Cod. Harn.) findet man L.regelungen für Arbeiter und Handwerker sowie Bestimmungen über Miet- und Pachtgelder für gemietete Sklaven, Arbeitstiere usw. In der Bibel wird das Entgelt der L.arbeiter, Handwerker und Bediensteten L. genannt (Dt 2414 f 1Kg 520 Tob 54 Mt 208), ebenso die Priestern und Propheten geleistete Abgabe (Nm 1831 227), der Sold der Soldaten (Ez 2918) und auch das Mietgeld der Lasttiere (Ex 2214). Der L. sollte (im Sinne von Lv 1913 Dt 2415) noch am Abend des Arbeitstages ausgezahlt werden (vgl. Mt 208). Er wurde entweder in Naturalien (Anteil am Arbeitsertrag Gn 2915–20 3028–34) oder in Geld bezahlt. Der Tage-L. betrug in hellenist. und ntl. Zeit 1 Drachme bzw. 1 Denar, wozu noch Beköstigung kommen konnte (Tob 515 Mt 202). – Gegen Vorenthaltung des L.s, Ausbeutung und ähnliche Mißbräuche wendet sich das Gesetz (Dt 2514) und die soziale Botschaft im AT und NT (Js 1910 Jr 2213 Ml 35 Tob 415 Sir 3422 Jk 54). Jesus betont, daß der Arbeiter seines L.s wert sei (L 107; bei Mt 1010 des Unterhaltes). Zwar sollen die Jünger das Evangelium umsonst weitergeben, wie sie es empfangen haben (Mt 108; vgl. 1K 918), aber die Regel Jesu gilt auch für Gemeindearbeiter (1K 94ff 1T 518). Auch den Sklaven soll ihr Arbeitsherr geben, was recht und billig ist (Kol 41).

Im Bereich des bibl. Vergeltungsglaubens gilt der L. als Strafe Gottes für die Bosheit (Jr 418 Apg 118), aber auch als Anerkennung für Leistungen im Dienst Gottes (Ez 2920 1K 38). Unglück, Mißernte, Hunger, Krankheit, Zerstreuung des Volkes, ewiges Verderben sind L. und Strafe der Ungerechtigkeit (Js 174 Jr 619 Mt 2451 R 127). Den Gott dienenden Gerechten ist aber die Gottesgemeinschaft der eigentl. L. (Gn 151 R 27). Auch können die vom Herrn Geretteten sein L. heißen (Js 4010 Off 2212).

Im Judentum ist die L.erwartung zur Achse der Frömmigkeit geworden: wer das Gesetz hält, empfängt großen L. (Sir 4421). Gott erscheint als der Arbeitsherr, der den Seinen für Arbeit, Mühe, gute Werke, Gesetzestreue, besonders auch für das Torastudium genau ausgerechneten L. zahlt (Ab 2, 14–16). L. wird zum Motiv der Sittlichkeit und zum Entgelt Gottes für verdienstliche Leistungen.

NT

Jesus und das NT verwenden unbefangen den L.begriff (Mt 512 61ff 1K 38 Off 2212). Es bekundet sich darin die Überzeugung von der schenkenden Gerechtigkeit Gottes: vor ihm ist auch das geringste Werk nicht vergessen (Mt 1042). Doch wird die L.erwartung als sittl. Motiv ausgeschaltet, da der L. nicht Entgelt der Gesetzesbeobachtung bzw. menschl. Leistungen, sondern freies Geschenk der Güte Gottes ist (Mt 2015). Der Mensch schuldet Gott völligen Gehorsam, darum ist jeder Anspruch auf L. unmöglich (L 177–10). Gott ist allein gut (Mk 108), der nicht nur die Seinen, sondern auch Ungerechte und Böse beschenkt (Mt 512. 45). L. und Strafe sind nicht aus dem irdischen Ergehen erkenntlich (L 131–5 J 92). Gottes Gnadengeschenk an die Seinen ist sein Reich, ewiges Leben (Mt 2534 J 315 R 521). Almosen, Beruf, Schweiß, Wirtschaftsverhältnisse.
Handwörterbuch: Lohn. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4078
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1102)

pfeilLöwe    

Löwe

(hebr. 'ari, kophir, gr. léon), im 2. Jtd. bildlich in Palästina bezeugt (ANEP 228, AOB 399, Taf. 52c; Kultgeräte, Abb. 2; vgl. Siegel, Abb. 2), in Assyrien als Jagdtier ( Held; ANEP 184, AOB 119) geschätzt.

