kreuz

Start

Über Uns

Kontakt

Impressum

 
 
Wissen - G

Wissen Jugend
 
 
   
   
Auf diesen Seiten findest du, alphabetisch sortiert, Erläuterungen zu biblisch-historischen Fachbegriffen.
   
   
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z  
   
   
   

Stichwort

Bibeltext

Erklärung
Gabe
Gast
Gebet
Gebot
Geburt
Geduld
Geheimnis
Gehorsam
Geist
Geld
Gemeinde
Gerechtigkeit
Gericht
Gesalbter
Geschlecht
Gesetz
Gewalt
Gewissen
Glaube
Gleichnis
Gnade
Gold
Gott
Gottesdienst
Gottloser
Götze
Greul
Gruß

Wenn jemand ein Heilsopfer für den Herrn darbringt, sei es, um ein Gelübde zu erfüllen, oder sei es als freiwillige Gabe, so soll es ein fehlerloses Rind oder Schaf oder eine fehlerlose Ziege sein, um Annahme zu finden; es darf kein Gebrechen haben.


Tob 4,11
Wer aus Barmherzigkeit hilft, der bringt dem Höchsten eine Gabe dar, die ihm gefällt.

 

Joh 4,10
Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

Lev 22,21

Gabe, Geschenk

(hebr. minha, mattat; gr. dôma, dôron, doreá, auch chárisma Gnadengabe) ursprgl. ein Mittel, um eine Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch oder Menschen untereinander zu begründen und zu stärken. Subjekt ist dabei teils Gott selbst, teils die Menschen. Die Fürsorge für die Armen ist im AT eines der Hauptstücke der Frömmigkeit, bekommt aber im NT durch Christus, der sich selbst zur Gabe dargebracht hat, eine neue Dringlichkeit.
[Handwörterbuch: Gabe, Geschenk. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 1998
(vgl. BHH Bd. 1, S. 507)

pfeilGast

Während andere die Unbekannten, die zu ihnen kamen, nicht aufnahmen, machten diese sogar Gäste, die ihre Wohltäter waren, zu Sklaven.

 

Lk14,12-14
Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten.
Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein.
Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.


Weish
19,14 -17

Gast, -

freiheit, -freundschaft

(gr. philoxenía),

eine Voraussetzung für den Verkehr mit Fremden.


Im Judentum wurde G. gelobt (Sir 3128), und es hieß: »Sieben Gnadengaben hat Gott den Menschen gegeben, darunter dem Abraham die Gastfreundschaft. Verletzung einmal begonnener Gastfreundschaft war verpönt (Wsh 1913–17). Für die Rabbinen beschränkte sich aber die G. immer mehr auf die Volksgenossen

Im NT wird Gastfreundschaft als Sitte der Juden und Jesusjünger geschildert und als Gnadengabe und als Tugend anbefohlen.
[Handwörterbuch: Gastfreiheit. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2027
(vgl. BHH Bd. 1, S. 514)

pfeilGebet

Da wurde ich traurig und begann zu weinen. In meinem Schmerz betete ich:
2 Herr, du bist gerecht, alle deine Wege und Taten zeugen von deiner Barmherzigkeit und Wahrheit; wahr und gerecht ist dein Gericht in Ewigkeit.
3 Denk an mich und blick auf mich herab! Straf mich nicht für die Sünden und Fehler, die ich und meine Väter dir gegenüber begangen haben.

Tob 12,11-12
11 Ich will euch nichts verheimlichen; ich habe gesagt: Es ist gut, das Geheimnis eines Königs zu wahren; die Taten Gottes aber soll man offen rühmen.
12 Darum sollt ihr wissen: Als ihr zu Gott flehtet, du und deine Schwiegertochter Sara, da habe ich euer Gebet vor den heiligen Gott gebracht. Und ebenso bin ich in deiner Nähe gewesen, als du die Toten begraben hast.


Dtn26,5-12
5 Du aber sollst vor dem Herrn, deinem Gott, folgendes Bekenntnis ablegen: Mein Vater war ein heimatloser Aramäer. Er zog nach Ägypten, lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten und wurde dort zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk.

6 Die Ägypter behandelten uns schlecht, machten uns rechtlos und legten uns harte Fronarbeit auf.

7 Wir schrien zum Herrn, dem Gott unserer Väter, und der Herr hörte unser Schreien und sah unsere Rechtlosigkeit, unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis.

8 Der Herr führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm, unter großem Schrecken, unter Zeichen und Wundern aus Ägypten,

9 er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließen.

10 Und siehe, nun bringe ich hier die ersten Erträge von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, Herr. Wenn du den Korb vor den Herrn, deinen Gott, gestellt hast, sollst du dich vor dem Herrn, deinem Gott, niederwerfen.
11 Dann sollst du fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat: du, die Leviten und die Fremden in deiner Mitte.

Jos7,19-21
19 Josua sagte zu Achan: Mein Sohn, gib dem Herrn, dem Gott Israels, die Ehre und leg vor ihm ein Geständnis ab! Sag mir offen, was du getan hast, und verheimliche mir nichts!
20 Achan antwortete Josua: Es ist wahr, ich habe mich gegen den Herrn, den Gott Israels, versündigt. Das und das habe ich getan:
21 Ich sah unter der Beute einen schönen Mantel aus Schinar, außerdem zweihundert Schekel Silber und einen Goldbarren, der fünfzig Schekel wog. Ich wollte es haben und nahm es an mich. Es ist in meinem Zelt im Boden vergraben, das Silber an unterster Stelle.

Ps32,5-6
5 Da bekannte ich dir meine Sünde /
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir. Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. /
Und du hast mir die Schuld vergeben. [Sela]

6 Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten; /
fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.

1Sam15,30-31
30 Saul erwiderte: Ich habe gesündigt; erweise mir aber jetzt vor den Ältesten des Volkes und vor Israel die Ehre, mit mir zurückzukehren, damit ich den Herrn, deinen Gott, anbete.
31 Da kehrte Samuel um und folgte Saul und Saul betete den Herrn an.

Jes1,15-17
15 Wenn ihr eure Hände ausbreitet, /
verhülle ich meine Augen vor euch. Wenn ihr auch noch so viel betet, /
ich höre es nicht. /
Eure Hände sind voller Blut.
16 Wascht euch, reinigt euch! /
Lasst ab von eurem üblen Treiben! /
Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun!
17 Lernt, Gutes zu tun! /
Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! /
Verschafft den Waisen Recht, /
tretet ein für die Witwen!

Am7,1-2
Dies zeigte mir Gott, der Herr, in einer Vision: Er ließ Heuschrecken entstehen, als gerade die Frühjahrssaat zu wachsen begann [die Frühjahrssaat folgt auf den Schnitt für den König].

2 Sie machten sich daran, alles Grün im Land zu vertilgen. Da rief ich: Gott, mein Herr, vergib doch! Was soll denn aus Jakob werden? Er ist ja so klein.

Jer7,16-18
Du aber, bete nicht für dieses Volk! Fang nicht an, für sie zu flehen und zu bitten! Dränge mich nicht! Denn ich werde dich nicht erhören.

17 Siehst du nicht, was sie in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems treiben?
18 Die Kinder sammeln Holz, die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen kneten den Teig, um Opferkuchen für die Himmelskönigin zu backen. Anderen Göttern spendet man Trankopfer, um mir wehzutun.

Jer29,6-7
6 Nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, damit sie Söhne und Töchter gebären. Ihr sollt euch dort vermehren und nicht vermindern.
7 Bemüht euch um das Wohl der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum Herrn; denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl.

Ex34,7-9      
7 Er bewahrt Tausenden Huld, nimmt Schuld, Frevel und Sünde weg, lässt aber (den Sünder) nicht ungestraft; er verfolgt die Schuld der Väter an den Söhnen und Enkeln, an der dritten und vierten Generation.
8 Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden.
9 Er sagte: Wenn ich deine Gnade gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch mein Herr mit uns. Es ist zwar ein störrisches Volk, doch vergib uns unsere Schuld und Sünde und lass uns dein Eigentum sein!

Ps28,1-2
Zu dir rufe ich, Herr, mein Fels. /
Wende dich nicht schweigend ab von mir! Denn wolltest du schweigen, /würde ich denen gleich, die längst begraben sind.

2 Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie, /
wenn ich die Hände zu deinem Allerheiligsten erhebe.

Dtn 6,11
11 Als Daniel erfuhr, dass das Schreiben unterzeichnet war, ging er in sein Haus. In seinem Obergemach waren die Fenster nach Jerusalem hin offen. Dort kniete er dreimal am Tag nieder und richtete sein Gebet und seinen Lobpreis an seinen Gott, ganz so, wie er es gewohnt war.

 

1 Sm 1,12-15
12 So betete sie lange vor dem Herrn. Eli beobachtete ihren Mund;
13 denn Hanna redete nur still vor sich hin, ihre Lippen bewegten sich, doch ihre Stimme war nicht zu hören. Eli hielt sie deshalb für betrunken
14 und sagte zu ihr: Wie lange willst du dich noch wie eine Betrunkene aufführen? Sieh zu, dass du deinen Weinrausch los wirst!
15 Hanna gab zur Antwort: Nein, Herr! Ich bin eine unglückliche Frau. Ich habe weder Wein getrunken noch Bier; ich habe nur dem Herrn mein Herz ausgeschüttet.

Mt 15,35-37
35 Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen.
36 Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern und die Jünger verteilten sie an die Leute.
37 Und alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.


Mt 6,6-9
6 Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

7 Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
8 Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.

9 So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, /
dein Name werde geheiligt,

Phil 4,5-7
5 Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe.
6 Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!

7 Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.

Mt 5,43-45
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,

45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Mt 7,7-8
Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

8 Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.

Mk 14,35-36

35 Und er ging ein Stück weiter, warf sich auf die Erde nieder und betete, dass die Stunde, wenn möglich, an ihm vorübergehe.
36 Er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst (soll geschehen).

Mt 6,31-34
31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?

32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.

33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Lk 11,9-13
Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

10 Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
11 Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet,
12 oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?
13 Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

1 Th 5,17

17 Betet ohne Unterlass!

18 Dankt für alles; denn das will Gott von euch, /
die ihr Christus Jesus gehört.
19 Löscht den Geist nicht aus!
20 Verachtet prophetisches Reden nicht!
21 Prüft alles und behaltet das Gute!

22 Meidet das Böse in jeder Gestalt!

Lk11,1-4
Das Gebet des Herrn:
Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat.

2 Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, /
dein Name werde geheiligt. /
Dein Reich komme.

3 Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen.
4 Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist.
Und führe uns nicht in Versuchung.

Tob 3,1-3

Gebet

(hebr. t·philla, gr. proseuche), Mittel der Verbindung zu Gott.

1. Allgemein

2. AT:

1) Wesen u. Inhalt

2) Gebet.u. Kult
3) Die Fürbitte
4) Gebet.sbrauchtum


3. NT:

1) Formen
2) Inhalt
3) Erhörung
4) Sinn u. Bedeutung.

In allen Religionen wird das Gebet von jeher geübt. Aus der Umwelt des AT sind vor allem sum. und akk. Hymnen (Lob- und Preislieder) und Klagelieder bekannt, so auch äg. G.e für den Gebrauch der Lebenden und der Toten. Soweit die G.e von symbolischen Handlungen begleitet sind, können sie der magischen Formel nahe kommen.

Das AT zeigt, daß das Gebet zu allen Zeiten entscheidender Bestandteil isr. Lebens gewesen ist.

1)

Es richtet sich an Jahwe, den Gott Israels, selbst. Vermittelnde Zwischeninstanzen werden erst im nachkanon. Schrifttum wichtig (vgl. Tob 325 1212 1 Hen 93 152).

Im AT selbst deuten nur wenige späte Stellen den Weg an, der schließlich zu immer stärkerer Transzendentalisierung Gottes und dementsprechend zur Notwendigkeit himmlischer Mittlerfiguren führt (Sach 17–615 Hi 3323 Dn 121). Nicht nur dort, wo mit direkter Anrede und unter ausdrücklicher Anrufung Jahwes ( Anrufen) Klage und Bitte vor Gott gebracht wird, sollte man von G. reden; im Sinne des AT gehört ebenfalls das Lob Gottes (der Dank ist darin einbegriffen; Westermann) hierhin, in dessen Rahmen auch das Bekenntnis seinen Platz hat, als Bekenntnis von Gottes Heilshandeln (Dt 265ff Ps 136) und als Sündenbekenntnis (Jos 719ff Ps 325 Esr 95ff; Doxologie). So weisen die atl. G.e nach Form und Inhalt größte Mannigfaltigkeit auf, wofür im einzelnen vor allem auf die Ergebnisse der formgesch. Arbeit an den Psalmen verwiesen wird; allerdings sind nicht alle Psalmen als G.e anzusprechen. – Eine Entwicklungslinie des atl. G.s läßt sich nicht aufzeigen. Die Grundformen und Inhalte sind von Anfang an da und erhalten sich bis in die späte Zeit. Es ist jedoch zu beobachten, daß die G.e seit der Exilszeit umfangreicher werden, daß sie die einfache G.sanrede gern hymnisch erweitern (1 Kg 823f 2 Ch 206ff), das Bekenntnis von Sünde und Schuld in den Mittelpunkt rücken und so zu ausgesprochenen Bußg.en werden (Dn 94–19 Esr 96–15 Neh 15–11 Bar 115–38).

2)

Neben dem kultischen, d.h. festformulierten und daher für wiederholten Gebrauch bestimmten G. (Belege vor allem im Psalter) steht das außerkultische, das keinem Formzwang unterliegt und oft aus akuter Notsituation entspringt (2 Sm 1531 Ri 1628), neben dem G. am Heiligtum das G. am beliebigen profanen Ort (Gn 2412ff. 26f Ex 933 2 Kg 202). Das Verhältnis von G. und Kult wird also unzulässig vereinfacht, wenn man jedes G. als kult. Äußerung versteht. Ebenso verfehlt ist die Ansicht, daß das G. im Laufe der Zeit an die Stelle des Kultus getreten sei (in dieser Richtung werden Stellen wie Ps 1412 5118f 6931f gern mißverstanden; hier tritt lediglich anstelle des Opfers ein anderer kult. Vorgang). Die prophet. Kultkritik richtet sich naturgemäß auch gegen das kult. G. (Js 115 Am 523). –

Als Sonderform des G.s verdient die Fürbitte Beachtung, was schon daraus hervorgeht, daß die beiden gebräuchlichsten atl. Worte für »beten« ('tr und pll hithp.) an den ältesten Belegstellen die Bedeutung »Fürbitte tun« haben. Nach alter Vorstellung ist der machtbegabte Gottesmann zur Fürbitte befähigt (so Mose in Ex 8–10). Im AT begegnet die Fürbitte aber vor allem als wesentl. Inhalt des altprophet. Amtes (Gn 207 1 Sm 7 5 1219.23; vgl. Jr 151). Der Prophet tritt für einen schuldig gewordenen Menschen (Hi 428) oder das schuldig gewordene Volk (Ex 3230ff) ein und erbittet von Gott Vergebung der Schuld und Abwendung der Strafe. Auch die klass. Propheten haben Fürbitte geübt (Am 72f. 5f Jr 1820 373 Ez 98 1113), sie verstummt jedoch dort, wo Gott den Auftrag zur Gerichtsverkündigung erteilt hat; vgl. das Schweigen des Amos in Am 77ff und vor allem das ausdrückliche Verbot der Fürbitte, das Jeremia erfährt (Jr 716 1114 1411). In nachexil. Zeit tritt das Sühnopfer an die Stelle der sühnenden Fürbitte, das Fürbittamt übernimmt der Priester (Sach 37). – Eine neue Dimension gewinnt die Fürbitte, wenn Jeremia dem exilierten Volk Fürbitte für Babylon aufträgt (Jr 297) und damit dem Volk als ganzem eine prophet. Funktion zuweist.

4)

Das AT läßt auch verschiedene Gebetsgebärden erkennen. In vielen Fällen ist das G. mit der Proskynese verbunden. Wie vor einem menschl. Gebieter (Gn 426 2 Sm 1433 1 Kg 123 Est 32; Abb. Jehu; ANEP 355) wirft sich der Beter vor Gott auf die Knie (Gn 2426 Ex 348 Ps 58), wobei das Angesicht den Boden berührt (Abb. 22) – der Gestus absoluter Unterwerfung. Das G. selbst braucht sich jedoch nicht in dieser Haltung zu vollziehen. Es kann knieend (1 Kg 854 Esr 95; Baum, Abb. 1) oder stehend (1 Kg 822 1 Sm 126 Jr 1820; Abb. 1; El; Götter) gebetet werden. Dabei werden die Hände ausgebreitet und die Handflächen gegen den Himmel oder das Heiligtum gerichtet (Ex 929.33 1 Kg 822 Ps 282 1342 Hi 1113 Kl 219 341; Ägypten, Abb. 4) – ursprgl. der Gestus des Schutzflehenden. Es ist damit auch die Gebetsrichtung angedeutet. Der Beter wendet sich jeweils dorthin, wo er in bes. Weise Jahwe anwesend weiß (für das G. im Tempel vgl. bes. Ps 282). Daß man außerhalb von Jerusalem in Richtung auf die hl. Stadt hin betet, ist erst eine späte Sitte (2 Ch 634 Dn 611). Auf bestimmte Gebetszeiten wie überhaupt auf festgelegte Gebetsverpflichtungen wird im AT noch kein Wert gelegt. Lediglich Dn (611.14) erwähnt dreimaliges tägl. G. (vgl. evtl. auch Ps 5518). Für das Spätjudentum vgl. dagegen zB Mischna Ber. 23 54 62. – Normalerweise dürfte laut gebetet worden sein. Das stille G. wirkt auffallend (1 Sm 112ff). – Zur Gebetsbekleidung s. Gebetsriemen und Quasten.

Das NT geht weiter.

Die G.sformen der Urchristenheit waren traditionell bestimmt. Die jüd. Tisch-G.e wurden beibehalten (Mt 1536 p Apg 2734 1 K 1030), so auch die G.szeiten (Apg 31 1030) und -haltungen: Stehen (Mk 1125), Knieen (E 35), den Körper am Boden, Aufheben der Hände (1 T 28, Taf. 14a). Nicht erwähnt werden dagegen G.sriemen und G.smantel

(Quasten). Weggefallen ist auch die Bindung an den Tempel als an die G.s-Stätte und die Hinwendung nach Jerusalem

(J 420); überall hat das G. seine Stätte, im Freien (Mk 135), im Kämmerlein (Mt 66) und am Versammlungsort der Gemeinde (Apg 431).

2)

Auch in seinem Inhalt erscheint das G. im NT zunächst dem jüd.-isr. G. nahe verwandt. Das zeigen nicht nur die Beibehaltung einzelner Ausdrücke: Halleluja (Off 191), Hosianna (Mt 219), Amen (1 K 1416) und die Übernahme oder Nachbildung bestimmter G.steile (Doxologie, zB Off 191f) und ganzer G.e (Kol 316) hymn. Charakters (L 146–55.68–79), sondern ebenso seine Gegenstände, die wie schon die des Achtzehn-G.s das ganze irdische und geistl. Leben erfassen (Ph 46). Seine mögliche Aufgliederung in Bitten (Mk 1310 R 110), Fürbitten (Apg 125), Danksagung (Mk 86) und Anbetung (R 1133ff) bietet ebenfalls noch den bekannten Rahmen. Drei Momente weisen jedoch auf einen wesentl. Unterschied zur Tradition: 1. Das G. für, nicht mehr gegen die Feinde (Mt 544), 2. die Hervorhebung des Dankes (Ph 46 1 T 21), 3. die eschatol. bestimmte Konzentration ( G. des Herrn).

3)

Die Erhörung kennzeichnet weiterhin die Andersartigkeit des G.s im NT gegenüber dem Judentum (StB zu Mt 77).Denn unlöslich ist sie ihm verbunden (Mt 77). Diese unbegrenzte Zusage wird nicht mehr in Frage gestellt, obwohl Bitten anscheinend unerfüllt bleiben (Mk 1436). Die Erhörung ist von dem menschl. Urteil über die Erfüllung der Wünsche gelöst und bleibt in der trauenden Annahme des jeweiligen Gotteswillens gewiß (2 K 129).

4)

Sinn und Bedeutung aber machen die tiefe Verwandlung gegenüber allen rel.- gesch. vorgegebenen G.en vollends deutlich. Es ist das »Abba« im Munde Jesu, das in der Offenbarung der eschatol. Gotteswirklichkeit auch das G. neu bestimmt (Mt 632). Die grenzenlose Güte des Vaters ermöglicht und fordert nun das G. für die Feinde (Mt 545), seine Nähe die Konzentration auf seine Herrschaft (Mt 633). Nun ist es nicht mehr das Vorrecht eines Volkes und nicht mehr abhängig von hl. Stätte. Alles in sich begreifend, richtet es sich letztlich doch nur auf den Vater im Himmel (L 1113). Auch bei Paulus ist das »Abba« der Ausdruck des neuen, durch den Geist gewirkten Betens (R 815ff G 46f). Darum ist das G. dieser eschatol. Gemeinde vor allem Danksagung an den Vater für das väterl. Handeln an ihr (Kol 112). Ebenso ist in den joh. Schriften das G. Kriterium der eschatol. Existenz. Als G. »im Namen Jesu« zum Vater wird es von ihm »im Namen Jesu« erhört (J 1623f), ja als G. nach seinem Willen ist es selbst die Erhörung (1 J 514). D.h. aber, alles Beten im NT ist durch das neue Gottesverhältnis bestimmt, Beten und Glauben sind letztlich ein und dasselbe. Darum ist es von umfassender Bedeutung. Befreiung von allen gesetzl. G.s-Vorschriften (Mt 67f) und die Mahnung zu unablässigem Beten (1 Th 517) gehören nun zusammen, ebenso Weite und Enge der G.s-Gegenstände (R 8 32). Der Gemeinde erscheint ihr Herr als der Beter (J 17 H 725), das ihr aufgetragene Tun als Beten und Vergeben (L 111–4). So aber ist das G. in diesem neuen Sinne das eigentl. Kennzeichen urchristl. Glaubens. G. des Herrn.
[Handwörterbuch: Gebet. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2053
(vgl. BHH Bd. 1, S. 523)

pfeilGebot

Dann sprach Gott alle diese Worte:

2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.

 3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.

4 Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.

5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott:

 

Ex34,1-3

Weiter sprach der Herr zu Mose: Hau dir zwei steinerne Tafeln zurecht wie die ersten! Ich werde darauf die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln standen, die du zerschmettert hast.

2 Halte dich für morgen früh bereit! Steig am Morgen auf den Sinai und dort auf dem Gipfel des Berges stell dich vor mich hin!

 

Mt5, 17-19
Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
18 Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.


Röm 13,8-10

8Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe schuldet ihr einander immer. Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt

9 Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren!, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

 

1Kor14,36-40
36 Ist etwa das Gotteswort von euch ausgegangen? Ist es etwa nur zu euch gekommen?
37 Wenn einer meint, Prophet zu sein oder geisterfüllt, soll er in dem, was ich euch schreibe, ein Gebot des Herrn erkennen.
38 Wer das nicht anerkennt, wird nicht anerkannt.
39 Strebt also nach der Prophetengabe, meine Brüder, und hindert niemand daran, in Zungen zu reden.

40 Doch alles soll in Anstand und Ordnung geschehen.

 

 


Ex20,1-5

Gebot, Weisung.

(hebr. miswa)

Im AT

gibt es nicht die (für christl. Empfinden naheliegende) Unterscheidung zwischen dem Gebot als einer fördernden Weisung und dem Gesetz als einer (überwundenen) Last. Für das AT ist Gesetz helfende und fördernde Wegweisung und somit nichts anderes als Gebot. Obwohl das AT den Begriff des G.es kennt, wendet es ihn doch auf den Dekalog nicht an. Es bezeichnet vielmehr sowohl den ethischen Dekalog (Ex 201 Dt 522) als auch den kultischen Dekalog (Ex 341.27) entweder einfach als »Die Worte« oder als »Die Zehn Worte« (Dt 413 104 Ex 3428). Bedeutung und Sinn des Dekalogs im speziellen und des atl. Gesetzes bzw. Gebotes im allgemeinen können darum nur aus dem großen Zusammenhang heraus erkannt werden, in dem sie stehen; Dekalog, Gesetz.

Im NT
(gr. entole).
Die Evv wollen zeigen, wie Jesus in Auseinandersetzung mit pharis. Kasuistik die Gebote des AT nicht aufhob, aber im Liebesgebot konzentrierte und radikalisierte (Mt 517–20.21–48 usw., J 1334). Auch für Paulus war das Liebesgebot repräsentativ (R 138). Die Einzelgebote dagegen spielten für die Urchristenheit zunächst keine Rolle. Erst mit der Konsolidierung der Gemeinden und der damit beginnenden Sammlung paränet. Stoffe gewann auch die Einzelvorschrift an Bedeutung, zunächst als Weisung Christi (1 K 1437), dann auch als Gebot des Gesetzes (1 T 518). Mit fortschreitender Zeit spielte die Erfüllbarkeit der Forderung eine entscheidende Rolle.
[Handwörterbuch: Gebot. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2068
(vgl. BHH Bd. 1, S. 527)

pfeilGeburt

4 An dem Tag, an dem Elkana das Opfer darbrachte, gab er seiner Frau Peninna und all ihren Söhnen und Töchtern ihre Anteile.
5 Hanna aber gab er einen doppelten Anteil; denn er hatte Hanna lieb, obwohl der Herr ihren Schoß verschlossen hatte.

6 Ihre Rivalin aber kränkte und demütigte sie sehr, weil der Herr ihren Schoß verschlossen hatte.

 

Gen17,19
19 Gott entgegnete: Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären und du sollst ihn Isaak nennen. Ich werde meinen Bund mit ihm schließen als einen ewigen Bund für seine Nachkommen.

 

Ex1,18-19
18 Da rief der König von Ägypten die Hebammen zu sich und sagte zu ihnen: Warum tut ihr das und lasst die Kinder am Leben?
19 Die Hebammen antworteten dem Pharao: Bei den hebräischen Frauen ist es nicht wie bei den Ägypterinnen, sondern wie bei den Tieren: Wenn die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie schon geboren.

 

Gen3,16
16 Zur Frau sprach er: Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst. /
Unter Schmerzen gebierst du Kinder. /
Du hast Verlangen nach deinem Mann; /
er aber wird über dich herrschen.

 

Joh1,11-13
11 Er kam in sein Eigentum, /
aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
12 Allen aber, die ihn aufnahmen, /
gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, /
allen, die an seinen Namen glauben,

13 die nicht aus dem Blut, /
nicht aus dem Willen des Fleisches, /
nicht aus dem Willen des Mannes, /
sondern aus Gott geboren sind.

1Sam1,4-6

Geburt

(hebr. jalad »gebären«; auch hul, »sich winden«).

Die Hauptaufgabe der isr. Frau war, durch Geburt von Söhnen die Lebenskraft der Familie zu stärken; sonst hatte sie Kummer und Schande zu gewärtigen (1 Sm 15–11 L 148). Zugleich kann die G. als Mittel der Verwirklichung göttl. Verheißungen gelten (Gn 1719 L 113.31). Wie bei nicht hochzivilisierten Völkern verlief sie oft leicht (Ex 119; Ausnahme in Gn 3516 Js 373 Hos 1313), in kauernder Stellung (1 Sm 419), manchmal unter der Hilfe einer Hebamme, während der Mann nicht zugegen war (Jr 2015). Nachahmung der G. kam bei Adoption vor (Gn 303 5023). Der Geburtsschmerz wird als Folge göttl. Fluches erklärt (Gn 316); Freiheit davon ist ein Wunder (Js 667). Nach der G. blieb die Frau längere Zeit unrein (Lv 122–5). Wie man sich des Kindes nach der G. annahm (Ez 164), so ist dessen Geschick durch seine G. weitgehend bestimmt (Hi 141 Apg 28 2228 Ph 35). Daher kann der Mensch angesichts des Todes oder Unglücks seine Geburt bedauern oder verwünschen (Jr 2014 Hi 33 L 2329). Übertragen begegnet das Wort G. auch bei Begriffen wie Nichtigkeit und Sünde (Js 3311 2 T 223). Wunderbare göttl. G. wird erwähnt bei dem Zionskind (Js 667ff), bei Jesus (L 322) und den Erlösten (J 113 usw. Wiedergeburt). Fehlgeburt, G. Jesu, Geburtstag.
[Handwörterbuch: Geburt. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2070
(vgl. BHH Bd. 1, S. 528)

pfeilGeduld

7 Ich aber schaue aus nach dem Herrn, /
ich warte voll Vertrauen auf Gott, meinen Retter. /
Mein Gott wird mich erhören.

 

Off13,10
10 Wer zur Gefangenschaft bestimmt ist, geht in die Gefangenschaft. Wer mit dem Schwert getötet werden soll, wird mit dem Schwert getötet. Hier muss sich die Standhaftigkeit und die Glaubenstreue der Heiligen bewähren.

 

Lk21,16-19
16 Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten.
17 Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden.
18 Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.

19 Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

 

2.Thess 1,3-4

Wir müssen Gott euretwegen immer danken, Brüder, wie es recht ist, denn euer Glaube wächst und die gegenseitige Liebe nimmt bei euch allen zu.

4 Wir können in den Gemeinden Gottes mit Stolz auf euch hinweisen, weil ihr im Glauben standhaft bleibt bei aller Verfolgung und Bedrängnis, die ihr zu ertragen habt.

 

 


Mi7,7

Geduld

(hebr. 'orek 'appajim, gr. hypomone, zu unterscheiden von makrothymía »Langmut«, von Luther oft mit Geduld übersetzt) das hoffende Festhalten des Leidenden an Gott (Ps 253 Mi 77) im Vertrauen auf dessen Heilswillen. So hat Geduld im bibl. Sprachgebrauch (vgl. oben die hebr. und gr. Äquivalente) einen betont aktiven Sinn. Vorbilder solcher Geduld geben Hiob (Jk 511), Märtyrer und Propheten (4 Mkk, Off 1310), Jesus (1 P 220ff). Oft synonym mit Glaube und Hoffnung, steht G. als christl. Tugend zur Bezeichnung eschat, Haltung (L 2119 R 154). Standhalten im Leiden (2 Th 14), im Martyrium (Off 22) ist Bewährung des Glaubens in der Nachfolge Christi (H 121–3).
[Handwörterbuch: Geduld. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2082
(vgl. BHH Bd. 1, S. 530)

pfeilGeheimnis 28 Was noch verborgen ist, steht bei dem Herrn, unserem Gott. Was schon offenbar ist, gilt für uns und unsere Kinder auf ewig: dass wir alle Bestimmungen dieser Weisung halten sollen.

Ijob13,8-10
8 Wollt ihr für ihn Partei ergreifen, /
für Gott den Rechtsstreit führen?
9 Ginge es gut, wenn er euch durchforschte, /
könnt ihr ihn täuschen, wie man Menschen täuscht?
10 In harte Zucht wird er euch nehmen, /
wenn ihr heimlich Partei ergreift.


Sir4,21
ein Wort, das du gehört hast, weiterzutragen /
und ein vertrauliches Gespräch zu verraten. Dann bist du in der Tat schamhaft /
und findest Gunst bei allen Menschen. Aber nimm keine falsche Rücksicht /
und schäme dich nicht folgender Dinge:

Mt13,11-12
11 Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben.
12 Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

Röm11,25-27
Damit ihr euch nicht auf eigene Einsicht verlasst, Brüder, sollt ihr dieses Geheimnis wissen: Verstockung liegt auf einem Teil Israels, bis die Heiden in voller Zahl das Heil erlangt haben;

26 dann wird ganz Israel gerettet werden, wie es in der Schrift heißt: Der Retter wird aus Zion kommen, /
er wird alle Gottlosigkeit von Jakob entfernen.

27 Das ist der Bund, den ich ihnen gewähre, /
wenn ich ihre Sünden wegnehme.

Kol1,25-27
25 Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkündige,
26 jenes Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war. Jetzt wurde es seinen Heiligen offenbart;

27 Gott wollte ihnen zeigen, wie reich und herrlich dieses Geheimnis unter den Völkern ist: Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit.

 

1.Kor2,7
7 Vielmehr verkündigen wir das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu unserer Verherrlichung.

Dt29,28

Geheimnis

(hebr. seter »Hülle« und entspr. Verbalformen [Luther aber meist für sod »Rat«], pers.-aram. raz eigtl. »Depositum«; gr. mysterion eigtl. »Verschlossenes«) etwas der gewöhnlichen Erkenntnis nicht Zugängliches, ein Mysterium.

Im AT betont der Dtn, daß man Gott alle Geheimnisse überlassen und sich an die positiven Offenbarungen halten solle (Dt 2928). Die Weisheitsbücher lehnen allerlei Geheimniskrämerei der Menschen ab (Hi 1310 Spr 917 2523).

Im Judentum stellt die Weisheit den Erwerb ihrer Geheimnisse in Aussicht (Sir 421 Wsh 624). Ferner will die Apokalyptik die Geheimnisse der Träume kennen (Dn 218 usw.), so auch die g.vollen Ursprünge der Geschöpfe (1 Hen 413) und die G.se der göttl. Ratschläge bes. im Blick auf die Endzeit (633 Sekt 323).
B. Reicke

Im Hellenismus bezeichnete »Mysterium« einen Geheimkult für bes. Eingeweihte, denen durch Teilnahme an Tod und Auferstehung einer Gottheit Heil und Verklärung geboten wurden. Zu nennen sind Namen wie Eleusis, Dionysos, Orpheus; Attis, Kybele; Osiris, Isis, Adonis; Mithra.

Im NT verstehen die Evv unter Geheimnis des Reiches Gottes wahrscheinl. Jesu Messianität, den Jüngern offenbar (Mt 1311 p). Für Paulus ist das Geheimnis (21mal) vor allem die geheime Absicht Gottes (R 1125 1 K 1551), die vor den Äonen verborgen war (27fE 39), aber nun in die Geschichte eingegangen ist (19) und die ganze Menschheit betrifft (31ff 619 Kol 125ff). Das Geheimnis ist eben das, was geoffenbart und von den Gläubigen erkannt worden ist. Die »göttl. Weisheit im Geheimnis « (1 K 27), die nur dem Vollkommenen bekannt ist, meint kein an Mythus und Vegetation gebundenes Kultgeheimnis, sondern ein Geheimnis, das in der Geschichte begründet ist. Geheimnisvolle Bilder beleuchten die Endgeschichte (Off 120 175.7); diese wird selbst als ein prophet. Geheimnis zusammengefaßt (107).
[Handwörterbuch: Geheimnis. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2094
(vgl. BHH Bd. 1, S. 532)

pfeilGehorsam

22 Samuel aber sagte: Hat der Herr an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Gefallen /
wie am Gehorsam gegenüber der Stimme des Herrn? /
Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer, /
Hinhören besser als das Fett von Widdern.

 

Gen2,15-17
15 Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.
16 Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen,
17 doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.

 

Ex19,5
5 Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde,

 

2.Kor10,4-5
4 Die Waffen, die wir bei unserem Feldzug einsetzen, sind nicht irdisch, aber sie haben durch Gott die Macht, Festungen zu schleifen; mit ihnen reißen wir

5 alle hohen Gedankengebäude nieder, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen. Wir nehmen alles Denken gefangen, sodass es Christus gehorcht;

 

Apg6,7
7 Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch eine große Anzahl von den Priestern nahm gehorsam den Glauben an.


Phil2,6-11
6 Er war Gott gleich, /
hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,

7 sondern er entäußerte sich /
und wurde wie ein Sklave /
und den Menschen gleich. /
Sein Leben war das eines Menschen;
8 er erniedrigte sich /und war gehorsam bis zum Tod, /bis zum Tod am Kreuz.
9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht /und ihm den Namen verliehen, /der größer ist als alle Namen,
10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde /
ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu

11 und jeder Mund bekennt: /
„Jesus Christus ist der Herr“ - /
zur Ehre Gottes, des Vaters.



1.Sam15,22

Gehorsam

(hebr. schama' »hören«;

gr. hypakoe, von akoúo »hören«)positive Antwort auf das Gehörte.

Wer das an ihn gerichtete Wort bejaht, beugt sich dem darin enthaltenen Anspruch

(1 Sm 1522 R 15).

AT

Nach dem AT ist der Mensch verpflichtet, das göttl. Gebot (Gn 215f) und Gesetz (Dt 2726 Jr 913) im Sinne des Bundes (Jr 113) zu erfüllen. Aber auch der Segen der Verheißung ist an den G. gebunden (Gn 2218 Ex 195).