AT

Er wird im AT häufig erwähnt und im Dickicht (Jr 128 Am 34), vor allem am Jordan (Jr 4919), lebend vorausgesetzt. Gefürchtet waren sein Einbruch in die Herden (Js 314 Mi 57) und sein Angriff auf den Menschen (1Kg 1324 2036 Spr 2213). Man tradierte Heldentaten einzelner im Kampf gegen ihn (1Sm 1734ff, David; Ri 145ff, Simson; 2Sm 2320, Benaja; Nimrod), hielt L.nplage für ein Gottesgericht (2Kg 1725 f Jr 56; vgl. 1Kg 1324ff) und berichtete legendär von der Bewahrung des Frommen (Dn 621ff 1Mkk 260). Seine lauernde Geschmeidigkeit (Dt 3322 Ps 109 1712 Hi 3840) und Kraft (Js 314 3813 529 Hi 410) wurden negativ Abbild für Gewalt (Js 159 Ez 192ff) und Verderben durch Feinde (Ps 2214), Fürsten (Zph 33 Spr 1912 2815), falsche Propheten (Ez 2225) und den Satan (1P 58), positiv Symbol kraftvoller Menschen (Ri 1418) und Stämme (Gn 499ff Dt 3320. 22; vgl. Nm 2324; Siegel, Abb. 2). Die verbreitete Beziehung des L.n zur Gottheit (babylon. Ischtar, ANEP, 522. 762, AOB, 375, ANET, 384. 30; syr. Qadesch, ANEP, 471. 473; Kultgeräte, Abb. 2; vgl. H. Kees: Der Götterglauben im Alten Ägypten, '56 2, 7ff) wirkte nach in den L.nbildern am Thron (2Ch 918 f; vgl. Taf. > 52c) und im Tempel (1Kg 729 Ez 4119 Cherub) und im prophetischen Gleichnis, wo der L. die Gewalt göttlichen Redens (Am 12 Jr 2530 Jl 416) und göttlicher Richter- (Hos 514 137 f), gelegentlich auch Rettermacht (Js 314) symbolisiert.

Das NT benutzt das Symbol zunächst im Anschluß an das atl. Bild der rohen Gewalt (s. o.) und an die staatliche Verfolgung Daniels (Dn 64–24), nämlich zur Kennzeichnung der feindlichen Heidenmacht (2T 417 H 1133 1P 58 Off 132) und der strafenden Verderbensmacht (Off 98. 17). L.nhafte Züge treten auch im Anschluß an atl. Bilder der Heldenkraft und Gottesmacht (s. o.) bei Engelwesen hervor (Off 47 103). In Analogie zu Prophetien über Juda-David- Messias (Gn 499 4Esr 1231 f StB III, 801) heißt Christus der L. aus Juda (Off 55).
[Handwörterbuch: Löwe. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4096
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1107)


pfeilLüge    

Lüge

(hebr. 'awen, schaw', scheqer u.a.; gr. pseûdos), Trug, Betrug, Falschheit, Täuschung u. ä. Lüge.

AT

Trug, Betrug, Falschheit, Täuschung u. ä. Lüge ist im AT nicht bloß Sache des Redens (Ex 2016 Mi 612 Jr 95 Spr 145). Es gibt »Wege der L.« (Ps 11929. 104 Jr 2314). »L.« ist: heimtückisches Handeln (2Sm 1813) so gut wie: Gott nicht ernst nehmen (Jr 512), sich verlassen auf die Kraft der Pferde (Js 311) wie der Anspruch, ohne göttliche Sendung Prophet zu sein (Jr 1414 f Ez 66ff u.ö.). Auffallend ist, daß alle in Frage kommenden Begriffe auch Ausdruck für das »Wertlose« und »Nichtige« sind (Am 24 Götzen, Js 29 Mi 211 Ez 66ff Ps 6210 Spr 3130). Wo im AT L. als solche genannt ist, wird sie auch verurteilt. Zwar läßt sich heimliche Schadenfreude an gelungenen L.n der Väter (Jakob; auch Ex 118ff 1Sm 1914) nicht übersehen. Damit ist die L. aber keineswegs gebilligt. Nur legt das AT nicht moralische Maßstäbe an, sondern: der Israelit kann als Erwählter beim Nichtigen nicht Zuflucht nehmen (Js 4420). Der L.ngeist (1Kg 2222 f) dürfte ein Zeichen des Gerichts über den Glauben, der Jahwe mit den Götzen verwechselt, sein. Für die Heilszeit gilt Zph 313. – Während das rabbin. Judentum nur die groben L.n verurteilt, charakterisiert in den Qumrantexten (1 Qp Hab II, 1 u.ö.) die L. oft die gottlose Welt als solche. – So ist im NT L. die Angelegenheit des Teufels (J 844), in schroffem Widerspruch zu allem Göttlichen (H 618), und darum scharf verurteilt (Apg 5 E 425 Kol 39).
[Handwörterbuch: Lüge. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4104
(vgl. BHH Bd. 2, S. 1109)

pfeilLydia    

Lydia

(gr. Lydía »aus Lydien«), eine reiche Frau aus Thyatira, einem kleinasiatischen Mittelpunkt der Purpurfärberei, die in Philippi als Purpurhändlerin wirkte (Apg 1614). Sie hatte sich, vielleicht als Verehrerin des höchsten Gottes, der jüd. Gemeinde angeschlossen, ließ sich dann aber als Erstbekehrte Europas mitsamt ihrem Haus taufen und erwies sich den Aposteln gegenüber als gastfreundlich (Apg 165. 40).
[Handwörterbuch: Lydia. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 4128

 
 

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