NT

Im NT wird der Glaube als ein Akt des Gehorsams beschrieben; es ist der G. der Wahrheit (R 28 G 31 57), dem Evangelium (R 1016 2 Th 18) oder Christus (2 K 105) gegenüber. Glaube und Gehorsam hängen so eng miteinander zusammen, daß geradezu vom Gehorsam des Glaubens gesprochen wird (Apg 67 R 15). Im Glaubensgehorsam vollzieht sich die Zueignung des Heils. Christus ist allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit geworden (H 59). Er selber ist das Vorbild rechten G.s, weil er den Willen Gottes bis zum Tode am Kreuz erfüllt hat (Ph 28). Paulus hat seine Aufgabe darin gesehen, die Heiden zum G. zu bringen durch Wort und Tat (R 1518). Der G. des Glaubens hat sich aber auch im Leben der Gläubigen zu bewähren, denn sie sind erwählt zum G. (1 P 12). G. ist insonderheit den Führern der Gemeinde (Ph 212 H 1317) und der weltl. Obrigkeit (R 131 Tt 31) zu leisten. Doch ist Gott mehr als Menschen zu gehorchen (Apg 529)
[Handwörterbuch: Gehorsam. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2098

pfeilGeist
29 Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört;
nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin
und kehren zurück zum Staub der Erde.30 Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen /
und du erneuerst das Antlitz der Erde.

Num16,22

22 Da warfen sie sich auf ihr Gesicht nieder und sagten: Gott, du Gott der Geister, die alle Menschen beleben, ein einzelner Mensch sündigt und du willst der ganzen Gemeinde zürnen?

Koh3,21-22

21 Wer weiß, ob der Atem der einzelnen Menschen wirklich nach oben steigt, während der Atem der Tiere ins Erdreich hinabsinkt?
22 So habe ich eingesehen: Es gibt kein Glück, es sei denn, der Mensch kann durch sein Tun Freude gewinnen. Das ist sein Anteil. Wer könnte es ihm ermöglichen, etwas zu genießen, das erst nach ihm sein wird?

Dan12,1-3

1 In jener Zeit tritt Michael auf, der große Engelfürst, der für die Söhne deines Volkes eintritt. Dann kommt eine Zeit der Not, wie noch keine da war, seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Doch dein Volk wird in jener Zeit gerettet, jeder, der im Buch verzeichnet ist.

2 Von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu.

3 Die Verständigen werden strahlen, wie der Himmel strahlt; und die Männer, die viele zum rechten Tun geführt haben, werden immer und ewig wie die Sterne leuchten.

Gen2,7

7 Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.

Ps143,3-7

3 Der Feind verfolgt mich, tritt mein Leben zu Boden, /
er lässt mich in der Finsternis wohnen wie längst Verstorbene.

4 Mein Geist verzagt in mir,
mir erstarrt das Herz in der Brust.

5 Ich denke an die vergangenen Tage,
sinne nach über all deine Taten, /
erwäge das Werk deiner Hände.

6 Ich breite die Hände aus (und bete) zu dir;
meine Seele dürstet nach dir wie lechzendes Land. [Sela]

7 Herr, erhöre mich bald, /
denn mein Geist wird müde; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, /damit ich nicht werde wie Menschen, die längst begraben sind.

Jes11,1-4

Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor,
ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
2 Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm:
der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke,
der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.
3 [Er erfüllt ihn mit dem Geist der Gottesfurcht.]
Er richtet nicht nach dem Augenschein
und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er,
4 sondern er richtet die Hilflosen gerecht
und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen /
mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen /
mit dem Hauch seines Mundes.


Num11,16-17

16 Da sprach der Herr zu Mose: Versammle siebzig von den Ältesten Israels vor mir, Männer, die du als Älteste des Volkes und Listenführer kennst; bring sie zum Offenbarungszelt! Dort sollen sie sich mit dir zusammen aufstellen.
17 Dann komme ich herab und rede dort mit dir. Ich nehme etwas von dem Geist, der auf dir ruht, und lege ihn auf sie. So können sie mit dir zusammen an der Last des Volkes tragen und du musst sie nicht mehr allein tragen.

Ps51,13-15

13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht /
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!

14 Mach mich wieder froh mit deinem Heil /
mit einem willigen Geist rüste mich aus!
15 Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege /
und die Sünder kehren um zu dir.

Weish 16,7-8
7 Wer sich dorthin wandte, wurde nicht durch das gerettet, was er anschaute, sondern durch dich, den Retter aller.

8 Dadurch hast du unsere Feinde überzeugt, dass du es bist, der aus allem Übel erlöst.

Jes 44,3
3 Denn ich gieße Wasser auf den dürstenden Boden, /
rieselnde Bäche auf das trockene Land. Ich gieße meinen Geist über deine Nachkommen aus /
und meinen Segen über deine Kinder.

Jes 57,15
15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene,
der ewig Thronende, dessen Name «Der Heilige» ist: Als Heiliger wohne ich in der Höhe, /
aber ich bin auch bei den Zerschlagenen und Bedrückten, um den Geist der Bedrückten wieder aufleben zu lassen /
und das Herz der Zerschlagenen neu zu beleben.


Joh3,1-7
Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden.

2 Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist.
3 Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.

4 Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden.
5 Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.

7 Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.

Lk8,50-56

50 Jesus hörte es und sagte zu Jaïrus: Sei ohne Furcht; glaube nur, dann wird sie gerettet.
51 Als er in das Haus ging, ließ er niemand mit hinein außer Petrus, Johannes und Jakobus und die Eltern des Mädchens.
52 Alle Leute weinten und klagten über ihren Tod. Jesus aber sagte: Weint nicht! Sie ist nicht gestorben, sie schläft nur.
53 Da lachten sie ihn aus, weil sie wussten, dass sie tot war.
54 Er aber fasste sie an der Hand und rief: Mädchen, steh auf!
55 Da kehrte das Leben in sie zurück und sie stand sofort auf. Und er sagte, man solle ihr etwas zu essen geben.
56 Ihre Eltern aber waren außer sich. Doch Jesus verbot ihnen, irgendjemand zu erzählen, was geschehen war.

Lk14, 37-38

37 Und er ging zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: Simon, du schläfst? Konntest du nicht einmal eine Stunde wach bleiben?
38 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Mk1,8-11

8 Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
9 Die Taufe Jesu: 1,9-11
In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.

10 Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Mk3,28
28 Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen;

29 wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.
30 Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen.

1.Kor5,4-5
4 Im Namen Jesu, unseres Herrn, wollen wir uns versammeln, ihr und mein Geist, und zusammen mit der Kraft Jesu, unseres Herrn,

5 diesen Menschen dem Satan übergeben zum Verderben seines Fleisches, damit sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird.

Röm8,5-6
5 Denn alle, die vom Fleisch bestimmt sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht, alle, die vom Geist bestimmt sind, nach dem, was dem Geist entspricht.
6 Das Trachten des Fleisches führt zum Tod, das Trachten des Geistes aber zu Leben und Frieden.

1.Kor15,44
44 Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen.

45 So steht es auch in der Schrift: Adam, der Erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der Letzte Adam wurde lebendig machender Geist.

1. Kor2,11-13
11 Wer von den Menschen kennt den Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So erkennt auch keiner Gott - nur der Geist Gottes.
12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist.

13 Davon reden wir auch, nicht mit Worten, wie menschliche Weisheit sie lehrt, sondern wie der Geist sie lehrt, indem wir den Geisterfüllten das Wirken des Geistes deuten.

2. Kor4,13-14

13 Doch haben wir den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet. Auch wir glauben und darum reden wir.

14 Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch (vor sein Angesicht) stellen wird.

Joh16,7-15

7 Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.

8 Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist;
9 Sünde: dass sie nicht an mich glauben;
10 Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;
11 Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.

14 Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.
15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

1.Joh4, 2-6

2 Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen, ist aus Gott.

3 Und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Antichrists, über den ihr gehört habt, dass er kommt. Jetzt ist er schon in der Welt.

4 Ihr aber, meine Kinder, seid aus Gott und habt sie besiegt; denn Er, der in euch ist, ist größer als jener, der in der Welt ist.

5 Sie sind aus der Welt; deshalb sprechen sie, wie die Welt spricht, und die Welt hört auf sie.
6 Wir aber sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.

 

Ps104,29-30

Geist

(hebr. ruah, gr. pneûma »Hauch«), Aspekt eines lebenden Wesens, evtl. verselbständigt ( Geister).

Im AT ist Geist eine inadäquate Wiedergabe des hebr. Worts, dessen Begriffsfeld teils weiter,teils enger ist. Ursprgl. bedeutet ruah den belebenden Hauch, der in der Natur als bewegender Wind von fast unmerklichem Säuseln bis zum Sturm auftritt und zugleich als lebenspendender Atemhauch (Lebensodem) Tieren und Menschen von Gott geschenkt ist (Ps 10429 Prd 319). Es bezeichnet aber erst spät den Geist als himmlisches oder dämonisches Wesen, und dies anscheinend nur in dichterischer Sprache (1 Kg 2221ff). Nirgends ist davon die Rede, daß Jahwe selbst Geist ist, da das AT über das Wesen Gottes nur in seinem Verhältnis zur Welt und zum Menschen Aussagen macht. Jahwe gibt den Geist und nimmt ihn zurück (Ps 10429f) und bewirkt so Leben und Tod der Geschöpfe. Als Herr über die G.er alles Fleisches (Nm 1622 2716), d.h. als der Lebendige ist er der Herr alles Lebens und zugleich der Herr über den Tod. Die spätnachexil. Zeit grübelte darüber, ob das Schicksal des Menscheng.es ein anderes sein könnte als das des Tierg.es (Prd 321). Nirgends ist jedoch bis in die Spätzeit (poet. Texte, wie Js 14 und vielleicht Ez 32 ausgenommen) angedeutet, daß dieser zu Jahwe zurückbeorderte Geist weiterexistiere, wie es dann freilich unter pers. Einfluß vorausgesetzt wird (Js 6623ff Dan 122ff). Dem von Jahwe gespendeten Geist steht der von ihm zur Menschengestalt geformte Staub des Ackerbodens gegenüber (Gn 27), zu dem zurückkehrend der Tote zerfällt (319), später das »Fleisch« (617 75 u.ö.), das nach dem Auslaufen des Blutes beim Schlachten und Opfern als leblose Masse zurückbleibt. Geist ist somit nach der grundlegenden Vorstellung des AT von Gott geschenkter Lebensträger für Mensch und Tier. Im Ohnmachtsanfall umnachtet sich der Geist (Ps 1434 1464), ja droht zu entschwinden (Ps 1437 Hi 171 3218). Der Ungeduldige hat einen kurzen G. (Ps 1297 Nm 214 Mi 27 Hi 214), der Traurige einen zerschlagenen, zerbrochenen, darniederliegenden (Js 546 5715 662 u.ö.) und der Zornige einen erregten (Ez 314 u.ö.). Wie die ruah als Wind in wechselnder Stärke auftreten kann, so kann auch der G. in verschiedener Mächtigkeit dem Menschen gegeben werden. Solche Sondergewährung kann Augenblickscharakter tragen wie ein plötzlicher Windstoß. Dafür begegnen die Verba salah »eindringen« (Ri 146 u.ö.), labasch »bekleiden« (634), he'ir »aufwecken« (Esr 11 u.ö.). So springt der G. auf Saul über und »er wird ein anderer Mann« (1 Sm 106; vgl. 116f 1920–24). Freilich kann Gott auch einen bösen-G. senden, der Saul sehr beunruhigt (1 Sm 1614ff 1810), oder einen Lügeng., der die Propheten betört (1 Kg 2222ff), ja selbst einen G. der Unreinheit (Sach 132). Jahwe kann aber auch seinen G. für die Dauer geben oder gar am Ende der Tage auf alles Fleisch ausgießen, so daß die Gabe der Weissagung allgemein geschenkt wird (Jl 31f) oder der künftige Herrscher der Heilszeit kraft dieser G.mitteilung ein Friedensregiment führen kann (Js 112). Dann ruht der G. auf dem Menschen (naha). Auch Ez erhofft für die Heilszeit eine allgemeine G.mitteilung (3627), wodurch das Halten der Gebote möglich wird. Um diese Gabe des G.es bittet der Psalmist (14310 5112.13). Hat Jahwe einem Menschen zusätzlichen G. gegeben, so kann er dieses Mehr an G. auch neu verteilen. So kann er von der G.esfülle des Mose nehmen und auf die 70 Ältesten legen, die einen Teil der Aufgaben des Mose übernehmen sollen (Nm 1116–29), so daß diese weissagen. Elisa kann darum bitten, daß er von dem G. Elias 2 Anteile erbe (2 Kg 29ff). Einen Übergang zu der ntl. Vorstellung, daß Gott G. sei (J 424) bilden Aussagen, die Jahwe einen G. des Zorns (2 Sm 2216 u.ö.) oder der Heiligkeit (Ps 5113 Js 6310.11) zuschreiben oder gar davon reden, daß er seinen G. gebe (4816 u.ö.). Vom hl. G. reden erst Qumrantexte (ruah qodoscha).

Für das Judentum war der Geist einerseits die von Gott stammende Lebenskraft eines jeden Menschen (Wsh 1511.16), andererseits der zu Gott zurückkehrende Vertreter des verstorbenen Gerechten (Jub 2331). Ideal erhöht trat er hervor entweder als die Weisheit Gottes (Wsh 16 722) oder (im Anschluß an Js 112) als das Charisma des Messiaskönigs und des Auserwählten (PsSal 1737 1 Hen 493). Ethisch qualifiziert wurde er für die Qumrangemeinde ein G. der Wahrheit im Kampf mit einem G. der Bosheit (Sekt III, 18–IV, 26).

Lit.: StB, Reg. – ThW VI, 330–87 – RGG II, 1271f – H. W. Huppenbauer: Der Mensch zw. zwei Welten ('59).
B. Reicke

Im NT bietet Geist.
(gr. pneûma) zunächst die gleichen Aspekte wie im AT. Aber wie diese Perspektive schon durch das Spätjudentum überholt wurde, ist sie es noch mehr infolge der spezifisch christl. Ereignisse: den Dienst Jesu, seinen Tod, seine Auferstehung, Pfingsten. Etymologisch ist Geist zunächst Wind (J 38 2 Th 28), dann Atem, Lebensodem, wie die Seele (gr. psyche, lat. anima, L 855 2346 Apg 759 2010 Jk 226 u.a.). G. und Seele können weiter die Geister oder ihre Substanz bezeichnen (L 2437 H 114 E 612 die ihres Leibes beraubten Toten (1 P 319). Sie berühren sich weiterhin inhaltlich, sofern die Seele hochbewertet ist – sie kann auch = G. sein (Mt 1129 L 147 u.a.) –, während letztere bei einer Abwertung in die Nähe von Leib oder Fleisch gerät, so daß es zur Antithese »geistig-seelisch« kommt (1 K 213ff 1544). Die absteigende Linie G., Seele, Leib (1 Th 523) versteht man besser in dieser beweglichen Perspektive als in einer Trichotomie, die weniger platonisch als gnostisch wäre. Psychol. kann »G.« noch eine Stimmung, eine Gesinnung sein (R 118 2 K 413 u.a.). Der Geist kann sich auch gelegentl. lösen, sei es als animistisches Doppel, sei es, weil seine Beziehung zu Gott ihm diese Unabhängigkeit in der menschl. Gesamtexistenz sichert (1 K 53f 619 G 618 Kol 25).
Der Konflikt der zwei Geister im nachkanon. Judentum, bes. in Qumran (Sekt. [1 QS] III, IV, passim), findet sich im NT wieder (Mk 1438 L 955 [D. usw.] 1311 1 K 212 E 22 1 T 41 1 J 41). Der gute G. ist wesentl. der G. Gottes, wie im AT, aber gleicherweise der G. Christi (2 K 317 1 P 111 414 u.a.). Der G. ist in den Synoptikern und der Apg eng mit den Ereignissen des Lebens Jesu und der Urkirche verbunden; L gibt ihm einen bes. großen Raum. Eine intensive Aktivität des G.es geht der Geburt Jesu voraus, begleitet sie und folgt ihr (L 115.35.41.67 225ff; vgl. Mt 118.20). Der Geist, mit dem Jesus nach dem Zeugnis des Täufers taufen wird (Mk 18 p), kommt während seiner Taufe wie eine Taube auf ihn herab (in körperl. Gestalt L 322). Er führt ihn in die Wüste der Versuchung (Mt 41 p). Mit der Macht des G.es vertreibt Jesus die Dämonen (1228). Die Verstokkung seiner Feinde, die ihn gegen den Augenschein beschuldigen, indem sie ihn zum Fürsten der Dämonen machen, versetzt sie in die Gefahr, die Sünde wider den hl. Geist zu begehen, die nicht vergeben werden kann (Mk 328ff p). Die Urgemeinde lebt und handelt seit der Ausgießung des G.es an Pfingsten (Apg 21–4) unter seinen Zeichen (431): er ist mit den Aposteln (48 532 1528), den Diakonen (63), Stephanus (65.10), Paulus (139 166f 2022ff), den Bekehrten, Juden oder Heiden, auf die er in der Taufe herabkommt, ja zuweilen vorher (1044ff 1115ff 158). Er charakterisiert die christl. Taufe durch Annäherung an die des Täufers (191–6). Man findet bei Paulus zunächst die schon erwähnten Bedeutungen wieder: möglicherweise als Leben (1 K 55) und geistige Substanz (1540ff); als Gegenstück zum G. Gottes, nämlich als Organ der Erkenntnis (211) und als Zeuge der Gottverbundenheit (R 816); als Wesen der christl. Existenz (19 G 618 u.a.). Die Betonung des Dualismus Fleisch-G. geht aber so weit, daß man vielleicht einen alexandrin. Einfluß vermuten kann (R 85ff G 517 1 K 212 u.a.). Religiös erhält der Begriff somit neue Aspekte:

a) Lösung vom Animismus, der noch in der Bemerkung über einen geistigen Leib (1 K 1544) fühlbar, aber zu unterscheiden von der Aussage über den inneren Menschen ist (2 K 416fR 722 E 316); b) Lösung von einem psychol. Realismus, der den Geist hypostasiert, um eine deutlich unterscheidbare Person daraus zu machen (in Gott, aber dann auch im Menschen; 1 K 211); c) Verbundenheit des Geistes mit einer Macht (1 K 24 R 1513.19 E 316), in Verbindung mit dem Glauben, mit der Liebe (2 K 413 E 316ff), mit Christus (dem Herrn = G.; 2 K 317). Die sog. deuteropaulin. Schriften erreichen dieses Niveau nicht, fügen aber auch nichts Neues hinzu (H 17.14 412 usw.).
Die geistige Befreiung ist bei Johannes noch weitergetrieben. Die physischen oder psychischen Züge des G.es sind kaum mehr als Wortgehalte (J 38 1930), wie sie in jeder Sprache vorkommen. Der radikalere ethische und rel. Dualismus macht einen alexandrin. Einfluß gegenüber anderen möglichen Einflüssen noch wahrscheinlicher (J 35f 663 1417). Die Inkarnation rehabilitiert ohne Zweifel das Fleisch in seiner ursprgl. Neutralität (1 J 42); aber sie muß der vollen Manifestation des Geises weichen (J 167), der Ankunft des Parakleten (1416.26 1526), des G.es der Wahrheit, der die Botschaft von Jesus sich weiter ausbreiten läßt (1612ff), und der er selbst sein wird (1418 1 J 21). Dann wird sich der Kult im G. und in der Wahrheit (J 423f) ganz Gott hingeben können, der selbst G. ist, wie er die Liebe ist (424 1 J 48.16). – Die Off hält die Identität des G.es und Christi fest, der zugleich hier bei der Kirche und im Himmel ist (Off 21.7.8.11 2217). Negativ und positiv neigen Paulinismus und Johannismus demnach zu einer spirituellen Auffassung des Geistes: Gott ist Geist, der Herr ist Geist, und in ihm war Gott (J 424 2 K 317 519).
[Handwörterbuch: Geist. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2111
(vgl. BHH Bd. 1, S. 537)

pfeilGeld

7 Abraham aber stand auf, verneigte sich tief vor den Bürgern des Landes, den Hetitern,
8 verhandelte mit ihnen und sagte: Wenn ihr damit einverstanden seid, dass ich meine Tote hinausbringe und begrabe, dann hört mich an und setzt euch für mich ein bei Efron, dem Sohn Zohars!
9 Er soll mir die Höhle von Machpela überlassen, die ihm gehört, am Rand seines Grundstücks. Zum vollen Geldwert soll er sie mir überlassen als eigene Grabstätte mitten unter euch.

 

Mt21,12-17
12Jesus ging in den Tempel und trieb alle Händler und Käufer aus dem Tempel hinaus; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um

13 und sagte: In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber macht daraus eine Räuberhöhle.

 

Lk3,12- 14
12 Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun?
13 Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist.
14 Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold!


Lk12, 16-20
16 Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
17 Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll.
18 Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen.
19 Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens!
20 Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?


Mt 22, 16-22
16 Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person.
17 Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?
18 Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle?
19 Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin.
20 Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das?
21 Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!
22 Als sie das hörten, waren sie sehr überrascht, wandten sich um und gingen weg.

Lk8,2
3 Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen.


Gen23,7-9

Geld

(hebr. késeph »Silber«, gr. argýrion) konventionelles Zahlungsmittel (Gn 239), evtl. Realkapital (Ex 2121). Wesen und Nutzen bestehen darin, daß beim Austausch von Leistungen der eine dem anderen manchmal etwas liefern muß, was letzterer nicht braucht, aber bei einem dritten eintauschen kann.
Das paläst. G. bestand von der Patriarchenzeit bis zum Exil meist aus (von einem Barren abgeschlagenen) Silberstücken, die man jedesmal wog (Gn 2316 Jr 329), weshalb der Grundbegriff Lot, Sekel war (hebr. schéqel »Gewicht«), seit der Perserzeit meist aus Münzen mit eingeprägter Gewichts- dh. Wertangabe (Esr 827 1 Mkk 156). Zentren der Kapitalbildung waren die orient. und hellenist. Königs- und Gotteshäuser als Empfänger verschiedener Tribute, so auch in Palästina (2 Kg 1814f Mt 2112 p). Eine volkstümliche Beteiligung am Kreditwesen u.dgl. begann für die Juden erst im Exil (Muraschu-Dokumente aus Nippur). Das von den Perserkönigen nach kleinasiat. Vorbild eingeführte Münzwesen beförderte den Kapitalismus, was in Judäa großen Aufschwung für Jerusalem und die Magnaten, aber Schwierigkeiten für die Kleinbauern bedeutete (Esr 831–36 Neh 51–13 770ff). Unterschiede zw. reich und arm prägen dann überhaupt das soziale Bild. G.fürsten gegenüber, wie den Hohenpriestern, den Tobiaden (2 Mkk 311) und anderen Gutsbesitzern (L 161), die in nachexil. Zeit vom Handel mit Phönizien und Griechenland, Ägypten und dem Osten profitierten, stehen Scharen von Knechten (Sir 3325–92) und Arbeitern (Mt 207). Im röm. Reich wurde der Ggs. zum rücksichtslosen Kapitalismus (L 1218 Jk 413) durch Zöllner und andere Monopolträger verschärft (L 313 Off 183). Jedoch verwirft die Bibel nicht das G. (Mt 2219 p), sondern nur die G.sucht (Am 26 Mt 624 p; Mammon). G. hat keinen Wert für die Apostel (Mt 109), ist aber ein Mittel der Wohltätigkeit (Dt 157 L 83 Phm 5). Münzen
[Handwörterbuch: Geld. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2119
(vgl. BHH Bd. 1, S. 540-541)

pfeilGemeinde

10 Der Herr übergab mir die beiden Steintafeln, die mit dem Gottesfinger beschrieben waren. Auf den Tafeln standen alle die Worte, die der Herr am Tag der Versammlung auf dem Berg mitten aus dem Feuer zu euch gesprochen hatte.

Jer44,15-16

Da antworteten alle Männer, die wussten, dass ihre Frauen anderen Göttern opferten, und alle Frauen, die dabeistanden, eine große Schar, sowie alle Leute, die in Ägypten und in Patros wohnten, dem Jeremia:

16 Was das Wort betrifft, das du im Namen des Herrn zu uns gesprochen hast, so hören wir nicht auf dich.

Esr10,1

Während Esra vor dem Haus Gottes auf den Knien lag und weinend sein Gebet und sein Bekenntnis sprach, versammelte sich um ihn eine sehr große Gemeinde von Männern, Frauen und Kindern aus Israel. Auch das Volk vergoss viele Tränen.

Ps89,6
6 Die Himmel preisen, Herr, deine Wunder
und die Gemeinde der Heiligen deine Treue.
7 Denn wer über den Wolken ist wie der Herr,
wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?

Spr21,16
16 Wer abirrt vom Weg der Einsicht,
wird bald in der Versammlung der Totengeister ruhen.


Ps82,1
Gott steht auf in der Versammlung der Götter, /
im Kreis der Götter hält er Gericht.

Mt16,18
18 Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Mt18,17
16 Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.

17 Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Apg2,47
46 Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens.

47 Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

Off22,16-17
16 Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt als Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft. Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern.

17 Der Geist und die Braut aber sagen: Komm! Wer hört, der rufe: Komm! Wer durstig ist, der komme. Wer will, empfange umsonst das Wasser des Lebens.

Mt5,17-18
Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
18 Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

Joh17,16-19
16 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.
18 Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
19 Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

Mk10,43-45
43 Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,

44 und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.
45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

1Joh3,15-16
15 Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder und ihr wisst: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.

16 Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben.

Dtn9,10

Gemeinde

(hebr. qahal, 'eda,

gr. ekklesía),

Volksversammlung.

Im AT stehen hinter den Traditionen vom Gott des jeweiligen Vaters (Abraham usw.) Gemeinden, die mit der Landnahme für ihre Numina die kanaan. Heiligtümer ihres Gebietes usurpierten und ihre partikularen Kulte nach der Gründung des Zwölfstämmeverbands, der sich als Israel am Zentralheiligtum um die Lade versammelte, zunächst fortsetzten. Die Sammlung dieser G.n zur G. Jahwes und der im apodiktischen Recht verkündete Absolutheitsanspruch Jahwes führten zur Identifikation der Numina miteinander und mit Jahwe. Die als Amphiktyonie lebende G. der Zwölf benannte sich am alten Zentralheiligtum von Sichem wohl »Jakobsöhne« (Gn 34), was bald durch »Israelsöhne« verdrängt wurde. Israel wird im AT (nach Rost) durch zwei bedeutungsverschiedene Wörter als G. bezeichnet. Qahal meint zunächst das Aufgebot der Männer zu Kultfeier, Gericht und Krieg. Im Dt (910) wird qahal theologisiert: der Tag der Bundschließung am Sinai ist hier Tag des Aufrufs Jahwes, an dem das Volk ('am) zum Aufgebot Jahwes wurde. Seit Jr 4415 umfaßt der Begriff auch Frauen, in Esr 101 auch Kinder. Übertragen nennt Ps 896 die himml. Mächte um Jahwes Thron »G. der Heiligen«, und Spr 2116 droht dem Unklugen mit der »G. der Toten«, 'eda, schon in Ps 821 für den Rat der Götter verwendet, bezeichnet von der Priesterschrift an nur noch die um das hl. Zelt ('ohel mo'ed, darum 'eda) jeweils versammelte, streng gegliederte kult. reine Volks-, Rechts- oder Kult-G. Mit dem Exil zerbrach die eine G. zu Einzel-G.n. Esras Neuordnung machte für die G.gliedschaft die Bejahung des Gesetzes zur Bedingung (Esr 10; vgl. Neh 10). Rest.

Im NT steht Gemiende. oft für die Kirche oder auch für eine Orts-Gemeinde. (entspr. hebr. qahal = gr. ekklesía, letzteres in LXX, in Mt 1618 1817 und dann sehr oft in Apg 247-Off 2216; dagegen hebr. 'eda, aram. konischta = gr. synagoge »Versammlung«, ntl. allein in Jk 22). Grundlegend ist der Begriff der sinait. Bundes-G. (1.), deren Erfüllung die universale sowie die lokale Christus-G. ist (Mt 517 usw.). Für die Sache verwenden Jesus und die Tradenten auch völkische Begriffe (Israel, auserwähltes Geschlecht, hl. Volk, die 12 Stämme) oder Bilder aus verschiedenen Lebensgebieten (Jerusalem, Tempel, Priesterschaft; Haus, Haushalt, Braut, Körper; Herde, Feld).

Jede dieser Bezeichnungen reflektiert einen bestimmten Aspekt des Selbstverständnisses der G. in seiner doppelten Beziehung auf die hist. G. Jahwes und die messian. G. der Endzeit. Sowohl die Gesamtauffassung als auch die spezifischen Organisator. Formen, die die G. annahm, waren grundsätzlich von der Sendung Christi her bestimmt, wenn sie auch teilweise durch jüd. und gr. Vorbilder beeinflußt wurden. Sein Dienst an den Armen und Verstoßenen fand seitens der G. Ausdruck in dem Ruf zur Mission, die sich in gleicher Weise an die am Rande des Gesetzes Stehenden wie an Priester und Pharisäer wandte und schließlich sogar Sklaven und Herren außerhalb der Blutsbande der G. erreichte. Christi Rolle als Versöhner und Mittler hatte das Fehlen einer Priesterschaft zur Folge (anders Qumran) sowie die Überzeugung, daß die ganze G. in übertragenem Sinne apostol. (J 1718) und priesterlich (Off 16 510) sei. Die verschiedenen Arten von G.arbeitern (Apostel, Propheten, Lehrer, Bischöfe, Älteste, Diakonen) stellen den Versuch dar, durch selbstverleugnenden Dienst Gottes Opfertat für die Menschheit (Mk 1045 1 J 316) praktisch umzusetzen ( G.leitung).
[Handwörterbuch: Gemeinde. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2131
(vgl. BHH Bd. 1, S. 543)

pfeilGerechtigkeit Site in Bearbeitung  

Gerechtigkeit.

(sedeq, sodaqa)

Im AT ist mit den mit G. übersetzten Worten

sedeq, sodaqa eigentl. gemeinschaftsgemäßes Verhalten und daraus entspringendes Heil gemeint. Wie wenig es dem modernen G.sbegriff entspricht, zeigt sich darin, daß das Wortpaar nie für ein strafendes Handeln gebraucht (Cazelles) und noch in rabb. Texten dem strengen Gericht entgegengesetzt wird. – Rechtes Tun ist auf die Gemeinschaft vor allem von Sippe (Gn 3826), Volk (Ez 459f) und Gottesbund (1 Kg 36) ausgerichtet. Es führt notwendig heilvolles Ergehen mit sich (Spr 2121; »schicksalswirkende Tat«), das sich äußert als Sieghaftigkeit sowohl im Krieg (2 Sm 814f Ps 455 Js 412) wie im Rechtsstreit (Ex 237 Dt 251 Spr 2424) und als Wohlfahrt und Fruchtbarkeit (Jl 223f Js 4818f Ps 723). Solche G. kann Israel üben und sich erwirken, weil sie im Kult immer wieder von Jahwe übereignet wird (Ps 245 721 8510ff Hos 221). Freilich ist der Frevler davon ausgeschlossen (Ps 6928). Der Lobpreis für diese Gottesgabe wird in den Pss häufig laut (Ps 718 usw.; Ri 511 Mi 65). – Die Propheten klagen, daß Israel die G. verlassen habe (Am 57 612 Js 121 57 u.ö.) und hoffen auf eschat. Neubegabung (Hos 221 Js 126f usw.). Der steigende sittliche Ernst des Judentums führt in den Schriften von Qumran dazu, daß der sündige Mensch auf Rechtfertigung aus Gottes freier Gnade hofft (1 QH 429ff 717 1 QS 1113–15).

Lit.: EKL I, 1501f – RGG II, 1403–6 – K. Koch: Wesen u. Ursprung d. »Gemeinschaftstreue« – Zum nachbibl. Judentum: G. H. Dalman: D. richterl. G. im AT. Kartellztg. akad. theol. Vereine auf dt. Hochschulen VII ('97) 89–94. 121–5 – S. Schulz, ZThK 56 ('59) 155–85.
K. Koch

Im NT ist »G.« die gew. Übers. von dikaiosýne. Als gebildet von díke, »Weisung« (vgl. deíknymi, »zeigen«), bedeutet das entspr. Adj. díkaios, »gerecht«, an sich »ordnungsgemäß«, weshalb »G.« als Erfüllung einer Ordnung zu verstehen ist. Zuweilen geht es allg. um jurist. oder soz. Billigkeit (Mt 204 Apg 1731 Off 167 1911). Sonst aber ist G. ein spez. rel. Begriff, nicht negativ-forensisch (Unsträflichkeit), sondern positiv-aktiv: Verwirklichung von Gottes Wesen, Willen und Bund (Mt 315 usw.). G. ist für Jesus eine Gabe des Reichs (Mt 56 633). Paulus betont ebenso die Unmöglichkeit, durch Leistungen ein rechtes Gottesverhältnis zu gewinnen, wie daß uns in Christus Gottes eigene G. ohne Verdienst geschenkt wird (R 324 u.a.). Gott rechtfertigt den Sünder (58f); dieses rettende Handeln in Christus verwirklicht sein heiliges Recht (325fG 321) und hebt die Sünde auf (R 83 2 K 521).
[Handwörterbuch: Gerechtigkeit. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2159
(vgl. BHH Bd. 1, S. 549)

pfeilGericht    

Gericht

(hebr. din, mischpat, gr. krísis) wie Recht und Rechtspflege für bibl. Denken in Gott und seinem Gesetz gegründet.

AT

In altisr. Zeit sprachen die Stammeshäupter, in der Königszeit Ortsgerichte (Dt 1618 Am 510 Ps 1275), in bes. Fällen Priester (Dt 178–13) und der König (1 Kg 316–28) selbst Recht. In ntl. Zeit waren für das Gerichtsverfahren Ortsgerichte, die Synagogen und das Synedrium in Jerusalem zuständig. Autorisierte Rechtsgelehrte entschieden als Richter in Vermögensfragen. Auch in den ntl. Gemeinden wurden die innerhalb derselben entstandenen Rechtsfragen entschieden.

– Als Hüter des Rechts ist Gott selbst der höchste Richter (1 Sm 210), der Sünde und Schuld sowohl im Leben des Menschen (Prd 317) wie der Völker ahndet (Hi 3631). Sein Gericht bekundet sich der Vergeltung gemäß im Schicksal des einzelnen und der Völker (Ps 6213 R 26).

NT

Die Erwartung des NT richtet sich auf das jüngste Gericht (Mt 522 usw.), in welchem die Weltgeschichte ihr Ende findet und sich das Schicksal der Lebenden und Toten (Auferstehung) zum ewigen Leben oder zur Verdammnis entscheidet (Mt 2531–46).

[Handwörterbuch: Gericht. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2160
(vgl. BHH Bd. 1, S. 549-550)

pfeilGesalbter    

Gesalbter - Hoherpriester

(hakkohen haggadol)


– Unter den königlichen Beamten in Israel wie in Juda gab es einen obersten Priester ( Amasja, Jojada, Hilkia, schon Zadok?), der vielleicht den Titel hakkohen trug (von den Priestern unterschieden 2Kg 128; vgl. 234 1Sm 2211 Jr 2925 f). Jojada und Hilkia werden 2Kg 1211 224. 8 234 (nachexilisch) hakkohen haggadol (Luther: H.) genannt, Seraja, der letzte Oberpriester vor 587, kohen harosch (Luther: Oberster Priester, 2Kg 2518 Dtn). Ausgestaltet wird das Amt des H.s aber erst in nachexilischer Zeit.

– In der Gestalt des Aaron beschreibt die Priesterschrift die Befugnisse eines H.s (der Titel allerdings erst Nm 3525ff [Ps] und Lv 2110 [H]), Er allein darf das Allerheiligste einmal im Jahr betreten (Lv 16), die Gesamtgemeinde sühnen (Lv 416), Opfer am Räucher- Altar vornehmen (Ex 307. 10), und den Ephod mit Urim und Tummim tragen (Ex 28 f). Mit dem Brustschild (Ex 2815ff), der Tiara und dem Stirnblatt (Ex 2836ff) wie dem Titel »Gesalbter« (Lv 43. 5. 16 615) wird ihm ein königlicher Rang zuerkannt. Sein Amt ist erblich (Lv 615 Nm 2026ff). Dem Nachtrag Nm 3525ff gilt sein Tod als sühnewirkend (vgl. Jos 206). Er darf nur eine Jungfrau heiraten und soll sich an keiner Leiche verunreinigen (Lv 2110–16).

– Der erste namentlich bekannte nachexilische H. ist Josua, nach 1Ch 541 ein Enkel des erwähnten Seraja. Mit dem zum Messias designierten Serubbabel führte er 520–515 den Wiederaufbau des Tempels durch, unterstützt von Haggai und Sacharja (Hg 1 Sach 3. 69–15). Unter Nehemia (31. 20 1328) und Esra scheint der Einfluß des H.s gering gewesen zu sein, jedenfalls entscheiden die beiden in kultischen Dingen ohne ihn. Die Briefe von Elephantine lassen von dem H. Jochanan (um 410) nicht viel mehr als den Namen erkennen (AOT 451; ANET 492); nach Josephus (Ant. XI, 71) war er vielleicht Führer der Gola-Partei (Morgenstern). Der Chronist redet auffallenderweise nicht vom H., sondern vom kohen harosch (2Ch 1911 2411 2620 3110; vgl. Esr 75). Sonst hören wir aus pers. und frühhellenist. Zeit wenig über den H., abgesehen von einigen Notizen bei Josephus (Schürer I, 181 A. 3). Doch muß damals der H. mehr und mehr nicht nur das religiöse, sondern auch das politische Haupt der jüd. Gemeinde geworden sein. – Greifbarer ist erst wieder Onias III. (II.?), der in den Tagen des Antiochus IV. Epiphanes das Haupt der altgläubigen Partei war; er wurde von seinem griechenfreundlichen Bruder Jason mit Hilfe des Königs verdrängt, der aber
[Handwörterbuch: nach einigen Jahren dem Nichtpriester Menelaos und dieser wieder dem Alkimos weichen mußte. Das bis dahin unumstößliche Gesetz, daß ein H. Zadokide, sein Amt lebenslänglich und erblich sein müsse, war umgestoßen. Die daraus entstehenden Wirren führten zum makkabäischen Aufstand, in dessen Verlauf es sieben Jahre keinen H. gab, bis 153 der Hasmonäer Jonathan das Amt übernahm; es erbte sich in seiner Familie fort bis auf Hyrkan II. (bzw. Aristobul III., † 35 vChr). Von da an wurde das H.tum ein Spielball in den Händen Herodes' d.Gr. Nach 6 nChr hat es durch Hannas und seine Familie eine politische Rolle gespielt ( Hohepriester, Hoher Rat). Es war aber nicht mehr lebenslänglich und erblich, die Salbung fiel fort, der Prachtornat wurde von den Römern verwaltet. Ntl. bedeutsam waren folgende H.: Kaiphas (18–36), Schwiegervater des Hannas (beim Prozeß Jesu); Jonathan (36–37), Sohn des Hannas (beim Martyrium des Stephanus); Ananias (ca. 48–58; beim Prozeß gegen Paulus); Ananus II. (62), Sohn des Hannas (beim Martyrium des Jakobus). Einen Zadokiden haben die Zeloten noch einmal 70 nChr zum H. gewählt.

– Größer als im äußeren Geschehen ist die Macht und der Glanz des h.lichen Dienstes in bestimmten Zweigen der frühjüd. Literatur. Im »Preis der Väter« (Sir 44ff) nimmt Aaron einen bedeutenderen Raum ein als Mose; angehängt ist eine überschwengliche Darstellung des H.s Simon II. (um 190, Sir 50). Ähnliche Töne schlägt der Lobpreis des Makkabäers Simon (1Mkk 146ff) an. Für Philo ist der H. mehr als ein Mensch, sein Ornat bildet das Weltall ab (vgl. ThW III, 272ff). Für den Hebräerbrief ist der H. und sein Tun das hervorstechendste Kennzeichen der atl. Gemeinde; freilich stellt ihm der Hebräerbrief den höheren H. nach »der Ordnung Melchisedeks« gegenüber. In der Synagoge von Dura Europos trägt Aaron als H. die Tracht der iranischen Könige (Widengren, VT Suppl IV, '57, 212 f). Für die Zukunftshoffnung spielt die Gestalt des H.s eine wichtige Rolle. Schon Esr 263 Neh 765 (vgl. 1Mkk 1441) kündigt sich das an in der Erwartung, daß wieder einmal ein Priester für Urim und Tummim entstehe. Gerade in Kreisen, die das hasmonäische H.tum als illegitim abgelehnt haben (PsSal 18 810ff 175 f AssMos 53 f 61 TestLev 14; die Qumran-Schriften reden vom »Frevelpriester« 1QpHab VIII ff und stellen die Söhne Zadoks als die rechten Priester heraus), wird um so mehr Wert auf den zukünftigen H. gelegt (Jub 3113–17 TestRub 67–12 TestLev 18 1QM II, 1 VII, 12 XV, 4 1QS IX, 11 1QSa II, 12–22; vgl. Schoeps,ThLZ 81, '56, 663–9). In der rabbinischen Literatur wird der kommende H. bisweilen mit dem wiederkehrenden Elia identifiziert. Hohepriester.
[Handwörterbuch: Hoherpriester. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2824
(vgl. BHH Bd. 2, S. 740)

pfeilGeschlecht    

Geschlecht

(hebr. zera' »Same«, toledot »Nachkommen«, mischpaha »Sippe«, dor »Generation« u.a.; gr. génos »Nachkommenschaft«, geneá »Generation«; Luther G. auch für »Haus« und »Stamm«) ein durch vielerlei Vokabeln nuancierter Begriff der Gemeinschaft, gegründet auf Abstammung oder Gleichzeitigkeit (Sexus ist nicht gemeint).

Im AT ist G. zunächst biolog. Nachkommenschaft (Gn 1316), Sprößlinge (1032). Bes. ist es Sippe als Mittelglied zw. Familie und Stamm (Nm 361); dieses heißt auch »Tausendschaft« (116). Der zeitlich orientierte Begriff Generation (Gn 1516) wird manchmal ethisch qualifiziert: ein verkehrtes G. (Dt 325), das G. der Gerechten (Spr 1121).
K. Cramer

Das Judentum hatte ein starkes Interesse für das G. im genealog. Sinne (Esr 259–63 Tob 11; StB I, 2ff).

NT

Auch das NT erwähnt in einigen Fällen das G. im Sinne von Abstammung oder Nachkommenschaft, aber entweder nur biogr. (Mk 726 Apg 46 usw.), im Missionszshg. (1326 die Juden das G. Abrahams, 1728f alle Menschen das G. Gottes) oder apolog. (Ph 35 Paulus auch vom G. Israels). G.sregister ( Stammbaum) werden abgelehnt (Tt 39). Nur beim Stammbaum Jesu werden die Generationen zw. Abraham und Jesus angeführt (Mt ), und obgleich Christus keinen menschl. Ursprung hat (H 73.6), heißt er der Sproß Davids (Off 2216). Sonst wird rein kollektiv im Blick auf die Offenbarungsgeschichte an vergangene G.er erinnert (Apg 1336 1416 E 35 Kol 126). »Dieses G.« sind die Zeitgenossen, entweder die ungläubigen Juden (Mt 1116-L 1725 häufig, auch Apg 240 H 310) oder die Jünger (Mt 2434 p).
[Handwörterbuch: Geschlecht. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2188
(vgl. BHH Bd. 1, S. 558)

pfeilGesetz    

Gesetz

(hebr. tora, gr. nómos)

nach jüd. und ntl. Sprachgebrauch der Pentateuch (Mt 517 712 L 1616 2444 Apg 1315 usw.), mitunter das ganze AT (J 1034 1234 1525 R 319 1 K 1421).

– Davon ist der ursprgl. Sinn des Wortes G. im AT zu unterscheiden. Das in LXX und NT mit »Gesetz« wiedergegebene hebr. Wort tora heißt ursprgl. »Weisung«, und zwar meint es die vom Priester mündlich erteilte Weisung in kultischen, rechtlichen und sittlichen Fragen (Dt 3310 1711 Jr 1818). – Bereits Hosea kennt (812; vgl. 46 81) die schriftlich niedergelegte Weisung; das ist ein Ansatz, der sich im Dt entfaltet findet, indem nicht nur eine Einzelvorschrift in ihm (1711), sondern es als ganzes als »(diese) Weisung« (tora) bezeichnet wird. In nachexil. Zeit wurde dann das von Esra mitgebrachte und verlesene Gesetz ebenfalls tora (Gesetzbuch) genannt (Neh 83). Ob das bereits der ganze Pentateuch war, ist ungewiß; jedenfalls aber erhielt dieser bereits in vorchr. Zeit im Judentum die schon erwähnte Benennung als tora – Bei der schriftlichen Weisung, die im AT gesammelt im Dekalog, im Bundesbuch, im Dt, Heiligkeitsgesetz und in Teilen der Priesterschrift (Ex 25–31. 35–40; Lv und Nm) vorliegt, hat die neuere Wissenschaft gelernt, zwischen verschiedenen Arten und Formen zu unterscheiden. Das sind: 1. Die als Gebot oder Verbot ergehenden kurzen, sog. apodiktischen Sätze, wie sie im Dekalog (Ex 201–17 Dt 56–21), in der sichemit. Fluchtafel (Dt 2715–26) und in Reihen wie Ex 2112.15.17 Lv 1913–18 erscheinen. Sie stellen die Form dar, in welcher den Israeliten am Fest der Gotteswille kundgetan wurde. 2. Die im konditionalen Satzgefüge einhergehenden Vorschriften, wie sie namentlich im Bundesbuch (Ex 211–2216) und auch im Dt erhalten sind. Es handelt sich um altorientalisches (vgl. Taf. > 5b), von Israel übernommenes und öfter umgeprägtes Rechtsgut, welches der Rechtsprechung zugrunde lag, wie sie von den Bürgern bzw. Ältesten in den Ortschaften geübt wurde (vgl. Rt 4 Jr 26). 3. Die vor allem in Lv und Nm überlieferten kult. Gebote, die teils der internen Priesterbelehrung und teils der priesterl. Unterweisung der Laien dienten. – Für die Bewertung des G. im AT ist wichtig, daß dieses eben als Weisung verstanden wurde, und zwar als solche, die dem Bunde Gottes mit Israel nicht vorausgeht, sondern die dem geschlossenen Bund folgt, indem sie ein Leben, wie es der göttl. Solidarität und Treue entspricht, ermöglicht. Weil das so ist, seufzt man in Israel nicht unter der Last des G.es, sondern freut sich seiner (Dt 432ff 3011–14) und preist es (Ps 198ff 119).

AT

Die nachexil. Restauration des Judentums erfolgte durch Esra und andere Schriftgelehrte (Esr 76 usw.), welche für Lesen und Lehren des G.es sorgten (Neh 82.13). Gestalten wie Tobit und die Makkabäer beleuchten jüd. Treue gegen das G. (Tob 18 1 Mkk 224). Weisheitslehrer priesen das G. als präexistent und allgegenwärtig (Sir 244.33 Bar 41). Zur Jurist, und rel. Regelung des Lebens entwickelten die Schriftgelehrten eine minutiöse Exegese (hebr. midrasch) und eine ergänzende Tradition (hebr. mischna; Mt 152 Überlieferung der Ältesten), konzentriert in Rechtsätzen (hebr. halakot); nachbibl. Niederschläge davon sind einerseits Midraschim, andrerseits Mischna und Talmud. Nach der Erfüllung aller Observanzen strebten die Pharisäer und die Essener; für die Unversehrtheit des G.es kämpften die Zeloten.

Die im NT vorliegende Anerkennung des nach jüd. G. Hingerichteten als Messias bedeutete für die Urgemeinde eine Außerkraftsetzung des G.es, an des sen Stelle der Messias als die das Leben bestimmende Größe trat (Kol 214). Da jedoch Jesus selbst das G. anerkannte (Mt 517), blieb auch seine Gemeinde an das G. gebunden. Sie versteht es (nach Paulus) besser als die Juden (2 K 313), weil sie von seinem Fluch frei ist (G 313). Darum ist für sie eine Bejahung des G.es im jüd. Sinn ebensowenig möglich wie eine Verwerfung. Zw. beiden Extremen geht der Weg in ständiger Auseinandersetzung sowohl mit dem Judaismus wie mit dem Libertinismus. Als Richtschnur für das Handeln gilt nicht mehr der G.esgehorsam, sondern das Bezeugen des neuen, durch Christus geschenkten Seins gegenüber dem Nächsten (R 619 12 1). Dieser Maßstab bestimmt auch nach L und dem 1 P den Ansatz der ntl. Paränese (L 620–49 1 P 21–25). In gewissen Kreisen aber geriet das Ev in ein formalist. Verständnis, das es in die Nähe des G.es rücken läßt, so daß daraus Regeln, Rechtssatzungen und Gebote abgeleitet wurden (Kol 220ff 1 T 16–11). Diese Entwicklung lief parallel einer Erschlaffung der eschatol. Erwartung (2 P 34).
[Handwörterbuch: Gesetz. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2200
(vgl. BHH Bd. 1, S. 561)

pfeilGewalt    

Gewalt

(hebr. jad »Hand«, auch 'oz »Macht«, u.a.; gr. exousía »Kompetenz«, auch krátos »Kraft« u.a.), Autorität, Potenz oder Kraftentfaltung als Ausdrücke für die Herrschaft Gottes oder anderer Mächte, die evtl. selbst G. heißen. Es gibt keinen term. techn., nur Umschreibungen oder mehrdeutige Worte, deren Inhalt aus dem Kontext hervorgeht.

Das AT sagt »in der Hand jemandes sein« (Gn 166 u.ö.). Die Hand ist das Instrument des »Schaltens und Waltens« (Ps 10311 Kl 113). G. und Recht sind ursprgl. zusammen, ebenso wie regieren und richten (Gn 166). In Gottes Hand sich wissen ist höchstes Zutrauen zu seiner G. und seinem Regiment (Ps 3116 Dn 414). In Gottes Hand liegt das Regiment über die Erde (Sir 104); er rettet aus der Hand der Feinde (2 Kg 135). Der Gottesmann hat Teil an der G. und Herrschaft Gottes (Dn 714). In diesem Sinn ist von Erhöhung zur Rechten Gottes die Rede (Ps 1101, im NT auf Christus bezogen). Gottes G. wird auch als Heldenkraft bezeichnet (Hi 1213 Ps 543 u.ö.), so auch des Königs G. (1 Ch 2911). Metaphorisch wird auf die G. der Zunge hingewiesen (Spr 1821).
Gottes G. wird bezeugt gegen die Götzen (Nm 334 Jr 4312), gegen die, die die G. nicht von ihm nehmen (2515ff), gegen die G.igen dieser Erde (Ps 1476; vgl. L 152), gegen die G.tätigen (Js 102 Jr 76 Ez 817u.ö.), gegen die G. der Hölle (Ps 4916).

Im NT steht G. auch im Sinne der Naturg. (Apg 2741), G. des Todes (H 214), des Satans (Apg 2618). Ohne bes. Akzentuierung wird von der G. der Behörden gesprochen (Mt 2025 L 2020 R 131ff). Dort, wo es zu dem notwendigen Konflikt zw. den die Herrschaft Gottes Bezeugenden und den Mächten der Welt, den Behörden, kommt, stehen die Synagogenvertreter und Behördenvorstände auf der widergöttl. Seite (Mk 139 L 1211 u.ö.). Unter dem Einfluß gnost. Spekulationen werden die widergöttl. G.en verselbständigt. Sie haben ein Dasein zw. Himmel und Erde und wirken auf die Welt und ihre G.en ein (E 612). Die Urgemeinde bezeugt Jesus als den, der nicht nur die G. neuer Lehre, sondern auch G. über die bösen Geister hat und den Seinen gibt (Mk 122.27 L 91), weiter vor allem als den, der der Herr geworden ist über alle Mächte zw. Himmel und Erde durch die sessio ad dexteram Dei (E 121 Kol 215 1 P 322) und schließlich als den, der alle G. hat im Himmel und auf Erden (Mt 2818).
[Handwörterbuch: Gewalt. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2212
(vgl. BHH Bd. 1, S. 563-564)

pfeilGewissen    

Gewissen

(gr. syneídesis »Mitwissen«) nicht nach modernen Vorstellungen zu verstehen.

– In der heidn. Umwelt ist das G. das die begangenen (vor allem die bösen!) Taten mitwissende und verurteilende Selbstbewußtsein. Als moral. leitende Instanz kommt es nicht vor. Soweit es überhaupt genannt wird, ist ein »gutes« = ein von konkreten Anwürfen leeres G.

Das AT weiß zwar um Regungen von G.sbissen (Gn 37ff 2 Sm 2410), kennt aber kein hebr. Wort für G. Das hängt damit zusammen, daß der atl. Mensch als Einheit vor seinem Gott gesehen wird. Die Auseinandersetzung über die Vergangenheit ist daher nicht ein innermenschliches, sondern ein Gespräch mit Gott. Damit wird einerseits die Unruhe des G.s durch die Anklage Gottes überboten. Andererseits schafft Gott als der vergebende einen neuen Anfang und damit ein »gutes, reines Herz«, das einen neuen Wandel ermöglicht (Ps 32. 5112). Im hellen. Judentum, in dem sich die atl. und die gr. Welt begegnen, kommt es daher zum Begriff des »guten G.s« in einem nicht nur »leeren«, sondern positiven Sinne. Zugleich aber wird hier das G. als Ankläger, Überführer und Richter im Dienste Gottes verstanden (Wsh 1710), so vor allem bei Philo von Alexandrien.

Im NT kommt das G. fast nur in der paulin, und nachpaulin. Briefliteratur vor. a) Am häufigsten findet es sich in der Auseinandersetzung des Paulus mit den »Starken« in Korinth über die Frage des Götzenopferfleisches (1 K 87ff 1023ff). Dies läßt auf ein umlaufendes Schlagwort schließen. Im Zshg. mit ihrer besonderen Gotteserkenntnis ( Gnosis) berufen sich die Starken auf ihr rei. Selbstbewußtsein (syneídesis) für ihr willkürliches Treiben. Paulus läßt aber die Selbständigkeit dieses G.s nicht gelten, sondern bindet die Starken an das durch die hervorgerufene Anfechtung angeschlagene G. der Schwachen (89.11f). Die echte Stärke des G.s entspricht der Stärke des Glaubens, der sich an Christus und damit auch an den schwachen Nächsten bindet (vgl. R 141.23). – An den übrigen Stellen versteht Paulus das G. als die zweite, anklagende Stimme des Ich. Anders als im hellen. Judentum klagt diese Stimme nun aber nicht nur an, sondern kann auch einen Freispruch bezeugen (1 K 44 2 K 112 42 u.ö.). Auch in R 215 handelt es sich nicht um die wegleitende, sondern die anklagende Stimme vor dem letzten Gericht, die aber zugleich ein verteidigendes Wort sagt. Diese positive Wertung des G.s hängt mit dem Zentrum der paulin. Botschaft zusammen, nach welcher auch die Anklage des außermenschl. Anklägers, des göttl. Gesetzes (R 77ff) abgetan und durch den Freispruch des gnädigen Gottes ersetzt ist (vgl. 1 J 319–22). G. ist auch Einsicht in den den Staat begründenden und begrenzenden Willen Gottes, um deretwillen man sich den Vertretern des Staates unterstellen soll (R 135 1 P 219). b) Das nachpaulin. Schrifttum, wozu wohl auch die Past zu zählen sind, spricht vor allem vom »guten, reinen G.«. Es ist neben dem Glauben das Kennzeichen des Christenstandes gegenüber dem gebrandmarkten G. der Irrlehrer (1 T 15f. 19 42 u.ä.). Dies entspricht dem »reinen Herzen« des AT. Zu solcher Erneuerung kommt es durch die Taufe (H 99.14 1022 1 P 321). Vielleicht steht eine alte Taufformel dahinter, die sich an Ps 5112 anlehnt. Damit ist aber im NT etwas als Normalfall proklamiert, was in der Umwelt nur als Grenzfall auftritt: die Heilung des zerspaltenen G.s und damit die Erneuerung des Menschen durch die Tat Gottes in Christus.
[Handwörterbuch: Gewissen. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2221
(vgl. BHH Bd. 1, S. 565)

pfeilGlaube    

Glaube

(hebr. 'emuna, gr. pístis), Vertrauen.

Im AT bedeutet das Verb für glauben, he'emin, (jemanden oder etwas) fest sein lassen, als fest, zuverlässig ansehen. Von ihm ist ›Amen‹ abgeleitet. Es begegnet im AT mit dem Objekt Gott nur etwa 25mal, hat also nicht die umfassende Bedeutung wie im NT und im christl. Sprachgebrauch. G. ist im AT nicht eine Einstellung des Denkens, sondern des Seins zu Gott (Nm 1411 Ps 10624). Es kann fast gleichbedeutend sein mit Gehorsam (2 Kg 1714) und Gottesfurcht (Ex 1431), es kann auch dem Vertrauen ganz nahe sein (Ps 7822). Der G. richtet sich auf Gottes Worte (Gn 156 Dt 923 Ps 10612.24), aber damit zugleich auf Gottes Taten (Ex 1431 Nm 1411 Dt 132 Ps 7822.32). Einen Ggs. zw. g.n und sehen gibt es in früheren Texten noch nicht (Ex 1431); er kommt erst in den Blick, wo auf Gottes Verborgenheit hingewiesen wird (Dtjs und Hiob).
Meist ist das G.n an Gott (das Festseinlassen Gottes) vom Volk ausgesagt; eine wichtige Wurzel für den G.nsbegriff ist die Formensprache des »Hl. Krieges« (v. Rad). Der Begriff selbst begegnet in den alten Texten noch nicht; aber Jesaja, bei dem der G.nsbegriff seine stärkste Prägung bekam, ist noch von der Sprache des Hl. Krieges bestimmt. – Selten nur wird mit dem Wort g.n das Verhältnis eines einzelnen zu Gott bezeichnet, viel häufiger begegnen hier »vertrauen«, »hoffen« u.a. Das Moment des Anerkennens oder Bejahens Gottes, das für uns im G.nsbegriff liegt, wird im AT durch die Verben des Gott-Lobens zum Ausdruck gebracht. Von den Stellen, an denen das G.n auf Gott gerichtet ist, sind auffällig viele negiert; das G.n kommt da zum Bewußtsein, wo es verweigert oder versagt wird, sonst ist es ganz unreflektiert da, ohne daß es eines bes. Ausdruckes bedarf.
Der absolute Gebrauch von g.n an zwei Js-Stellen (79 2816) weist auf eine Wandlung des G.nsbegriffes. Hier entsteht für Js etwas, was in die überkommenen Begriffe nicht mehr paßt: das Legen eines neuen Grundsteines am alten hl. Ort Zion weist auf eine neue Epoche des G.ns, ebenso die Wandlung im Amt des Propheten, der, weil der König dem ihm angekündigten Gotteswort nicht glaubt, ein Wartender in einem Kreis von Wartenden wird (816–18), die als solche die G.enden sind: »Glaubet ihr nicht, so bleibet ihr nicht!« (79).

Das paläst. Judentum bezog den G.n aufs Gesetz als G.sgehorsam. Philo gründete den G.n in platonischer Weise, der man auch bei den Gnostikern und bei Plotin wiederbegegnet, auf die ewigen Realitäten.

Das NT kennt den gewöhnl. Sinn von G. (Mt 2423.26 L 1611 usw.), gibt ihm aber meistens ein rel. Objekt: Gott, sein Wort, Jesus Christus. Der G. kann schwach sein, fast bis zur Ungläubigkeit schwinden (vgl. Mt 1720 CD; Mk 836 924 R 141 usw.). Er hat Wachstum (2 K 1015), Fülle (R 420f), wunderbare Macht (Mk 923 Mt 1720 2121f usw.); er rettet (Apg 1631 usw.). Der paulin. G. drückt sich, halb objektiv halb subjektiv, in der Genitivwendung 'G. Christi' und sogar ›G. Gottes‹ (R 33; vgl. Mk 1122) aus (nach Deißmann mystisch). Der G. an die Gemeinschaft mit Gott und Christus durch die Gnade – daher rettend – erfaßt den ganzen Menschen: Gefühl, Denken, Wollen, Hoffnung und Liebe (1 K 1313), auch Werke der Liebe (2 K 913 G 56). Das Gute geschieht nicht ohne G.n (R 143). Der johanneische G. ist ähnlich, steht aber unter dem Prinzip des ewigen Logos (J 17 315 524 usw.). Anderwärts wird alexandrin. Einfluß sichtbar (H 111.3.10). Im NT findet sich aber nichts von einer Gnosis, die zugleich dem Intellekt und der Ekstase gerecht würde. Der rechtfertigende G. soll bekennend und fruchtbringend sein (Jk 214–17).


[Handwörterbuch: Glaube. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2260
(vgl. BHH Bd. 1, S. 576)

pfeilGleichnis    

Gleichnis

(hebr. maschal, gr. parabole, paroimía) eine Redegattung, in welcher der Gedanke mit Hilfe eines in sich selbst eindeutigen Bildwortes veranschaulicht wird. Man unterscheidet: Bildwort (er brüllt wie ein Löwe); Metapher (die Vergleichspartikel fehlt: der Löwe Judas); G. oder Parabel (als Erzählung angelegt, ein hauptsächlicher Vergleichspunkt oder Tertium comparationis); Allegorie (mehrere Metaphern, die Sache systematisch in das Bild gehüllt). G.se gehören zum Redegut aller Religionen.

Im AT begegnen ausgeführte Vergleiche bes. in der Weisheitsliteratur (Spr 76–27) und bei den Propheten (Hos 21–5 usw.). G.se haben Nathan (2 Sm 121–4) und die kluge Frau von Thekoa erzählt (2 Sm 145–7). Verwandt ist die Fabel, die ihre Personen der Tier-, Pflanzen- oder Sachwelt entnimmt, wie die vom Rechtsstreit der Bäume um einen König (Ri 97–20) oder die vom Handel eines Herrn mit seinem Weinberg (Js 51–7). Im Judentum der Zeitwende bezeichnet G. ganz allgemein das Bildwort, ob es sich nun um ein G., eine Fabel, ein Symbol, ein Sprichwort oder gar einen Witz handelt. Hier knüpft das ntl. G. an.

Im NT unterscheidet man eigentliche G.se (breit ausgeführte Vergleiche) und Parabeln (Erzählungen in Vergangenheitsform) von Beispielerzählungen. Die formgeschichtl. Forschung ist zu dem Ergebnis gelangt, daß mit einem doppelten »Sitz im Leben« zu rechnen ist, insofern die G.se a) im Leben Jesu und b) in der Debatte der Gemeinde ihren Platz hatten. Ausgangspunkt der Forschung ist der Sinn, den die Gemeinde dem G. gab (Synopt. Evangelien). Die Veränderung des Sinnes geht etwa auf die Auswertung für die kirchl. Ermahnung zurück. So wird die Hörerschaft geändert: Was Jesus zur Menge oder zu den Pharisäern sagte, wird auf die Jüngerschaft bezogen. Auf die Überlieferung der G.se Jesu wirken sich auch kirchl. Verhältnisse aus, wie die Mission, die Parusieverzögerung, die äußere Gemeindelage, vielleicht sogar der Untergang Jerusalems (Mt 226f). Die Gemeinde hat sich um eine theol. Bewältigung der G.se bemüht. Nach der Verstockungstheorie (Mk 410–12 u.ö.) haben die G.se nicht die Aufgabe, Unanschauliches zu veranschaulichen, sondern das Wesentliche vor den Ohren ungesuchter Hörer (derer »draußen«) zu verbergen; diese Theorie knüpft an einen Wesenszug der Orient. G.se an, wonach das G. dem gehaltenen Ohr unverständlich bleibt, weil es nur in seiner Bildhälfte verstanden, nicht aber auf die Sache angewendet wird. Viele G.se (bei Mt und L) widersprechen jedoch der Verstockungstheorie, die wohl als eine auf einen Teil des Stoffes beschränkte Deutung der G.se Jesu entwickelt wurde. Wichtig ist ferner die Frage, ob die G.se Jesu erst nachträglich allegorisiert wurden (vgl. die G.deutungen Mt 1336–43 Mk 413–20). Zwar darf mit Jülicher die System. Allegorese als hermeneut. Fehlentwicklung aufgefaßt werden. Aber die Tatsache läßt sich nicht leugnen, daß es mehrgipflige G.se gibt (L 1511–32 1619–31). Außerdem ist ein G. ein Organismus, in welchem Nebenzüge untergeordnete Vergleichspunkte berühren können. Die Auslegung wird diese Nebenzüge dem Hauptgedanken dienstbar machen müssen.
In der Mehrzahl der Fälle ist die Verwendung der G.se Jesu durch die Gemeinde ein Akt der Nachfolge und nicht der Urheberschaft. Indirekt wird dies durch einen Blick auf Paulus oder J bestätigt, wo sich keine ausgeführten G.se nachweisen lassen, höchstens die Anwendung von Bildworten ( Bildersprache). Das G. ist also wohl ein Charakterzug der Rede Jesu und dürfte, da es sich begreiflicherweise dem Gedächtnis bes. einprägt, für die Beurteilung der Lehre Jesu wichtig sein. Die Verwurzelung im paläst. Räume tritt aus dem verwendeten Bildmaterial schön hervor, das die Bedingungen des alltägl. Lebens widerspiegelt: Tagelöhner und Hausherr, Gebräuche und Versuchung des Bauern, Kaufmann und Wucherer, das Leben der Armen oder der Witwe usw. In beispielhafter Veranschaulichung spricht Jesus zu seinem Volk.
Daß er stets eine möglichst allgemeingültige Aussage verbildlicht hätte, wird neuerdings zugunsten der Ausrichtung seiner Worte auf die Forderung der Stunde (Eschatologie) bestritten.
[Handwörterbuch: Gleichnis. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2267
(vgl. BHH Bd. 1, S. 579)

pfeilGnade    

Gnade

(hebr. hen, hesed u.a., gr. cháris),

Gunst, Wohlwollen, Wohltat.

AT
Der Begriff ist im AT oft auf die Erwählung und den Bund bezogen: Gott bezeugt seine G. gegenüber der schuldigen Menschheit (Gn 98–17) und dem abtrünnigen Israel, sei es nach der Umkehr des Volkes (Jr 312 Am 515) oder nach vollzogenem Gericht (Js 6010 Hos 223). Im nachexil. Judentum sind G. und Vergeltung Gottes mehr auf den einzelnen Frommen bezogen (Sir 1720 PsSal 233–36).

Im NT ist aber G. ein überwiegend eschatol., d.h. auf das Kommen Christi bezogener (J 114–17) und in diesem Sinne von L und Paulus bevorzugter Begriff (L 419.22 Apg 2024 R 52 usw.). Wenn Paulus G. sagt, deutet er damit den Sinn der Sendung Jesu (2 K 89). Die vorhandene G. Gottes wird in den G.ngaben (charísmata, 1 K 14ff) sichtbar, von denen die Liebestat nur eine ist. Sie kann auch mit der Sendung des Apostels gleichgesetzt werden (R 15). Das menschl. Scheitern wird in diesem Zshg. durch die Offenbarung überwunden (2 K 129). Gerade in Unvermögen und Verzicht auf eigene Leistung tritt G. ans Licht; die G.nlehre des Paulus ist eine Entfaltung dieser Erkenntnis (R 324ff 44.16). G. ist aber nicht nur eine Tat Gottes für den Menschen, Paulus stellt sie sich auch als ein Kraftfeld vor, in das der Glaubende hineingerufen werde (G 16), das er betreten (R 52), aus dem der auf eigener Leistung Beharrende wieder herausfallen kann (G 54). G. bezeichnet also die Tat Gottes in Jesus Christus und gleichzeitig den durch ihre Macht geschaffenen Lebensraum des neuen Äons.
[Handwörterbuch: Gnade. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2275
(vgl. BHH Bd. 1, S. 580)

pfeilGold    

Gold

(hebr. zahab, auch beser, harus, ketem, paz, aram. d·hab, gr. chrysíon, chrysós) ein früh bekanntes und wegen seines funkelnden Gelb, seines Glanzes, seines Nichtoxydierens und seiner außerordentl. Seltenheit hochgeschätztes Metall.

- Gold. war das Symbol des Reichtums (Hi 315 Jk 22), des wahren Reichtums (Off 318), des bes. Wertes (Spr 314), der Autorität (Gn 4142 Dn 238 57ff Off 44.10 1414), des Adels (Kl 42), der Unvergänglichkeit (Hi 2310), der Sinnlichkeit (Jr 430 517 1 T 29 1 P 33 Off 174). Wegen seiner bes. Qualität diente es auch als Bild für die menschl. Tugenden und die Gaben Gottes an die Menschen: Weisheit (Hi 2815ff Spr 314f 1616), Erkenntnis (Spr 810.19), Glaube (1 P 17 Off 318), gute Werke (1 K 312), gemessene Rede (Spr 2511f), Konsekration (2 T 220f), das Gesetz (Ps 1911 11972.127), Güte (Spr 221). Verständlicherweise wurde dieser feinste irdische Stoff im Gottesdienst (Ex 25fH 94 Off 44.10), für die Kleidung himml. Wesen (Ez 2813 Off 113 156) und bei der Ausstattung himml. Stätten verwandt (Hi 3722 Off 2118). Weil G. in einem Schmelztiegel geschmolzen, gereinigt und erprobt werden mußte, gebrauchte man diesen Vorgang als Bild für das Leben der Menschen, die Verfolgung, Trübsal oder Prüfungen ihres Glaubens bzw. ihrer Werke zu erdulden haben (Hi 2310 Spr 173 2721 Sach 139 1 P 17 Off 318f) und darin standhaft bleiben oder gereinigt daraus hervorgehen (Js 125 Ml 33 2 T 220f).

NT

Nichtsdestoweniger schätzten weder Jesus noch die Urkirche den Besitz von G. sehr hoch (Mt 2316f Apg 36 1 T 29 1 P 33f). Und so kann G. sogar als Symbol dienen für alles Irdische, Welthafte und darum Vergängliche (Prd 126 Apg 1729 1 P 17.18 Jk 53).
[Handwörterbuch: Gold. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2286
(vgl. BHH Bd. 1, S. 583)

pfeilGott    

Gott

(hebr. el, gr. theós)

Das AT ist weniger an einer Definition G.es – zB G. ist Geist – interessiert, als daran, daß G. ist und herrscht. G.es Existenz zu leugnen ist für den Menschen des AT unbegreifliche Torheit (Ps 141). Ebensowenig kennt das AT eine Theogonie. G. ist der Erste und der Letzte. Er hat das Leben in sich und ist die Quelle allen Lebens. So ist immer wieder von dem lebendigen G. die Rede, der lebt und bei dessen Leben Schwüre geleistet werden. Diese Lebendigkeit G.es ist für die Anschauung des AT institutiv (Dt 3020 Jr 213 Ps 3610 10429), wenn auch die Auseinandersetzung mit dem Typus der sterbenden und auferstehenden Götter der kanaan. Umwelt (zB in der Eliageschichte) und mit den Nichtsen (vgl. Js 446ff) sie gelegentlich stärker profiliert. Leben ist aber für den Menschen des AT an eine Gestalt – so bei Tier und Mensch –, an eine Person – so beim Menschen, der nach G.es Bild geschaffen ist – gebunden. Daher kann das AT bis in die spätesten Zeiten hinein von G. in Anthropomorphismen (Augen, Ohren, Nase, Mund, Arm, Bein usw.) und -pathismen (Liebe, Zorn, Reue usw.) reden. Auch wenn LXX und Targume versuchen, solche Ausdrucksformen zurückzudrängen, ist das kein Protest gegen die personhafte G.esvorstellung, vielmehr die Sorge, G. nicht zu sehr in die menschliche Sphäre herabzuziehen; denn daran liegt auch dem AT, die Grenze zwischen G. und Mensch, Schöpfer und Geschaffenem zu wahren. Der Gegensatz zwischen G. und Mensch wird Js 313 als solcher zwischen Geist und Fleisch angesprochen. Noch stärker unterstreicht die Absolutheit G.es die Aussage, daß er »heilig« (qdsch – »getrennt sein« oder »hell glänzen«) ist. Als Bezeichnung des Wesens G.es, nicht einer Eigenschaft neben ändern, wird der term. »heilig« zum G.esprädikat schlechthin. G. heißt »der Heilige« (Js 4025 Hab 33), der »Heilige Israels« (Js!); »bei seiner Heiligkeit«, d.h. bei seiner Person (Am 42) wird geschworen. Hos 119: »Ich bin G. und nicht ein Mensch, der Heilige in eurer Mitte.« Die Begegnung mit diesem in seiner Heiligkeit über alles Geschaffene Erhabenen erfüllt darum den Menschen mit Staunen, Schrecken (Js 6!), überführt ihn seiner Unwürdigkeit und Niedrigkeit ( Demut) und erfüllt ihn mit G.esfurcht, mora', jener ehrfürchtigen Scheu, die dem Numinosen geziemt. Der heilige G. ist erhaben über den Raum, über die Zeit und die Geschichte und Geschicke der Menschen: Die Heiligkeit G.es ist nicht in einen Raum zu fassen (1 Kg 827) (das Problem der »Wohnung« G.es ist im AT nie endgültig gelöst worden); er ist der Erste, der Letzte (Dtjs!), unbetroffen vom Los der Vergänglichkeit; er ist in seinem oft unverstandenen Handeln größer als der Menschen Gedanken (Ps 139 Js 558). – Als lebendige Person ist G. für atl. Anschauung zugleich aber der sich offenbarende, der mit den Menschen Gemeinschaft will. Gehört es zu sem. Denken, die Vollständigkeit des Personseins in ihrem Gegenüber zu einem Partner zu sehen, lassen die Schöpfungserzählungen daher die Schöpfung in der Erschaffung des Menschen als des göttl. Gegenübers und wiederum in der Erschaffung des Weibes als des Partners des Mannes gipfeln, so konkretisiert sich für atl. Denken das die Gemeinschaft mit den Menschen begründende Wesen G.es in den Akten der gesch. Erwählung und des Bundesschlusses. – Über dieses so konstituierte Bundes- und Treueverhältnis zwischen G. und seinem Volke Israel wacht der heilige G. mit ständig wachem Eifer. Als Ausdruck des Herrschaftswillens wie der Liebe G.es zu seinem Volk entbrennt sein, mit Eifersucht nicht zu verwechselnder Eifer wie verzehrendes Feuer (Ex 205 344 Dt 424 615), er leidet unter dem Abfall des Volkes als unter einer – von den Proph. zuweilen im Bilde des Ehebruchs dargestellten – Treuelosigkeit, und die Rede des AT von der Gerechtigkeit als einem weiteren Wesensmerkmale G.es gehört, auch wenn sie eines jurist. Sinnes nicht entbehrt, doch primär in diese Zusammenhänge. Ebenso sind der zornige und der kriegerisch kämpfende G. bestimmte Aspekte seines Wesens, in denen seine wirkliche Lebendigkeit sichtbar wird. – Zur Bezeichnung der Äußerungsformen, in denen der heilige G. seine gegenwärtige Lebendigkeit vernehmbar macht, bedient sich das AT vor allem zweier Ausdrücke: Es redet vom Geiste und vom Worte G.es. Sein Geist ist am Werke bei der Schöpfung (Gn 13), in der Geschichte des Bundesvolkes (Richterzeit!). Er wirkt Umkehr ( Buße) des einzelnen (Ez 36 Ps 5112) und des Volkes, er wird in der Endzeit allen zuteil (Jl 31ff). Entsprechend ist G. im Worte seit der Schöpfung – die nach P durch dieses Wort entstanden ist – und durch die Geschichte in Gesetz und Propheten, die zum Inbegriff göttl. Offenbarung werden ( Kanon). – Der um seine Herrschaft und die Bewahrung seines Bundes eifernde heilige G. ist der eine. Zwar wird bis zum absoluten theoret. Monotheismus auch innerhalb des AT ein weiter Weg zurückgelegt, und erst Dtjs verleiht dieser G.esanschauung System. Ausdruck (zB 414 428 4310ff 453.6 4811), der Glaube an die Überlegenheit des G.es Israels besteht jedoch schon seit alters, wohl schon seit der Mosezeit. Von einer Religiosität, für die die Macht G.es noch an den Grenzen des eigenen Landes endet (Ri 1124 1 Sm 2619), über die Bestreitung lediglich der Macht fremder Götter bis zur Leugnung ihrer Existenz bei Dtjs führt die Entwicklung; der prakt. Monotheismus ist bereits bei Amos da und bei allen, die dem G. Israels die Lenkung der gesamten Weltgeschichte zuschreiben. – Die skizzierte G.esanschauung kommt auch in den im AT begegnenden Namen ( G.esbezeichnungen) G.es zum Ausdruck: Den G.esnamen Jahwe führt Ex 3 auf die Wurzel haja zurück und versteht den term. – imperfektisch, »er ist« – als Ausdruck dafür, daß G. der Seiende ist, der sich (freilich dabei das numinose Geheimnis wahrend) offenbaren will: 'ehje 'ascher 'ehje »Ich bin, der ich bin.« Trotz Ex 312 und 63 dürfte dieser Name schon vorher in beschränktem Maße bekannt gewesen sein (Gn 426), so daß Mose einem bereits bekannten Namen damit einen erweiterten, tieferen Sinn gegeben hätte. Die hauptsächl. in den proph. Büchern begegnende Bezeichnung Jahwe soba'ot = Jahwe der Heerscharen drückt, ursprgl. Jahwe als den Führer in Israels heiligem Krieg verstehend, seine Macht in Geschichte und Schöpfung aus. Ist von G. als dem ba'al die Rede, so ist er als der Herr und Besitzer seines Volkes und des einzelnen gemeint, aber auch als Eheherr; als 'adon, Herr (meist in der Vokativform 'adonaj), ist er der Gebieter, dem der Sklave als Unterworfener dient; melek schließlich, der König, außerhalb Israels mehrfach Göttername (Melek, Milkom), auf Jahwe offenbar vom kanaan. El aus übertragen, meint Jahwe (im Unterschiede zum kanaan. Pantheon-El!) als den absoluten König, der seinem Volke vorangeht, und es zu dem Ziele des endgültigen eschat. Königtums Jahwes führt ( Endzeit).
E. Jacob

NT

(1) Gott und G.esanschauung (= Gg.) im NT sind mit ihrer Bestimmung im AT eng verbunden. G. ist nicht ein spekulativ zu entfaltender Begriff, sondern der in der Geschichte sich Offenbarende (Mt 32fG 44) und den Menschen Beanspruchende (G 116). Nur aus der Begegnung mit G. sind Aussagen über ihn möglich. So ist G. wie im AT Lenker der Geschichte (Mk 1332 R 920f), der Richter über alle (Mt 410 R 25ff), der Schöpfer (Mk 1319 R819–21), der Herr der Welt (Mt 1125 Apg 1724). Dieser G. ist auch hier einer (Mt 1917), der ebenso die Menschen ganz fordert (Mt 2237). Diese Ausschließlichkeit nötigt zum Kampf gegen Götzen und Mächte (Mt 624 1 K 84ff), deren Vorhandensein ebensowenig wie im AT übersehen wird. Die Einzigartigkeit dieses G.es bedingt die Eigenart des Monotheismus im NT wie im AT. Daß der unmittelbare Zshg. mit der Gg. des AT bewußt gewesen ist, ist vielfach belegt (zB Mt 2232). Wenn der, der an den einen G. glaubt (Dt 64) und ihn und den Nächsten liebt (Lv 1918), nicht fern vom Reiche G.es ist (Mk 1234), so steht hier nicht ein anderer G., sondern eine neue G.eswirklichkeit in Frage. Die Gg. des NT unterscheidet sich von der des AT durch die im AT (Js 2111), bes. in der Apokalyptik, erst ersehnte Nähe der Herrschaft G.es. (2) Diese ist der Inbegriff der Verkündigung Jesu. Auf sie bezieht sich seine Lehre (Feld-, Bergrede). Auf sie ist sein Tun gerichtet (Mt 115fL 1120; Wunder). Er handelt in Vollmacht, ohne Berufung auf andere Autorität (»Ich aber sage euch...« Mt 522). Darum ist sein Evangelium unlöslich an ihn gebunden, wie immer über die Inanspruchnahme von Würdetiteln durch ihn entschieden werden mag. Theol. im NT ist nicht ohne Christologie und > Soteriologie. Gekennzeichnet ist die Nähe der Herrschaft G.es durch die Offenbarung seines eschatol. Vatertums. In der für den Juden unerhörten, kindlich familiären Gebetsanrede Abba (Mk 1430) ist Jesus diesem allmächtigen Vater nahe. Er ermächtigt seine Jünger im Vaterunser ( Gebet des Herrn), ohne sich darin mit ihnen zusammenzuschließen, G. gleichfalls so nahe zu treten. Dieses durch Jesus offenbarte Vatertum G.es ermöglicht eine neue Existenz. Sie ist bestimmt durch das alle Selbstsicherung preisgebende Gebet zum Vater (L 112) und das bedingungslose Vergeben gegenüber dem Mitmenschen (L 114; vgl. dazu bes. Mt 545–48).
(3) Auch bei Paulus und in den Johannes-Schriften geht es um die eschatol. Nähe des Vaters (G 46 R 815 J 841 149 2017 1 J 214). Für Paulus steht, seinen theol. Voraussetzungen entsprechend, das Offenbarungsgeschehen als solches als eines »in Christo« im Vordergrunde (R 324). Daß G. zu seinem Recht kommt, bestimmt nicht nur die Thematik des R, sondern findet u.a. auch immer neuen Ausdruck in den Doxologien (Ph 211 G 15 R 1136) bis hin zu dem »G. alles in allen« (1 K 1528). Diesem Geschehen zugeordnet ist eine neue Wirklichkeit, die als umfassende Gemeinschaft (neue Schöpfung: 2 K 517; Leib Christi: Kol 118; Ekklesia: 1 K 12) in Erscheinung tritt. In ihr ist der einzelne bis zur Parusie (Kol 34) in gliedhafter Existenz im strengen Sinne aufgehoben (1 K 1227). Die bestehende Welt aber wird durch diese neue Wirklichkeit auf ihr Ende hin gerichtet (1 K 729ff). Die joh. Schriften kennzeichnet in einem gewissen Ggs. hierzu ein bestimmter soteriologischer Aspekt. Im Mittelpunkt steht der vom Vater als der Offenbarer seiner Liebe zur Welt gesandte Sohn (J 316). Die Begegnung mit ihm eröffnet alles Heil (J 146). Das gilt wie für die Augenzeugen ebenso für die, die durch ihr Wort an ihn glauben werden (J 1720). Ihm zu glauben, ist die neue eschatol. Existenz im eschatol. Jetzt (J 524f), die in der Liebe sichtbar wird (1 J 314). Daß G. Liebe (1 J 48), Licht (1 J 15), Leben (J 526) ist, ist demnach Zeugnis auf Grund der Begegnung mit des Vaters eingeborenem Sohn (J 114).

(4) Bieten die übrigen Schriften des NT trotz mancher Unterschiede im einzelnen (zB stärkere gnost. Beziehungen in E [121], atl.-jüd. in Jk) keine wesentlich andere Gg., sondern stehen sie, mehr oder weniger deutlich greifbar, in der Tradition einer der hier dargestellten Ausprägungen, so ergibt sich für alle eine gewisse Einheitlichkeit der Gg. Die Zeugen des NT bringen keinen neuen G., sie wissen sich unter dem G. der Väter des Alten Bundes, der in Jesus handelt (Apg 313 H 11). Ebensowenig sind die Schriften des NT an einer Entfaltung des G.esbegriffes im philos. Sinne interessiert; denn Bestimmungen wie zB Apg 1722–31 oder 1 K 126 stehen am Rande, und auch die bini- bzw. trinitarischen Formeln dürfen nicht von den späteren, philos. mitbestimmten, dogmatischen Bemühungen her verstanden werden ( Ein, Einheit; Drei). Einheitlich ist die Gg. im NT keine eigentliche G.es»anschauung«, sondern der existentielle Bezug auf das eschatol. Handeln G.es als des Vaters Jesu Christi, in dem er alles neu macht (Mt 1125ff Off 215).
[Handwörterbuch: Gott. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2310
(vgl. BHH Bd. 1, S. 589)

pfeilGottesdienst    

Gottesdienst

(hebr. 'aboda »Dienst«, gr. latreía, leitourgía »Dienst«, proskynéo »verehren«).

AT

Über Israels G. unterrichten im AT Kultgesetze und Berichte vom Vollzug der Kultakte. Rituale des tägl. Kultus, der Feste und der G.e aus bes. Anlaß sind im AT weder erhalten noch mit Hilfe der im Psalter und in Prophetenbüchern (u.a. Joel) bewahrten Liturgien sicher zu rekonstruieren. Doch bieten die atl. Angaben wohl ein vollständiges Bild der in der Jahwereligion gepflegten Riten. Von zentraler Stellung war das Opfer. Weitere Kultelemente sind Prozession (Ps 247–10), Wallfahrt (Am 44), Fasten und andere Bußakte (Jl 18ff), Sakralmahl (1 Sm 13ff), Gebet, Gesang, Kultmusik (2 Kg 1114), ferner Besprengung mit Opferblut (Ex 248), Tanz (2 Sm 614). Wichtig war auch das Wort im G., da für Israel neben Kultlegenden zur Begründung von Feiern oder Heiligtümern von vornherein der Vortrag von Bundessatzungen mit anschließender Verpflichtung charakteristisch war (Ex 241ff Jos 24). Prophetenspruch, Losorakel, Reinigungsriten finden sich vorwiegend in kasuellen G.en. – Kultzeiten waren, abgesehen vom tägl. Tempeldienst (2 Kg 320), von Sabbat und Neumond, die Jahresfeste: Passah, Mazzoth, Wochenfest ( Pfingsten), Neujahr, Versöhnungstag, Laubhüttenfest, Erntefest, Tempelweihe; dazu kam in nachexil. Zeit das Purimfest. Ein Thronbesteigungsfest Jahwes ist nicht nachweisbar. Die Feste sind außer dem Passah als altem Hirtenfest weithin kanaan. Ursprungs, wie überhaupt Kulteinrichtungen, hl. Plätze ( Baum, Hain, Kulthöhe, Tempel) und Kultobjekte ( Massebe, umgedeutet zur Denksäule, Stier; Ephod, Teraphim und Lade dürften vorpaläst. sein). Doch hat vieles vom kanaan. Kultwesen in Israels G. keinen bleibenden Eingang gefunden ( Reformen) und wurde allenfalls als Fremdkult nebenher geübt. Es fehlen sexuelle Riten, mythol. Kultdramen, Beschwörungen, ausgebildete Orakeltechniken. Auch war der Jahwe-G. kein Bildkult ( Bild). Es kam in der prophet. Polemik sogar zu grundsätzl. Ablehnung des Opferkultus als eines Mittels menschl. Machtausübung auf Gott, das dem gesch. begründeten Erwählungsverhältnis zw. Jahwe und Israel nicht angemessen sei (Am 521ff Js 110ff). Ein Unterschied zw. priv. und öffentl. G. bestand in ältester Zeit nicht. Das Sippenhaupt war Priester. Zum beamteten Priestertum kam es erst im Kulturland, bes. seit Errichtung des Tempels. Neben der Priesterschaft hatte dann nur noch der König weiterreichende Kultrechte. – Exil und Tempelzerstörung nötigten sowohl Exulanten als auch im Lande Verbliebene zur Ausbildung neuer G.formen. Im Anschluß an den altvertrauten Vortrag von Bundessatzungen im G. wurde die Verlesung der kodifizierten Tora ( Priesterkodex), die Gesetze und grundlegende Geschichtserinnerungen in sich vereint, zum Zentrum eines opferlosen G.es, der sich auch nach Wiederaufnahme des Tempeldienstes hielt und weiter ausgestaltet wurde.

Judentum

Urbild des G.es im Judentum und in der Synagoge war Neh 81–12. Neben Toralesung traten als weitere Elemente Bekenntnis, Gesang, Gebet und Segen. Die Lesung erfolgte am Montag, Donnerstag und an Festtagen, am Sabbat fortlaufend in ein- (Babylon) oder dreijähr. (Palästina) Zyklus mit Anschluß kurzer Prophetenperikopen. Große Bedeutung erlangten im jüd. G. die tägl. Gebetszeiten (Dn 611): Morgens, mittags und abends mit dem Achtzehngebet und dem Schema (nur morgens und abends). Bes. in der Diaspora gewann der häusliche G. zunehmend an Gewicht. Auch die großen Feste, bes. Passah und Hanukka ( Tempelweihfest), spielten sich zT in häusl. Sphäre ab.

Das NT schildert, wie Jesus 1) sich einer jüd. Taufe unterzog (Mt 315 p), 2) zur Bekehrung auffordernd, an synagog. Predigtversammlungen mitwirkte (423 u.ö.), 3) unterrichtend an jüd. Sabbatmahlzeiten teilnahm (L 141), das Gottesreich als eine Mahlzeit mit den Patriarchen darstellte (Mt 811 p) und nach einer Tempelreinigung, die eben seine Sorge um den G. in Jerusalem ausgedrückt hatte, im Jüngerkreis ein passah-ähnl. Mahl hielt (2618 p). Die paläst. und hellenist. Apostel und Gemeinden haben dementsprechend, zunächst auch im Anschluß an Tempel und Synagoge (Apg 246 920), drei G.formen entwickelt: 1) eine Taufe (Apg 238 bR 63); 2) eine Predigtversammlung zum Bekehrungszweck (Apg 238 a 1730 1 K 1423); 3) eine Jüngermahlzeit (Apg 242 1 K 1120), für die Paulus aus praktischen Gründen eine Trennung von Sättigung und Eucharistie (Passahmotiv) verlangte (1121.34; 23–27). Inhaltlich liegt aber ein Bruch mit überlieferten Kultidealen vor. Da man die term. techn. für G. (s. o.) wegen LXX mit dem jüd. Opferwesen verband, bezeichnen sie nur ausnahmsweise christl. G. aber ein spontanes Überwältigtwerden vom Heilsgeschehen (Mt 1433 1 K 1425 Off 39). Hier ist G. nicht wie für Juden und Griechen wesentlich Darbringung von Opfern (sacrificium: Apg 1728 1 K 1018ff), sondern a) Antwort auf die Gottestat (sacramentum: Mt 2818f Apg 236.38 Christus ist Herr, deswegen Taufe; R 121 Gott hat Barmherzigkeit gezeigt, deswegen G. als Hingabe der ganzen Person; 1 K 1125 Abendmahl zur Erinnerung an das Opfer Christi), b) Fortwirkung derselben (J 423 R 815 der Geist ermöglicht die Anbetung). Liturgie und Diakonie waren deswegen ursprgl. eins (Mt 1416 p Apg 62). In nachbibl. Zeit blieb 1) die Taufe selbständig, 2) aber wurde als Katechumeneng. mit 3) dem Abendmahl der Getauften (missa fidelium) verbunden.
[Handwörterbuch: Gottesdienst. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2335
(vgl. BHH Bd. 1, S. 597)

pfeilGottloser    

Gottlos

(hebr. nabal, rascha', gr. asebes) widergöttlich.

Im AT deutet nabal im apodiktischen Recht verbotene todeswürdige sexuelle Beziehungen an (Ri 2010 u.ö.). Typisch sind Nabals (!) Verachtung des Gesalbten David (1 Sm 2525) und die existenzielle G.igkeit von Hiobs Frau, die ihm rät: »Fluche Gott« (Hi 210); ähnlich sagen aus mangelnder Scheu (Ps 141) G.e: »Es ist kein Gott«. Alle Israeliten sind Gott gegenüber treulos (Js 917 u.ö.); das Feindvolk ist g. (Ps 7418). Das Wort rascha' meint ursprgl. den im Prozeß als schuldig Erwiesenen (Ex 237). Die Gemeinde muß strafen, das Vergehen zieht die Strafe aber automatisch nach sich (Prd 88, Koch); doch ist dies Jahwes Strafe. Der Kern des Begriffes rascha' ist (bis zur Radikalisierung durch Paulus) die Mißachtung der göttl. Gebote (Ez 18. 3312 Mi 610f Hos 1012ff verglichen mit Geboten aus Ex, Lv, Dt). Die Unschuldigen der Pss klagen hauptsächlich, daß die G.en sie verleumderisch beschuldigen und verfolgen (Ps 7 u.ö.) und sie so von Gott trennen wollen. Wie weit hier schon eine soziol. Scheidung vorliegt, ist fraglich (Ps 11 265). Nach der alten Annahme der automatischen Strafe wird der G.e vergehen (Hi 818 Spr 222 u.ö.); die Erfahrung sieht später das Gegenteil (Hi 12. 21 Ps 732 Prd 92). So erwartet man (schon Js 114) die Ausrottung der G.en vom endzeitl. Eingreifen Gottes (Sach 58); dann vergeht auch die G.igkeit der Heiden (Js 1311 Jr 2531).

Lit.: ThW III, 122f – K. Koch, ZThK ('55) 1–42 – Die Theol. d. AT von W. Eichrodt III ('39) 82ff; G. v. Rad I ('57) 368ff.
F. Schnutenhaus

Für das NT ist der G.e (asebes »wer nicht fürchtet«; vgl. sébo, »fürchten«) der Freche, Rücksichtslose, der Frevler, Übertreter (das mildere átheos »wer ohne Gott ist« steht nur in E 212). Demnach ist die G.igkeit (asébeia) eine verbrecherische Aktivität, die mit der Gottes Zorn herausfordernden Ungerechtigkeit und Sünde zusammengestellt wird (R 118 1 T 19 1 P 418 2 P 25 Jd 4.15.18). Zu beachten ist, daß das Kaisertum G.igkeit in diesem Sinne als Anarchie auffaßte und später die Christen einer solchen anklagte.
[Handwörterbuch: Gottlos. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2355
(vgl. BHH Bd. 1, S. 602)

pfeilGötze    

Götzen - dienst

(hebr. z·nut »Unzucht« u.a., gr. eidololatría »Bilderdienst«), Verehrung fremder Götter.

Das AT nennt ihn oft. –

a)

Während die vormosaischen Israeliten noch keine Jahweverehrer waren, ist das Problem des G.es mit dem Jahweglauben von Anfang an wesensmäßig verknüpft. Der mit der Rettung Israels aus Ägypten begründete Ausschließlichkeitsanspruch Jahwes, der freilich noch keinen Monotheismus einschließt, ist im Dekalog verankert, dessen erstes Gebot (Ex 203) das Paradigma eines Verbots des G.es bildet. Seitdem durchzieht der Widerstreit zw. der unbedingten rel. Forderung und den aus der andersartigen polit.-kultur. Wirklichkeit folgenden Bedrohungen die innere Geschichte Israels. Die Verpflanzung des Jahweglaubens in den Bereich der kanaan. Kultur und die Einwirkungen der übrigen altorient. Kulturkreise auf Palästina haben ihn ebenso zur inneren und äußeren Entfaltung, Ausweitung und Bewährung genötigt wie durch die ständige Gefahr des G.es aufs schwerste gefährdet. Zwar sind bes. die Einrichtungen und Bräuche der Fruchtbarkeitsriten, Mazzeben, bestimmte Trauerbräuche und der Genuß von mit Fremdkulten verbundenen Tieren verboten worden, erst recht Dämonenglaube, Totenkult, Wahrsagerei und Zauberei. Aber die zum G. verführenden fremden Einwirkungen ließen sich trotz des für den Jahweglauben grundlegenden unbedingten Herrschaftsanspruchs Jahwes nicht ausschalten, nachdem das Zusammenleben mit den kultur. überlegenen Kanaanäern zur Regel geworden und diese als mit den Israeliten gleichberechtigte Untertanen in das davidisch-salomon. Reich aufgenommen worden waren. Zudem drangen, teilweise infolge der Einführung des Königtums, im Lauf der Zeit äg., aram., ass., babyl. und in der nachexil. Zeit pers. und hellenist. Elemente ein. Zwar wurden sie in sehr verschiedener Weise aufgenommen; die Spannweite reicht von bereitwilliger Übernahme oder teilweiser Aneignung bis zur Angleichung an die eigenen Anschauungen oder erfolgreichen Umgestaltung. Aber schon die damit ermöglichte Entfaltung und Ausweitung des Jahweglaubens, die bes. Jahwes Walten als König und im Bereich der natürlichen Fruchtbarkeit betonte, erschien dem konservativen Beharren auf der mosaischen Glaubensform als G. Mit mehr Recht galt dies Urteil für die wirkliche Kanaanisierung des Jahweglaubens, die sich zB im Jerusalemer Tempelkult und in den kult. Maßnahmen Jerobeams I. im Nordreich beobachten läßt; auch die Aufspaltung der einen Gottesgestalt im Kultus der vielen Heiligtümer im Lande wirkte sich entsprechend aus. Vielfach entstand eine Mischreligion, bei der oft schwer zu entscheiden war, ob es sich um eine baalisierte Jahwereligion oder eine jahwistisch gefärbte Baalreligion handelte. Schließlich fand sich wirklicher G. als gelegentliche oder ständige Teilnahme an Kulten fremder Götter, vor allem nach dem Einzug der babyl.-ass. Götterwelt, der wenigstens teilweise aus der polit. Abhängigkeit zu erklären ist.
b)

Gegen die beiden letzten Formen des G.es wandte sich außer der Gesetzgebung bes. die prophetische Kritik. Einerseits bezichtigte sie Israel der Untreue, Unzucht und des Ehebruchs, da das Volk unter dem Bild der Braut oder Ehefrau Jahwes verstanden wird, die durch ihr lasterhaftes Treiben die Ehe gebrochen hat (vgl. Hos 1–3 Ez 16. 23). Die Propheten schelten und bedrohen als G. sowohl die Verehrung fremder Götter (vgl. Jr 716ff Ez 8 Zph 14f) als auch den gesamten Jahwekultus als nicht von Jahwe angeordnet (Jr 722 Am 525). Andererseits werden die fremden Götter polemisch verhöhnt und verspottet (1 Kg 1827; als von Menschen angefertigt Hos 84–6, als Holz und Stein Jr 227); nach Jr 25 wird bes. von Deuterojesaja ihre Existenz überhaupt bestritten (Js 4129 4310ff 449ff). Die scharfe Kritik am Heidentum stärkte den Glauben an den einen Gott und an die Berechtigung seines Ausschließlichkeitsanspruchs. Als Folge dessen erwartete man sogar die Bekehrung der Völker zu ihm, so daß G. nicht mehr möglich sein würde. Im weiteren Verfolg dessen zählt in der späteren Gesetzesfrömmigkeit der G. zu den Todsünden;
[Handwörterbuch: ihn begehen, heißt alle Sünde tun (SNu 111).
c)

Die vorexil. Zeit nahm durchweg an, daß die fremden Götter als reale Mächte bestehen und über bestimmte Völker und Länder herrschen. Daher bildete das Geschick Israels oder des Israeliten oft eine Versuchung, vom eigenen Gott abzufallen und anderen Göttern zu dienen. Dies galt insbes. von dem umfassenden Vitalismus der kanaan. Vegetationskulte, die die Fruchtbarkeit des Bodens, die Zeugung neuen Lebens und die Bezwingung des Schicksals durch begeisternden Rausch und gesteigertes Lebensgefühl versprachen. Indem das AT ihre Anerkennung als G. brandmarkt, zeigt es, da es eigentliche Gottlosigkeit nicht kennt, daß der Mensch sich nicht zw. Gott und Gottlosigkeit, sondern zw. Gott und den Götzen als wirklichen Lebensmächten zu entscheiden hat. Diese Entscheidung fällt nicht in verstandesmäßigem Abwägen, so daß G. nur Aberglaube und Dummheit wäre, sondern in einem existentiellen Entschluß, der das ganze Dasein bestimmt. Freilich bezweifeln die Propheten, daß der Mensch zu solcher Entscheidung fähig ist; denn der G. übt eine bezaubernde Gewalt aus, die ihre Opfer nicht mehr frei gibt – wie eine dirnenhafte Lust, der unwiderstehliche tierische Brunsttrieb oder ein zur zweiten Natur gewordener böser Wille. Daher kann nur Gott selbst, der durch sein Erlösungshandeln den Menschen umwandelt und ihm ein neues Wesen verleiht, ihn vor dem G. bewahren.

Lit.: B. Balscheit, BZAW 69 ('38) – E. Fascher, ThLZ 81 ('56) 279–308 – J. Gray: The legacy of Canaan ('57) 113–59.
G. Fohrer

Dem Judentum wurde das Problem des G.es in der Diaspora neu gestellt (Dn 18), wegen des Hellenismus auch in Judäa (1 Mkk 112.16 Anpassung der Magnaten, 143 Befehl des Antiochus; vgl. Dn 1131). Makkabäer und Zeloten kämpften handgreiflich gegen den Hellenismus, jüd.-hellenist. Schriftsteller lit. gegen den G. (Bel 4 Wsh 131–1431). Ursache des G.es seien die gefallenen Engel (1 Hen 82), der böse Trieb (StB IV, 882), die begrenzte Erkenntnis (Wsh 139).
B. Reicke

Im NT wird G. nicht nur zusammen mit anderen Lastern verurteilt (1 K 59f 69 G 520 1 P 43 Off 218 2214), sondern ist, wie im AT (vgl. Apg 741ff 1 K 106ff) und im Spätjudentum (vgl. Antiochus Epiphanes und Mk 1314 p, auch die Bilder und die Standarte der röm. Wehrmacht, Jos. Ant.,XVIII, 3, 1), die grundsätzliche Sünde der heidnischen Welt, die alles Böse mit sich bringt und darin besteht, daß man das Geschaffene statt des Schöpfers anbetet (R 118–32). – Paulus betont die Nichtigkeit der Götzen (1 K 84 1019; vgl. E 212), aber der G. bringt den Menschen doch in Gemeinschaft mit dämonischen Kräften (1 K 1020). Für Paulus (wie für Apg 1520ff 2125 und Off 214.20) ist die Frage des G.es meistens mit dem Essen bzw. Nicht-Essen von Opferfleisch verbunden (1 K 8 und 10): Hier soll die Freiheit und Einsicht des »starken« Glaubens nicht das Gewissen des »Schwachen« beunruhigen. – Der G. der Heiden konnte als »Unwissenheit« bezeichnet werden, die Gott jetzt aber nicht mehr übersieht (Apg 1716.30). Wenn die Athener deisidaimonésteroi genannt werden (Apg 1722), könnte das »sehr abergläubisch« meinen, aber im Stil der Apg ist es besser als »sehr religiös« zu verstehen, d.h. als eine captatio benevolentiae, u.zw. ohne Ironie. – Nur in Off ist der Kaiserkult als G. beschrieben, aber ohne das Wort Götze zu benutzen (1314f 1411 152 162 1920 204). – G. ist auch der Geiz (E 55 Kol 35), so wird in den Evv der Mammon als Gegengott bezeichnet, und das ist die einzige Form, in der sie von G. sprechen (vgl. aber L 169).
[Handwörterbuch: Götzendienst. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2362
(vgl. BHH Bd. 1, S. 604)

pfeilGreul    

Greuel, Scheusal

(hebr. to'eba, schiqqus; gr. bdélygma)

das, was Ekel erweckt. Der Begriff stammt aus der kult. Terminologie und bezieht sich grundsätzl. auf alles, was kult. verboten ist. Er wird häufig von Götzen gebraucht (1 Kg 115 2 Kg 2313 Dn 927 u.a.). Vor allem handelt es sich um Dinge oder Handlungen fremden Ursprungs, die darum qualitativ kult. unrein ( Reinheit, Reinheitsgesetze) sind und mit Gott nicht in Berührung gebracht werden dürfen, weil sie ihn erzürnen. Das Essen mit den Hebräern war den Ägyptern ein Greuel (Gn 4232), und der Israelit, der das Fleisch unreiner Tiere aß, war vor Gott ein Scheusal (Lv 1143). Ferner werden sexuelle Unzuchtsünden als G. betrachtet (Lv 1822.26 2013 u.a.). In der Weisheitslit. bezeichnet G. die Sünde im allg. (Spr 1120 1319 289), Abfall von Kult und Glauben (Spr 332), Opfer der Gottlosen (Spr 158), Gebet dessen, der sich vom Gesetz abwendet (289), ein stolzes Herz (165). Umgekehrt empfindet der Mensch, der nach dem Gesetz lebt, G. vor dem Ungerechten (2927). Ähnlich verhält es sich mit dem Gebrauch des Begriffes im NT. Die Götzen sind ein G. (R 222), ebenso die heidnischen (Fruchtbarkeits-) Kulte (Off 174), Unzucht und alle sexuelle Aktivität der bloßen Lust wegen (R 127 u.a.), die Sünde überhaupt (L 1615 2 P 213 Off 218). Der Ausdruck »G. der Verwüstung« (Dn 1131 1211; vgl. 813 927) ist eine Anspielung auf die Entweihung des Tempels durch Antiochus Epiphanes, der ein Zeusbild oder einen Zeusaltar auf den Brandopferaltar stellte (1 Mkk 1, 54). Jesus sagt das Kommen dieses G.s voraus (Mt 2415 p), sicherlich nicht im polit. Sinne (man hat es auf den Befehl Caligulas bezogen, sein Standbild im Tempel zu Jerusalem aufzustellen), sondern im apokalyptischen, nämlich daß der Antichrist selbst seinen Thron am hl. Orte errichtet (vgl. 2 Th 23f).
[Handwörterbuch: Greuel. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2375
(vgl. BHH Bd. 1, S. 609)

pfeilGruß    

Gruß

(hebr. scha'al l·schalom »grüßen«, wörtl. »nach dem Wohlbefinden jmds fragen«, gr. aspasmós),

Geste oder Sprachformel. Er will ursprgl. die mit der Begegnung zweier Menschen verbundene Gefahr mindern oder aufheben.

AT

So erscheint im AT »Heil« als Zusicherung oder Wunsch. Der G. vollzog sich in Frage und Antwort (1 Sm 164f 1 Kg 213 2 Kg 521). An die Stelle einer G.formel tritt bei der Begrüßung die Verbeugung (Gn 237), das Niederfallen zur Erde (4326 2 Sm 96; LXX gr. proskyneîn, eigtl. »die Hand küssen und zum G. erheben«). Die Antwort auf diese Begrüßung ist eine Höflichkeitsfrage nach dem Wohlbefinden (Gn 4327). Diese Frage nach dem Befinden (1 Sm 104) oder auch ein Kuß (Ex 427) können an die Stelle der Verbeugung treten. Ehrfürchtige Verbeugung, Kuß und gegenseitige Frage nach dem Wohlbefinden erscheinen zusammen bei der Begrüßung des Priesterfürsten Jethro durch seinen Schwiegersohn Moses (Ex 187). Dem Heilswunsch bei der Begegnung entspricht beim Abschied die nicht auf Antwort rechnende Formel »Geh hin in Frieden« (418 1 Sm 117 2042 2 Sm 159 u.ö.; vgl. Mk 534).

Im Judentum entwickelt sich der G. in Briefen. Er hat seit alters feste Formeln, wie schon die Amarnabriefe zeigen. Neben dem Absender und Adressaten gehört als drittes Moment zum Präskript in der Regel ein G.wort (1 Mkk 1132 u.ö.).

Im NT ist der mündl. G. die gr. Formel ›chaîre‹ »sei gegrüßt« (Mk 1518 Mt 2729 289). In feierlicherer Form wird der G. Gabriels ausgedrückt (L 128); nicht nur, daß die Anrede »Begnadete« sprachlich das G.wort aufnimmt; es wird noch die alte G.formel ›der Herr sei mit dir!‹ hinzugefügt. Über diesen G. wird reflektiert. Auch im folgenden wird vom G. und über den G. gesprochen (140f). In der Zeit Jesu ist es üblich, daß man auf der Straße gegrüßt wird. Der Ältere und Vornehmere darf erwarten, daß man ihn grüßt – so die Pharisäer (Mt 237). Die Menschen begrüßen Jesus (Mk 915). In der Aussendungsrede findet sich die Anweisung an die Jünger, sie sollten beim Eintritt in ein Haus den G. entbieten. Aus dem folgenden ergibt sich, daß es sich dabei um den Friedens- oder Heilsg. handelt. L macht das auch deutlich mit der Formel: ›Friede diesem Hause!‹ (Mt 1011fL 105). Der Auferstandene tritt auf wunderbare Weise in den Kreis der Jünger und grüßt: ›Friede sei mit euch!‹ (J 2021.26). – Die Ausbildung des G.es im ntl. Briefwechsel entspricht der Betonung der Gemeinschaft und ihrer Gestaltung. In allen paulin. Briefeingängen ist der im alten Orient wie von da aus auch im Griechischen üblich gewordene G. zu einer doppelt zweiteiligen Formel erweitert. Aus gr. chaîrein in Kombination mit atl. »Heil« wird zunächst »Gnade und Friede« (1 Th 11), hinzugefügt wird bald ein Hinweis auf den Ursprung »von Gott dem Vater und unserm Herrn Jesus Christus« (G 13 usw.). Diese Formeln tragen das Gepräge urchristl.-paläst. Glaubenshaltung. Das neue an ihnen ist der starke Ausdruck der Glaubens- und Gemeinschaftserfahrung. Der »weltliche« G. wird »geistlich«: Gottes Gaben sind Gnade und Frieden, und in die Gotteswirklichkeit werden die Angeredeten zusammen mit dem Redenden hineingenommen. Dem entspricht jetzt auch die Gestaltung des Briefschlusses: G.e werden ausgerichtet, G.e werden aufgetragen (1 Th 126 usw.). Der hl. Kuß wird zum Mittel des G.es. Einen eigenhändigen G. fügt der Apostel hinzu (2 Th 317). Eine Doxologie oder ein Gnadenwort schließt den Brief (1 K 1619–24). In einer das Trinitarische vorwegnehmenden Segensformel wird der Schlußg. zusammengefaßt und die Gemeinschaft damit nicht entlassen, sondern auf die neue Ebene des ewigen Lebens gestellt: »Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Hl. Geistes mit euch allen!« (2 K 1313).
[Handwörterbuch: Gruß. Biblisch-historisches Handwörterbuch, S. 2399
(vgl. BHH Bd. 1, S. 614)

 
 

nach oben